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Stickstoffdioxid-Studie - Uniklinik: Kein Bezug zur Diesel-Affäre

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Die Uni Aachen hat ihre Stickstoffdioxid-Studie mit Menschen verteidigt - sie habe nichts mit dem Dieselskandal zu tun. Es sei dabei um die NO2-Belastung am Arbeitsplatz gegangen.

Autokonzerne haben Tests in Auftrag gegeben, bei denen Affen und Menschen Stickoxiden ausgesetzt wurden. Und das nicht nur zu medizinischen Zwecken.

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Die in den Jahren 2013 und 2014 erstellte Studie stehe in keinem Zusammenhang zur aktuellen Debatte um die gesundheitliche Belastung durch Dieselautoabgase, erklärten die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und die Uniklinik Aachen.

Die Untersuchung am Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Uniklinik habe sich vielmehr mit der sogenannten Maximalen Arbeitsplatz-Konzentration (MAK) von Stickstoffdioxid befasst. Im Fokus habe gestanden, die Arbeitsplatzsicherheit etwa von Kfz-Mechanikern, Lkw-Fahrern und Schweißern zu verbessern.

Studie zu NO2-Belastung am Arbeitsplatz

Der Studie liegt demnach ein Forschungsantrag aus dem Jahr 2012 zugrunde. Sie sei also lange vor Bekanntwerden des Dieselskandals angestoßen und durchgeführt worden. Damals habe die Deutsche Forschungskommission beklagt, dass es kaum Erkenntnisse zu Auswirkungen auf Menschen bei Belastungen am Arbeitsplatz gebe. Den Angaben zufolge hatte die Ethikkommission der Universität die Untersuchung genehmigt.

Ziel der Untersuchung war es demnach zu prüfen, ob eine einmalige Aussetzung gesunder Menschen gegenüber Stickstoffdioxid (NO2) in verschiedenen Konzentrationen unterhalb des früheren Grenzwerts zu biologischen Effekten führe. Die Daten wurden 2016 veröffentlicht. Ausgewählt wurden 25 Teilnehmer, die drei Stunden lang NO2 ausgesetzt waren - "unter strengstens medizinisch und technisch kontrollierten Bedingungen". Dabei lagen die Belastungen "deutlich unter den Konzentrationen, wie sie an vielen Arbeitsplätzen in Deutschland auftreten können". Es sei daher kein Mensch zu Schaden gekommen, betonten Klinik und Hochschule.

Geldgeber beeinflussten Studie angeblich nicht

Uniklinik und RWTH Aachen bestätigten, dass die Studie von der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT), einem Lobby-Verein mehrerer Autokonzerne, gefördert wurde. Der Drittmittelgeber habe die Forscher nicht beeinflusst, erklärte ein Klinikumssprecher: "Forschung und Lehre sind frei." Der EUGT war auch durch Medienberichte über Abgasversuche an Affen in die Schlagzeilen geraten. Diese Tests wurden in den USA durchgeführt.

Solche Tests müssten sofort ein Ende haben, erklärte ein Sprecher des geschäftsführenden Bundesverkehrsministers Christian Schmidt (CSU). Man habe "keinerlei Verständnis" für Tests, "die nicht der Wissenschaft dienen, sondern ausschließlich PR-Zwecken".

Regierungssprecher Seibert erklärte, die Automobilbauer sollten Schadstoffe begrenzen und Grenzwerte einhalten, nicht die vermeintliche Nichtschädlichkeit beweisen. Justizminister Maas sagte der "Passauer Neuen Presse": "Wer solche Tests in Auftrag gibt, scheint jeglichen Maßstab verloren zu haben." Menschen und Tiere für die eigenen Zwecke zu missbrauchen, sei einfach entsetzlich, rügte der geschäftsführende Minister.

LobbyControl: Kuschelkurs mit Autoindustrie beenden

Die Organisation LobbyControl forderte die Politik zum Handeln auf: "Die Bundesregierung muss ihren Kuschelkurs mit der Autoindustrie beenden und sich generell beim Umgang mit Lobbyisten neu aufstellen"», rügte Christina Deckwirth von LobbyControl. "Der Fall zeigt, mit welch manipulativen Methoden die deutschen Autokonzerne dem Diesel ein umweltfreundliches Sauber-Image verpassen wollten."

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