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Leonardo im Louvre - Große Da-Vinci-Ausstellung zum 500. Todestag

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Er war hochgewachsen und ernährte sich vegetarisch. Er träumte vom Fliegen und malte jahrelang an seinen Gemälden herum. Der Künstler Leonardo da Vinci fasziniert bis heute.

Leonardo da Vinci Ausstellung in Paris
Viele Besucher werden erwartet: Der Louvre in Paris zeigt Kunst von Leonardo da Vinci.
Quelle: AP

Im Licht von Mobiltelefonen wirken die Meisterwerke von Leonardo da Vinci besonders eindrucksvoll. Das berichten zumindest Teilnehmer der Vernissage am Montag, die beim Anschauen der Werke im Pariser Louvre von einem Stromausfall überrascht wurden. Es war nur eine der kleineren Pannen, die diese Ausstellung zum 500. Todestag des Renaissance-Künstlers immer wieder begleitet haben.

Bis wenige Tage vor der heutigen Eröffnung stand noch nicht einmal fest, ob eines der Hauptwerke, die berühmte Skizze des Vitruvianischen Menschen, überhaupt im Louvre gezeigt werden kann. Ein italienischer Kulturverband hatte vergeblich versucht, die Leihgabe der empfindlichen Skizze – dessen Motiv sich auf der italienischen Ein-Euro-Münze findet - zu verhindern.

Einer der größten Universalgelehrten

Leonardo da Vinci ist weltweit etwa so bekannt wie Micky Maus, dabei hat er nicht mal 20 Gemälde hinterlassen. "Dass er nur so wenig gemalt hat, bedeutet nicht, dass er sich nicht für Malerei interessierte. Er wollte einfach perfekte Gemälde malen", sagt einer der Kuratoren der Ausstellung, Vincent Delieuvin. Das erkläre auch, warum viele Werke unvollendet blieben.

Neben den Gemälde umfasst Leonardos Werk auch naturwissenschaftliche Studien, architektonische Entwürfe, mechanische Geräte und philosophische Texte, die er häufig in Spiegelschrift notierte. Er gilt deswegen als einer der größten Universalgelehrten.

Da Vinci starb in Frankreich

Die Pariser Ausstellung soll der krönende Abschluss zum Leonardo-da-Vinci-Jahr sein, in dem sich der Todestag des Künstlers zum 500. Mal gejährt hat. Leonardo "aus Vinci" wurde in dem gleichnamigen Dorf in der Nähe von Florenz geboren und verbrachte den Großteil seines Lebens in Italien, vor allem als Künstler am Hof der Mailänder Herzöge.

Als der letzte seiner italienischen Mäzene starb, nahm da Vinci die Einladung des jungen französischen Königs Franz I. an, der von Ruhm und Raffinesse des Italieners fasziniert war. So verbrachte Leonardo die letzten drei Jahre seines Lebens in Frankreich, in einer königlichen Residenz an der Loire.

Diplomatisches Gerangel um die Leihgaben

In der Da-Vinci-Ausstellung im Louvresind etwa 160 Werke zu sehen, die weltweit zusammengeliehen wurden. Die Queen, Bill Gates, der Vatikan und die Petersburger Eremitage haben wertvolle Gemälde und Skizzen nach Paris geschickt.

Schwierig war es allerdings mit Italien. "Leonardo ist Italiener, er ist bloß in Frankreich gestorben", hatte die frühere Kultur-Staatssekretärin Lucia Borgonzoni, die der rechtsnationalen Lega Nord angehört, in einem Interview bissig betont. Wenn Italien dessen Werke an Frankreich ausleihe, dann könne es selbst Leonardo nicht gebührend feiern, erklärte sie.

Nach heftigem diplomatischem Gerangel einigten sich beide Länder dann doch auf manche Leihgaben – nicht zuletzt mit dem Blick auf die 500-Jahr-Feier des italienischen Künstlers Raffael im kommenden Jahr, für das Italien gerne Werke aus französischen Museen leihen möchte. Dass der Streit um Leonardo nicht ganz ausgeräumt ist, zeigen aber auch italienische Kommentare auf Twitter, die sich schon an der französischen Schreibweise "Léonard de Vinci" stören.

Der "Salvator Mundi" bleibt verschwunden

Gerne hätte der Louvre auch den "Salvator Mundi" gezeigt, einen ernst blickenden Jesus, der mit der einen Hand eine Segensgeste macht und in der anderen eine Kristallkugel hält. Das Gemälde war vor zwei Jahren für 450 Millionen US-Dollar versteigert worden und ist damit das teuerste je versteigerte Gemälde. Zur Enttäuschung der Kunstwelt ist es anschließend nie wieder in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Es wird spekuliert, dass es sich auf der Yacht eines saudischen Prinzen befinden könnte.

Zu sehen ist im Louvre jetzt unter anderem "La Belle Ferronière", die ähnlich wie die Mona Lisa halb skeptisch, halb lächelnd in die Welt schaut, was Leonardo da Vinci durch bewusst verschwommenen Konturen erreichte. Das "Bildnis eines Musikers", das sich sonst in Mailand befindet, zeigt einen jungen Mann mit roter Mütze, einem Notenblatt und sehr markanten Gesichtszügen. Beeindruckend ist auch eine Kohlezeichnung von Händen, die Leonardo da Vincis Interesse an Anatomie verdeutlicht. Die Ausstellung im Louvre ist noch bis zum 24. Februar zu sehen. Eintrittskarten müssen online vorbestellt werden.

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