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Abschied als Parteichefin - Theresa May berät über Rücktritt

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Eigentlich wollte Theresa May den Zeitplan für ihren Abtritt erst Anfang Juni vorlegen. Doch der Druck auf die Parteichefin und Premierministerin ist zu groß.

Theresa May im Unterhaus. Archivbild
Theresa May im Unterhaus. Archivbild
Quelle: House Of Commons/PA Wire/dpa

Die britische Premierministerin Theresa May berät heute mit dem Vorsitzenden eines einflussreichen Komitees ihrer Partei über ihren geplanten Rücktritt. "Da trifft sich May mit Granden ihrer Konservativen Partei und das wahrscheinlichste Szenario lautet, dass es eine Ankündigung ihres Rücktritts geben wird, für den 10. Juni," erwartet der ZDF-London-Korrespondent Andreas Stamm, ZDF-London-Korrespondent.

20 Kandidaten stehen für den Parteivorsitz bereit

Danach beginnt der Auswahlprozess für den Parteivorsitz. Und ihr Nachfolger als Parteivorsitzender würde sie dann wohl auch als Premierministerin beerben. Denn beide Ämter sind traditionell miteinander verknüpft. "Seit Wochen haben etwa 20 Personen ihren Hut in den Ring geworfen. Frontrunner ist Ex- Außenminister Boris Johnson." Aber es werde ein langwieriges Verfahren. Johnson gilt als aussichtsreicher Nachfolgekandidat.

Wegbegleiter wenden sich ab

Da heisst das jetzt Starrsinn, Dickköpfigkeit und eben Realitätsverlust
Andreas Stamm, ZDF-London-Korrespondent

"Diejenigen, die bis heute loyal waren, hätten Mays Pflichtbewusstsein bewundert, ihr Stehvermögen, ihre Ausdauer auch die härtesten Schläge wegzustecken." Aber auch bei denen habe sich das jetzt gedreht. "Da heisst das jetzt Starrsinn, Dickköpfigkeit und eben Realitätsverlust", schätzt Andreas Stamm Mays politische Situation ein.

Es könne aber auch das letzte Aufbäumen dieses Pflichtbewusstseins sein, denn am 3. Juni kommt US-Präsident Donald Trump, "am 5. Juni gibt es die großen Feierlichkeiten 75 Jahre D-Day, die Invasion in der Normandie mit Staatsgästen aus aller Welt inclusive der Queen. Vielleicht will sie das noch mitmachen. Ob man ihre diese Auftritte gewährt, das wird sich heute relativ früh entscheiden," schätzt Andreas Stamm.

Misstrauensvotum während Trump-Besuch?

Das 1922-Komitee ist für die Organisation der Wahl des Parteichefs und auch seine Abwahl zuständig. Bislang kann ein Misstrauensvotum nur einmal in zwölf Monaten stattfinden. Ein entsprechender Versuch war im vergangenen Dezember gescheitert.

Mitglieder drohten bereits, das Gremium könnte die Regeln ändern, um schnell ein neues Misstrauensvotum gegen die Parteichefin zu ermöglichen, sollte sich May weigern zu gehen. Berichten zufolge soll es dazu bereits am Mittwochabend eine geheime Abstimmung gegeben haben, um am Freitag schnell handeln zu können. May müsste sich dann möglicherweise während des Trump-Besuchs einem Misstrauensvotum stellen.

Das 1922-Komitee entstand aus einer Initiative von Abgeordneten aus dem Jahr 1922, die damit die innerparteiliche Zusammenarbeit verbessern wollten. Die eigentliche Gründung war aber erst 1923.

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