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Maschinen aus Verkehr gezogen - Absturz in Äthiopien: Konsequenzen für Boeing

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Der Absturz einer Boeing in Äthiopien hat Konsequenzen: Die betroffene Airline zieht Maschinen des Typs vorerst aus dem Verkehr. Auch China stoppt den Betrieb.

Wrackteil der abgestürzten Maschine der Ethiopian Airlines
Wrackteil der abgestürzten Ethiopian-Air-Maschine
Quelle: Reuters

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine hat die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ein Startverbot für alle baugleichen Maschinen verhängt - es handelt sich um den Typ Boeing 737 Max 8. Das teilte die Gesellschaft am Montagmorgen mit. "Auch wenn wir die Unglücksursache nicht genau kennen, haben wir uns entschlossen, diese Maschinen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme am Boden zu belassen", heißt es in der Mitteilung.

Zuvor waren schon in China alle Fluggesellschaften des Landes angewiesen worden, Maschinen dieses Typs vorerst nicht einzusetzen. Die Flüge seien einzustellen, bis Sicherheitsrisiken ausgeschlossen werden können, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Es sei bereits das zweite Unglück mit dem Maschinentyp in kurzer Zeit gewesen, so die Begründung. Bei dem Absturz einer Boeing 737-8 Max der Fluglinie Lion-Air im Oktober waren in Indonesien 189 Menschen ums Leben gekommen. Bei beiden Unglücken habe es "gewisse Ähnlichkeiten" gegeben, teilte die chinesische Luftfahrbehörde mit.

Mögliches "Kontrollproblem"?

Die neue Maschine war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Ein Routine-Check unmittelbar vor dem Start am Sonntag habe keine Probleme aufgezeigt, sagte GebreMariam. Seit dem Kauf des Flugzeugs Ende vergangenen Jahres sei es rund 1.200 Stunden im Einsatz gewesen. Auch bei dem Unglück in Indonesien im Oktober hatte es sich um eine fast nagelneue Maschine gehandelt - sie stürzte nur elf Minuten nach dem Start ins Meer.

Sicherheitsexperten warnen allerdings vor vorschnellen Schlüssen: Beide Besatzungen stießen kurz nach dem Start auf ein Problem, und in beiden Fällen gebe es Berichte über große Schwankungen der vertikalen Geschwindigkeit während des Aufstiegs, sagte Alan Diehl, ehemaliger Ermittler der US-Verkehrsbehörden. Das deute "eindeutig auf ein mögliches Kontrollproblem" hin. Trotzdem gebe es auch viele andere mögliche Erklärungen: Motorprobleme, Pilotenfehler, Gewichtsbelastung, Sabotage oder Vogelschlag. Ethiopian Airlines habe einen guten Ruf, Ermittler werden die Wartung der Maschine untersuchen, insbesondere weil das bei den Ermittlungen des Lion-Air-Absturzes eine Rolle spielen könnte.

"Schwer, Parallelen zu ziehen"

Harro Ranter, Gründer des Aviation Safety Network, sagte: Ethiopian Air habe erklärt, dass es vor dem Flug keine Mängel gegeben habe. Es sei daher schwer, Parallelen zum Lion-Air-Crash zu ziehen. "Ich hoffe, dass die Leute auf die Ergebnisse der Untersuchungen warten, anstatt voreilige Schlüsse zu ziehen, die auf wenigen Fakten basieren." Das Aviation Safety Network ist eine Datenbank, die Informationen über Flugunfälle weltweit sammelt.

Ort der abgestürzten Maschine der Ethiopian Airlines
Ort der abgestürzten Maschine der Ethiopian Airlines
Quelle: Reuters

Bei dem Absturz der Maschine waren am Sonntag alle 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Unglücksmaschine, die von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba in die kenianische Hauptstadt Nairobi fliegen sollte, war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start abgestürzt. Kurz nach Abflug habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und daraufhin die Freigabe zur Rückkehr erhalten, sagte der Chef der Fluggesellschaft, Tewolde GebreMariam. Nach Angaben der Airline waren Passagiere aus 35 Ländern an Bord. Das Auswärtige Amt in Berlin ging davon aus, dass auch deutsche Staatsangehörige darunter waren. Nach einer Auflistung der Airline sollen es fünf gewesen sein. Unter den Opfern sind nach Angaben der UN auch Mitarbeiter der Vereinten Nationen.

Karte von Äthiopien und Kenia
Karte von Äthiopien und Kenia
Quelle: ZDF

Neue Version der Boeing 737

Boeing selbst gab unmittelbar keine Stellungnahme zur möglichen Ursache ab. Das Unternehmen twitterte, es sei "zutiefst traurig, vom Tod der Passagiere und der Besatzung zu erfahren". Experten wollten am Montag mit der Identifizierung der Opfer und der Klärung der Unglücksursache beginnen. In den weit verstreuten Trümmern des Flugzeugs suchen Helfer nach den Black Boxes - den Flugschreibern mit den Aufzeichnungen der Flugdaten und der Cockpitgespräche.

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Flugzeug der Geschichte. Die Max ist die neueste Version, mit treibstoffeffizienteren Motoren. Sie ist ein zentraler Teil der Boeing-Strategie, mit dem europäischen Rivalen Airbus mithalten zu können. Boeing hat etwa 350 derartige Maschinen verkauft und Bestellungen von über 5.000 laufen. Viele Fluggesellschaften nutzen sie bereits. Durch den Unfall der indonesischen Lion-Air-Maschine scheint die Verkaufszahl nicht gesunken zu sein.

Bei dem Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine sind offenbar auch Deutsche ums Leben gekommen – das teilte das Auswärtige Amt mit. Die genaue Anzahl ist bisher noch unbekannt.

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