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Die AfD will an die Macht

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Parteitag in Braunschweig - Die AfD will an die Macht

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Jörg Meuthen bleibt Vorsitzender, mit Tino Chrupalla hat sich die AfD für den Wunsch-Kandidaten von Gauland entschieden. Doch im neuen Vorstand ist auch ein "Pöbler".

Jörg Meuthen beim AfD-Parteitag
Jörg Meuthen beim AfD-Parteitag
Quelle: imago

Einheit und Geschlossenheit - das ist das Bild, das die AfD vom Parteitag in Braunschweig senden will. Die knapp 600 Delegierten folgen Alexander Gauland, dem scheidenden Bundesvorsitzenden. Die AfD müsse erwachsen werden, in Zukunft als potenzieller Koalitionspartner mit der CDU zur Verfügung stehen. Ziel sei es, die Partei klar erkennbar in die Mitte zu rücken. Zumindest bei der Wahl der beiden Bundessprecher läuft alles nach Plan der Parteiführung - ihre Wunschkandidaten setzen sich durch.

Der Alte ist der Neue

69 Prozent für Jörg Meuthen, zwei Gegenkandidaten weit abgeschlagen - ein eindeutiges Ergebnis. Seit Juni 2015 steht der Europa-Parlamentarier bereits an der Spitze der AfD. Die vergangenen zwei Jahre führte er die Partei zusammen mit Alexander Gauland, der jetzt aus Altersgründen ausscheidet. Als konservativ, freiheitlich und patriotisch stellt der 58-Jährige den Delegierten seinen politischen Kurs vor.

Meuthen will die Regierungsfähigkeit seiner Partei stärken. Er sieht die AfD in Zukunft als möglichen Koalitionspartner der CDU. Vor allem aus diesem Grund will er die Partei professionalisieren. Für die Mitte wählbar machen. Den Bürgerlichen die Hand reichen.

Den rechtsextremen Kräften in den eigenen Reihen erteilt Meuthen eine klare Absage. Für einen Rechtsruck stehe er nicht zur Verfügung, hebt er in seiner Vorstellungsrede hervor. Deshalb werde er auch für den Erhalt der sogenannten Unvereinbarkeitsliste stimmen. Danach dürfen Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung, der NDP und von rechtsterroristischen Gruppen wie "Combat 18" und "Blood and Honour" nicht in die AfD eintreten.

Wunschkandidat der alten Führungsspitze

Eine weniger klare Trennlinie zum rechtsnationalistischen Flügel zieht dagegen Tino Chrupalla. Der Malermeister aus Görlitz sorgte im Bundestagswahlkampf 2017 für Schlagzeilen, als er dem CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Michael Kretschmer, das Direktmandat abjagte. Der 44-Jährige soll nach den Wahlerfolgen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen die Stimme der Ostdeutschen an der Spitze seiner Partei stärken. Er gilt als Kompromisskandidat für die Westverbände der AfD und den Mitgliedern des umstrittenen rechtsnationalen "Flügels".

Chrupalla gewann in der Stichwahl mit knapp 54 Prozent gegen seinen Fraktionskollegen Gottfried Curio, der als rechter Scharfmacher im Bundestag auffällt. Die niedersächsische Landesvorsitzende Dana Guth war im ersten Wahlgang ausgeschieden.

Chrupalla sprach sich für mehr Sachlichkeit aus. Nur mit überzeugenden Inhalten erschließe die AfD neue Wählerschichten. Drastische Sprache dagegen bewirke das Gegenteil - besonders bei Frauen.

Brandner nennt sich selbst "Pöbler"

Es ist offensichtlich: Die AfD stellt sich neu auf, will als bürgerliche Kraft mitmischen. Sie sei bereit für eine Zeitenwende, heißt es. Ob sich tatsächlich alle Strömungen in der Partei unter einen Hut bringen lassen, bleibt fraglich.

So wurde als zweiter Stellvertreter Stephan Brandner gewählt, der sich nicht gern einbinden lässt. Zuletzt wurde er als Vorsitzender des Rechts- und Verbraucherausschusses des Bundestages abgewählt wegen inakzeptabler Äußerungen. Er selbst nennt sich einen "Pöbler" und könnte der frisch gewählten Führung auf ihrem neuen Kurs noch in die Quere kommen.

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