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Nach Gustav Stresemann benannt - AfD plant parteinahe Stiftung

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Die im Bundestag angekommene AfD plant jetzt offenbar eine parteinahe Stiftung - benannt nach einem Friedensnobelpreisträger. Die FDP nennt das "makaber" und "geschichtslos".

Bundesparteitag der Alternative für Deutschland- AFD am 2.12.2017
Quelle: dpa

Die AfD plant laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine parteinahe Stiftung. "Ich würde es begrüßen, wenn sie Gustav-Stresemann-Stiftung heißen würde", sagte der Parteivorsitzende Alexander Gauland der Zeitung. Der Name erinnere an das nationalliberale Erbe Deutschlands. "Diesem Erbe sieht sich die AfD verpflichtet."

FDP: Makaber und geschichtslos

Die FDP reagierte empört. "Es ist nicht nur makaber, sondern vor allem geschichtslos, den Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann zum Namensgeber für eine AfD-nahe Stiftung zu machen", sagte der stellvertretende Parteivorsitzende und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki. Dass gerade ein europäischer Versöhner von den "antieuropäischen Spaltern" zur Galionsfigur erkoren werde, sei eine abermalige kalkulierte Provokation Gaulands.

Dem Bericht zufolge übernahm die AfD kürzlich den 2011 gegründeten Verein "Gustav-Stresemann-Stiftung e.V." von dessen Gründern, den Jenaer Rechtsanwälten Philipp Wolfgang Beyer und Sascha Giller. Der ehemalige Geschäftsführer des Vereins, Felix Strüning, schreibt dazu auf seiner Internetseite, dass bei der Mitgliederversammlung der Stiftung ein neuer Vorstand gewählt wurde, "der aus Funktionären der AfD besteht". Für die Übernahme dieser "Hülle" sei an die Jenaer Anwälte Geld geflossen, heißt es laut Zeitung aus AfD-Kreisen.

Viele Steuergelder fließen an parteinahe Stiftungen

Neben der Stresemann-Stiftung ist der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge auch eine Gottfried-Herder-Stiftung für Demokratie e.V. mit Sitz in Bonn und eine Desiderius-Erasmus-Stiftung mit Sitz in Lübeck im Rennen, um als Stiftung der AfD anerkannt zu werden. Eine solche Stiftung könnte jährlich mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag aus Steuergeldern rechnen. Die parteinahen Stiftungen erhalten derzeit jedes Jahr insgesamt deutlich mehr als 500 Millionen Euro.

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