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Ex-US-Abgeordnete wirft Kollegen Doppelmoral vor

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Affäre mit Mitarbeiterin - Ex-US-Abgeordnete wirft Kollegen Doppelmoral vor

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Eine Affäre, Nacktfotos und Erpressung haben die demokratische US-Kongressabgeordnete Katie Hill zum Rücktritt gebracht. Ihren Kollegen wirft sie Doppelmoral vor.

Katie Hill während eines Interviews (Archivbild)
Katie Hill während eines Interviews (Archivbild)
Quelle: AP

"Schweren Herzens" habe sie die Entscheidung getroffen, ihr Abgeordnetenamt im Repräsentantenhaus aufzugeben, hatte Hill in ihrer Rücktrittserklärung bei Twitter geschrieben. In ihrer Abschiedsrede hat sie nun mit der männerdominierten Politik unter Präsident Donald Trump abgerechnet.

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Ich gehe jetzt, aber wir haben Männer, denen glaubwürdig absichtliche Akte der sexuellen Gewalt zur Last gelegt worden sind - und sie bleiben in Vorstandsetagen, im Obersten Gerichtshof, in eben diesem Haus und, was noch schlimmer ist, im Oval Office.
Katie Hill, Ex-US-Kongressabgeordnete

Doppelmoral habe sie zum Rücktritt gezwungen, sagte Katie Hill am Donnerstag im Repräsentantenhaus. "Ich gehe jetzt, aber wir haben Männer, denen glaubwürdig absichtliche Akte der sexuellen Gewalt zur Last gelegt worden sind - und sie bleiben in Vorstandsetagen, im Obersten Gerichtshof, in eben diesem Haus und, was noch schlimmer ist, im Oval Office." Rechte Medien und republikanische Gegner hätten eine "furchtbare Schmutzkampagne" gegen sie koordiniert, sagte die 32-jährige Demokratin am Montag in einem Internetvideo. Mitgewirkt habe ihr Ehemann, mit dem eine Scheidungsprozedur läuft.

In einem berüchtigten Mitschnitt, der im Wahlkampf 2016 auftauchte, war zu hören, wie Trump damit prahlt, Frauen ohne deren Zustimmung begrapschen und küssen zu können. Er hat Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens von mehr als einem Dutzend Frauen zurückgewiesen. Zwei Richter am Obersten Gerichtshof der USA, Clarence Thomas und Brett Kavanaugh, waren auch mit Anschuldigungen der sexuellen Nötigung konfrontiert. Sie wiesen jegliches Fehlverhalten zurück.

Hill hatte eine Beziehung mit einer Wahlkampfhelferin

Die 32-jährige Hill hatte am Sonntag ihren Rücktritt bekanntgegeben, nachdem das für Ethikfragen zuständige Gremium im Repräsentantenhaus eine Untersuchung eingeleitet hatte. Es ging um Vorwürfe, wonach sie eine Affäre mit einem Kongressmitarbeiter gehabt haben soll, was gegen Regeln der Parlamentskammer verstoßen würde. Hill wies dies zurück. Doch räumte sie eine einvernehmliche Liaison mit einer Wahlkampfhelferin ein.

Der Fall war durch Berichte der konservativen Nachrichtenseite "RedState" und der britischen Boulevardzeitung "Daily Mail" publik geworden. Veröffentlicht wurden auch Nacktbilder der aufstrebenden Jung-Demokratin. Hill schaltete deswegen die Polizei ein: Die Veröffentlichung intimer Bilder ist in Washington ohne die Zustimmung des Betroffenen verboten. Im Vorfeld sei sie gewarnt worden, dass politische Handlanger Hunderte weitere Nacktfotos hätten, die sie nach und nach publik machen würden, um sie politisch zu brechen.

Hill: Fokus der Öffentlichkeit soll auf Amtsenthebungsverfahren liegen

"Ich gehe wegen einer frauenfeindlichen Kultur, die hämisch meine Nacktfotos konsumiert (und) Profit aus meiner Sexualität geschlagen hat", kritisierte Hill.

Als letzte Amtshandlung votierte sie für eine Resolution, die Regeln für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump in der Ukraine-Affäre festlegt. Sie sei auch zurückgetreten, weil sie keine Ablenkung sein wolle, sagte sie. "Es gibt nur eine Untersuchung, die die Aufmerksamkeit dieses Landes verdient, und das ist jene, über die wir heute abgestimmt haben."

Nancy Pelosi, die Frontfrau der Demokraten, würdigte nach Berichten mehrerer US-Medien das Engagement der jungen Abgeordneten. Doch Hill habe "einige Fehleinschätzungen" gemacht, die ihren weiteren Dienst als Kongressmitglied "unhaltbar" machten.

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