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Nach Entmachtung von Sharif - Abbasi soll neuer Premier Pakistans werden

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Der abgesetzte pakistanische Ministerpräsident Sharif hat den früheren Ölminister Abbasi als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Es wird erwartet, dass Abbasi ohne Mühe vom Parlament gewählt wird. Hintergrund der Entmachtung sind Informationen aus den sogenannten Panama-Papers.

Pakistan hat viele Probleme, Korruption zählt zu den größten. Rai Manzoor Nasir will den Staat ein bisschen besser machen - vor allem weniger korrupt. Im pakistanischen Fernsehen wurde er sogar zum ehrlichsten Beamten des Vorjahres gekürt.

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Abgeordnete von Sharifs Partei, der Pakistanischen Muslimliga, stimmten bei einem Treffen Abbasis Kandidatur zu, wie ein hochrangiges Parteimitglied mitteilte. Das Parlament tritt nächste Woche zusammen. Die Wahl von Shahid Khaqan Abbasi gilt dabei als sicher, da die Regierungspartei über eine komfortable Mehrheit verfügt.

Langfristig solle aber der Bruder von Nawaz Sharif das Amt übernehmen, teilte der abgesetzte Regierungschef. Dieser hat jedoch noch keinen Sitz im nationalen Parlament und müsste erst für einen Parteifreund nachrücken, um sich zur Wahl stellen zu können.

Gericht entmachtet Sharif

Pakistans Oberstes Gericht hatte am Freitag entschieden, dass Sharif nicht länger Ministerpräsident sein darf, nachdem es zu dem Schluss kam, dass seine Familie Besitztümer verheimlicht habe. Er trat daraufhin zurück.

Am Samstag drückte Sharif sein Bedauern über die Entscheidung des Gerichts aus. Das Urteil beruhe auf Vorwürfen, die unbegründet seien. Seine Hände seien sauber und kein Mitglied seiner Familie habe Regierungsgelder missbraucht, sagte Sharif.

Vorwürfe auf Basis der Panama-Papers

Die Vorwürfe gegen Sharif beruhen auf den Panama Papers, über die im vergangenen Jahr mehrere Zeitungen berichteten und die Steuertricks vieler Politiker und Prominenter offenlegten. In den Dokumenten fanden sich auch Konten von Sharifs Familie. Die Opposition forderte daraufhin Ermittlungen. Sharifs Sohn Hussain Nawaz räumte den Besitz von Offshore-Firmen ein. Er bestand aber darauf, dass dafür legales Geld verwendet worden sei.

Eine Untersuchungskommission hatte am 10. Juli einen Bericht vorgelegt, in dem von einem "bedeutenden Missverhältnis" zwischen dem angegebenen Vermögen und bekannten Einkommensquellen von Sharif und seiner Familie die Rede war. Die Kommission empfahl, gegen die Beschuldigten juristisch vorzugehen.

Durch ein Datenleck waren Medien Millionen vertrauliche Dokumente der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca zugespielt worden. In internationaler Recherchearbeit, die ab Anfang April 2016 veröffentlicht wurde, deckten Journalisten umfangreiche dubiose Besitztümer auf. Sie brachten etliche Prominente, Reiche und Mächtige in aller Welt mit Hunderttausenden Briefkastenfirmen in Steueroasen in Verbindung.

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