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Politbarometer - Diesel-Skandal: 53 Prozent gegen Fahrverbote

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Die Abgas-Manipulationen der Autobauer bewegen die Gesellschaft: 53 Prozent der Befragten des Politbarometers sprechen sich gegen Fahrverbote für alte Diesel-Fahrzeuge aus - 43 Prozent hingegen dafür. Eine deutliche Mehrheit prangert eine zu große Nähe der Politik zur Branche an.

Im aktuellen Politbarometer liegt die Union weiterhin vorne. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 40% und die SPD auf 24%. Viele Bürger sind unzufrieden, wie die Politik im Diesel-Skandal mit den Auto-Konzernen umgeht.

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Auch wenn die zulässigen Luft-Grenzwerte in einzelnen Städten überschritten werden, sind 53 Prozent gegen ein Fahrverbot für Diesel-PKW, die nicht die neuste Abgas-Norm haben. 43 Prozent hingegen sind dann für entsprechende Fahrverbote (weiß nicht: 4 Prozent).

Auspuff - Diesel (Symbolbild)
70 Prozent der Befragten meinen, dass die Politik zu große Rücksicht nimmt. Quelle: dpa

Der parteiübergreifende Ansehensverlust des politischen Spitzenpersonals (siehe unten) dürfte auch eine seiner Ursachen in einer als zu groß wahrgenommenen Nähe der Politik zur deutschen Autoindustrie haben. So meinen 70 Prozent aller Befragten, dass die Politik zu große Rücksicht auf die Interessen der deutschen Automobilindustrie nimmt, lediglich elf Prozent vertreten die gegenteilige Meinung und für 14 Prozent werden deren Interessen durch die Politik gerade richtig vertreten (weiß nicht: 5 Prozent).

Top Ten

Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker haben sich die Bewertungen überwiegend und zum Teil deutlich verschlechtert. Auf Platz eins liegt weiterhin Angela Merkel mit einer Durchschnittsnote von nur noch 1,8 (Juli II: 2,2) auf der Skala von +5 bis -5. Danach folgen Wolfgang Schäuble mit 1,6 (Juli II: 1,7), Sigmar Gabriel mit 1,0 (Juli II: 1,0), Christian Lindner mit 0,8 (Juli II: 1,1), Cem Özdemir mit 0,7 (Juli II: 0,8), Thomas de Maizière mit 0,7 (Juli II: 1,2), Martin Schulz mit 0,6 (Juli II: 0,8), Horst Seehofer mit 0,5 (Juli II: 0,5) und Ursula von der Leyen mit 0,3 (Juli II: 0,3). Auf Platz zehn liegt Sahra Wagenknecht mit minus 0,3 (Juli II: minus 0,3).

In die langsam beginnende heiße Phase des Wahlkampfs starten die CDU/CSU und die Kanzlerin mit einem unverändert deutlichen Vorsprung vor der SPD und Martin Schulz. Daran hat auch die Regierungskrise in Niedersachsen nichts geändert.

Sonntagsfrage: CDU/CSU weiterhin vorn

In der Politbarometer-Projektion gibt es im Vergleich zu Ende Juli keine Veränderungen. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, kämen die CDU/CSU auf 40 Prozent und die SPD auf 24 Prozent. Die Linke erhielte acht Prozent ebenso wie die Grünen, die FDP und die AfD.

Die anderen Parteien zusammen kämen wie zuletzt auf vier Prozent. Damit gäbe es neben einer großen Koalition auch eine Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grüne und FDP – für Rot-Rot-Grün oder eine Ampel aus SPD, Grüne und FDP würde es nicht reichen. Schwarz-Gelb und Schwarz-Grün befänden sich an der Grenze zur Mehrheitsfähigkeit.

Lieber als Kanzler/in

Ähnlich wie seit Mitte Mai wünschen sich jetzt 60 Prozent (plus eins) Angela Merkel im Amt und nur 30 Prozent (unverändert) sprechen sich für Martin Schulz als künftigen Kanzler aus. Während die CDU/CSU-Anhänger praktisch geschlossen (97 Prozent) hinter Merkel stehen, sind bei den SPD-Anhängern nur 66 Prozent (minus vier) für Martin Schulz, aber gut jeder Vierte (29 Prozent; plus vier) will lieber Merkel als Kanzlerin.

Mehrheitliche Zustimmung findet Merkel bei den Anhängern der FDP (76 Prozent), die Anhänger der Grünen sind eher geteilter Meinung (47 Prozent Merkel, 42 Prozent Schulz). Bei den Linken sind 56 Prozent für Schulz und 31 Prozent für Merkel und bei den Anhängern der AfD geben 49 Prozent Schulz den Vorzug und 31 Prozent Merkel (der Rest zu 100 Prozent entweder "keinen von beiden" oder "weiß nicht").

Potentiale der Parteien bei der Bundestagswahl

Dass die Bundestagwahl trotz des deutlichen Vorsprungs der Union und der Kanzlerin noch keinesfalls gelaufen ist, macht die Nachfrage deutlich, ob auch andere Wahloptionen denkbar sind. Dabei geben mehr als zwei Drittel aller Wähler (69 Prozent) an, dass sie sich neben der in der Wahlabsicht genannten Partei noch (mindestens) eine weitere Partei vorstellen könnten, zu wählen. Lediglich 31 Prozent sind genau auf eine Partei festgelegt.

Wahlzetter wird in eine wahlurne geworfen
60 Prozent aller Wähler können sich vorstellen, die CDU/CSU zu wählen. Quelle: dpa

Allerdings zeigen die Veränderungen bei den Potentialen von CDU/CSU und SPD auf, wie stark sich die Kräfteverhältnisse in den letzten Monaten verändert haben: Im April konnten sich 56 Prozent aller Wähler vorstellen, die Union zu wählen, jetzt sind es 60 Prozent. Damals lag die SPD mit 54 Prozent noch fast gleichauf mit der Union, jetzt können sich nur noch 43 Prozent vorstellen, die SPD zu wählen.

Eier-Skandal

Das Insektengift Fipronil wurde in Millionen von Eiern gefunden. 36 Prozent der Bundesbürger halten dadurch ihre Gesundheit für gefährdet, 61 Prozent sehen eine solche Gefahr für sich nicht (weiß nicht: drei Prozent). Unabhängig davon fordert eine deutliche Mehrheit (73 Prozent), - ähnlich wie bei den Lebensmittelskandalen der Vergangenheit - dass die Gesetze und Kontrollen im Lebensmittelbereich verschärft werden sollen. 26 Prozent halten solche Maßnahmen nicht für notwendig (weiß nicht: ein Prozent).

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