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Abkehr vom Atomabkommen - Iran will mehr Uran anreichern

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Der Iran hat einen weiteren Schritt zur Abkehr vom internationalen Atomabkommen angekündigt. Die internationale Kritik folgt prompt.

Als Reaktion auf den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen von 2015 rückt der Iran einen weiteren Schritt von seinen eigenen Verpflichtungen ab. Präsident Hassan Ruhani kündigte am Dienstag an, dass demnächst Urangas in 1.044 Zentrifugen der Anlage Fordo injiziert werde. Die Anlage wird dadurch zu einer aktiven Atomanlage, obwohl sie laut dem Abkommen nur für Forschungszwecke genutzt werden darf. Die Injektion von Urangas in zusätzliche Zentrifugen könnte der Produktion von Atombomben dienen.

Iran hofft weiter auf europäische Kooperation

Seit US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr den einseitigen Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen verkündet und wieder Sanktionen gegen den Iran verhängt hatte, vergrößerte der Iran schrittweise seine Atomaktivitäten. Unter anderem reicherte der Iran Uran wieder höher an als erlaubt und überschritt die Mengenbegrenzung für Uran-Vorräte.

Ruhani betonte, dass all diese Schritte rückgängig gemacht werden könnten, sollten die Europäer einen Weg finden, die US-Sanktionen zu umgehen, die der iranischen Wirtschaft schwer zusetzen. "Wir sollten in der Lage sein, unser Öl zu verkaufen", sagte er. Ruhani zufolge wird das Urangas ab Mittwoch in Zentrifugen eingespeist, die bisher leer waren. Er sagte nicht, ob sie - so wie die aktiven 5.060 Zentrifugen in der Atomanlage Natans - auch dazu verwendet werden würden, angereichertes Uran zu produzieren.

Anlage erst seit 2009 öffentlich

Der Iran hatte die Existenz der Anlage Fordo 2009 unter großem Druck des Westens öffentlich gemacht. Sie befindet sich etwa 25 Kilometer nordöstlich der Stadt Ghom und wird vom Elbursgebirge, Luftabwehrwaffen und anderen Befestigungen geschützt. Sie ist etwa so groß wie ein Fußballfeld und bietet Platz für 3.000 Zentrifugen. Die dortigen Zentrifugen sind vom Typ IR-1, der ersten Generation iranischer Zentrifugen.

Erst am Montag hatte der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Ali Akbar Salehi, mitgeteilt, dass Teheran jetzt 60 leistungsfähigere IR-6-Zentrifugen zur Anreicherung von Uran betreibe - doppelt so viele wie bis dahin bekannt. Außerdem verfüge der Iran über einen Prototypen einer Zentrifuge, die 50 Mal so schnell arbeite wie im Atomvertrag zugelassen.

Frankreich mahnt zur Einhaltung des Atomabkommens

Eine Zentrifuge reichert Uran an, indem sie Uranhexafluorid-Gas schnell dreht. Eine IR-6-Zentrifuge kann Uran nach iranischen Angaben zehnmal schneller anreichern als eine IR-1-Zentrifuge. Mit der Inbetriebnahme der leistungsfähigeren und zusätzlicher Zentrifugen verkürzt der Iran die Zeitspanne, die er für die Produktion von genug Material für eine Atombombe benötigen würde. Diese Zeitspanne wurde bislang von Experten auf ein Jahr geschätzt.

Der Iran hat stets versichert, er strebe nicht nach Atomwaffen, sondern wolle Uran für friedliche Zwecke nutzen. Die Ankündigung Ruhanis führte zu gemischten internationalen Reaktionen. Aus Russland hieß es, man wolle, dass das Atomabkommen überlebe, habe aber Verständnis für die Verärgerung des Irans über die "beispiellosen und unrechtmäßigen Sanktionen", so ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin.

Frankreich hingegen ermahnte den Iran, seine Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen gerecht zu werden. Die Regierung in Paris setzte sich für eine "Deeskalation" der Lage ein. Frankreich setzt sich in der EU gemeinsam mit Deutschland und Großbritannien für einen Erhalt des Atomabkommens ein.

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