Sie sind hier:

Abgasmanipulationen - Audi zahlt 800 Millionen Euro Bußgeld

Datum:

In den USA hatte Volkswagen schon Milliardenstrafen in der Dieselaffäre gezahlt. Nun wird es auch hier noch einmal teuer - jetzt muss die Marke Audi eine hohe Geldstrafe zahlen.

Audi - Logo am Kühlergrill
Bei Audi-Autos für den europäischen und den US-Markt waren laut Staatsanwaltschaft von 2004 bis 2008 illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt worden.
Quelle: dpa

Die Staatsanwaltschaft München hat der VW-Tochter Audi in der Dieselaffäre ein Bußgeld von 800 Millionen Euro aufgebrummt. Der Autobauer werde keine Rechtsmittel dagegen einlegen. "Die Audi AG bekennt sich damit zu ihrer Verantwortung für die vorgefallenen Aufsichtspflichtverletzungen." Das von der Staatsanwaltschaft München II eingeleitete Verfahren gegen Audi sei damit abgeschlossen, teilte die Volkswagen-Tochter mit.

Grund für das Bußgeld seien "Abweichungen von den regulatorischen Vorgaben" bei bestimmten Dieselmotoren. Die Geldbuße setzt sich laut Volkswagen aus dem gesetzlichen Höchstmaß einer Ahndung von fünf Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von 795 Millionen Euro zusammen.

Die Staatsanwaltschaft München hat gegen Audi ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro wegen Verstößen bei Dieselfahrzeugen verhängt. "Durch ist Audi aber noch lange nicht", sagt ZDF-Reporter Oliver Deuker in Hannover.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Erst im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld über eine Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt, das der Konzern ebenfalls annahm. In den USA hatte Volkswagen wegen der Dieselaffäre schon Milliarden an Strafen zahlen müssen. Und es gab Entschädigungen für betroffene Autobesitzer.

Buße verringert Konzernergebnisse der Autobauer

Das Bußgeld werde sich unmittelbar auf das Ergebnis des VW-Konzerns auswirken, auch Audi senkte seine finanziellen Ziele für das laufende Jahr. "Unter Einbeziehung der Sondereinflüsse aus dem Bußgeldbescheid wird der Audi-Konzern wesentliche finanzielle Spitzenkennzahlen aus seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2018 deutlich unterschreiten", teilte der Autobauer mit. In welcher Höhe dies geschehe, blieb zunächst offen.

Auch die mit 30,8 Prozent an VW beteiligte Porsche SE wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Nach Steuern werde das Konzernergebnis zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro liegen, teilte die Porsche SE mit. Zuvor hatte die Dachgesellschaft den Korridor um 900 Millionen Euro höher angegeben.

Mehrfache Durchsuchungen bei Audi

Bei den Ermittlungen ging es um V6- und V8-Dieselmotoren von Audi aus den Jahren seit 2004. Zudem warf die Staatsanwaltschaft Audi vor, "nicht erkannt zu haben", dass in zwei von Volkswagen entwickelten Dieselmotoren-Typen Software verbaut war, die den Schadstoffausstoß auf dem Prüfstand drosselte.

Die Ermittler betonten, dass der Bußgeldbescheid keine Auswirkungen auf ihre Ermittlungen gegen natürliche Personen im Zusammenhang mit der Dieselaffäre habe. Seit Juni sitzt der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler wegen seiner Verwicklungen im Dieselskandal in Untersuchungshaft. Er soll versucht haben, Zeugen oder Beschuldigte zu beeinflussen.

Bei Audi sind die Ermittler seit März 2017 mehrmals zu Durchsuchungen angerückt. Daimler war im Mai vergangenen Jahres Ziel einer bundesweiten Razzia der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, die dem Verdacht auf Betrug mit manipulierter Abgasnachbehandlung nachging. Bei BMW standen die Fahnder im März 2018 vor der Tür.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.