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50 Jahre Mondlandung - Ein Mond-Lied war Helmut Schmidts Wegbegleiter

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Der Mond ist ein magischer Ort, mit dem viele Träume und Phantasien verbunden sind. Auch Künstler ließen sich davon inspirieren. Eine musikalische Auswahl.

Vollmond am Nachthimmel
Das wohl berühmteste Mondgedicht in deutscher Sprache stammt vom romantischen Dichter Joseph von Eichendorff.
Quelle: dpa

Für Kinder: Der Mond ist aufgegangen

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 2012. Archivbild
Alt-Bundeskanzler Schmidt 2012
Quelle: Marcus Brandt/dpa

Der Pastorensohn Matthias Claudius war ein Zeitgenosse Goethes. Er lebte von 1740 bis 1815 und hat eines der schönsten Kinderlieder geschrieben: das "Abendlied", besser bekannt als "Der Mond ist aufgegangen". Das "Abendlied" hat sieben Strophen, meistens werden aber nur die erste, zweite, dritte und die letzte gesungen. Wer meint, es handle sich beim "Abendlied" um Kitsch für Kinder, sollte den Text genau lesen. Er regt auch Erwachsene zum Nachdenken an, wenn es etwa heißt: "So sind wohl manche Sachen / Die wir getrost belachen / Weil unsre Augen sie nicht sehn."

Auch scharfzüngige Intellektuelle wie Helmut Schmidt schätzten das "Abendlied". "Das hat mich eigentlich das ganze Leben begleitet", sagte Schmidt einmal in einem Interview. Auf der Beerdigung des Altkanzlers sang der Chor von St. Michaelis auch drei Strophen des "Abendlieds".

Für Traurige: Clair de lune von Verlaine und Debussy

Der französische Komponist Achille-Claude Debussy lebte von 1862 bis 1918. Eines seiner bekanntesten Stücke ist der 3. Satz der "Suite bergamasque", das "Clair de Lune". Zu dem Namen "Clair de Lune" (französisch für Mondglanz, Mondschein) wurde er wahrscheinlich vom gleichnamigen Gedicht von Paul Verlaine aus dem Jahre 1869 inspiriert. Verlaine gilt als einer der Lieblingsdichter der Franzosen.

"Apollo 15"-Astronaut Alfred Worden über die Mondlandung vor 50 Jahren und was das Ereignis bedeutet hat.

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Für Romantiker: Mondnacht von Eichendorff und Schumann

Portrait von Joseph von Eichendorff
Joseph von Eichendorff

Das wohl berühmteste Mondgedicht in deutscher Sprache stammt vom romantischen Dichter Joseph von Eichendorff (1788-1857). Es macht jede Mondnacht unvergesslich: "Es war, als hätt der Himmel / Die Erde still geküsst, / Dass sie im Blütenschimmer / Von ihm nun träumen müsst." Robert Schumann hat es in seinem Liederkreis op. 39 auf schlichte, aber berührende Weise vertont. Das Gedicht hat viele Fans. Thomas Mann nannte es "die Perle der Perlen", und die Autorin Ulla Hahn befand: "Innere und äußere Landschaft verschmelzen miteinander."

Für Abenteurer: "Fly me to the moon" von Howard und Sinatra

"Fly me to the moon" ist ein Lied des Komponisten und Songtexters Bart Howard. Zunächst veröffentlichte er es 1954 unter dem Titel "In other words". Zu einem Klassiker wurde es aber erst durch Frank Sinatras Adaption von 1964. Sinatra kann für sich beanspruchen, die Astronauten des Raumschiffs Apollo 10 musikalisch unterhalten zu haben: eine Kassette war mit an Bord; man erzählt sich, dass während des Fluges in die Mondumlaufbahn "Fly me to the moon" gespielt wurde. Auch im Rahmen der weltweiten Fernsehübertragung der Mondlandung war das Lied zu hören.

Für Klassiker: "Mondscheinsonate" von Beethoven

Kosmisches Schauspiel: Mond mit partieller Finsternis. Archivbild
Quelle: Sven Hoppe/dpa

Ludwig van Beethoven (1770-1827) hat insgesamt 32 Klaviersonaten geschrieben. Davon ist die Nummer 14 wohl die berühmteste: die "Mondscheinsonate". Um die Entstehung ranken sich viele Legenden. So soll die Szene eines wunderschönen, aber blinden Mädchens im Mondschein Beethoven so gerührt haben, dass er spontan den ersten Satz der Sonate improvisierte. Eine andere Variante lautet, Beethoven habe die Sonate während der Totenwache eines Freundes aus dem Stegreif gespielt. Musikwissenschaftler wiederum verweisen auf Ähnlichkeiten mit einer Stelle in Mozarts "Don Giovanni". Hier soll Beethoven die Triolenbewegung für seine "Mondscheinsonate" kopiert haben.

Dem Autor auf Twitter folgen: @raphael_rauch

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