ZDFheute

Anklage gegen Ex-DFB-Funktionäre

Sie sind hier:

Affäre um WM-Vergabe 2006 - Anklage gegen Ex-DFB-Funktionäre

Schweizer Bundesanwaltschaft

Datum:

In der Affäre um die Fußball-WM 2006 erhebt die Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage gegen die früheren DFB-Funktionäre Zwanziger, Niersbach und Schmidt.

Was auch immer um die Vergabe der WM 2006 geschah, die Schlüsselfiguren sind nicht unbedingt die vier Funktionäre, denen nun in der Schweiz der Prozess droht. Drahtzieher waren wohl Ex-FIFA-Funktionär bin Hammam und Ex-adidas-Chef Dreyfus.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) wirft den ehemaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger, dem früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie dem früheren FIFA-Generalsekretär Urs Linsi vor, "arglistig über den eigentlichen Zweck einer Zahlung in der Höhe von 6,7 Millionen Euro getäuscht zu haben."

Vorwurf: Betrug in Mittäterschaft und Beihilfe

Zwanziger, Schmidt und Linsi wird Betrug in Mittäterschaft vorgeworfen. Niersbach wird die Gehilfenschaft zu Betrug angelastet, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Gleichzeitig teilte die BA mit, dass das Verfahren gegen den damaligen OK-Boss Franz Beckenbauer separat weitergeführt wird. Grund ist der gesundheitliche Zustand Beckenbauers, der "eine Teilnahme oder Einvernahme an der Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht nicht zulässt." Dadurch könnte das Verfahren wegen Verjährung eingestellt werden.

Verjährfrist rückt näher

Die BA hatte das Verfahren gegen die Beschuldigten am 6. November 2015 eröffnet. Bis Ende April 2020 muss ein erstinstanzliches Urteil des Bundesstrafgerichts in Bellinzona vorliegen, um die Verjährung zu vermeiden. Welche Strafen Zwanziger, Schmidt und Linsi sowie Niersbach drohen, ließ die BA zunächst offen.

Konkret geht es um die 6,7 Millionen Euro, die 2005 vom deutschen WM-Organisationskomitee über den Weltverband FIFA mutmaßlich an den früheren adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus überwiesen worden sind. Exakt diese Summe war drei Jahre zuvor offenkundig in Form von Vorleistungen von Beckenbauer, der zentralen Figur im ganzen Skandal, und Louis-Dreyfus an den früheren FIFA-Skandalfunktionär Mohamed bin Hammam nach Katar geflossen. Für die Überweisung an die FIFA täuschten die WM-Macher 2005 vorsätzlich einen Anlass - ein WM-Kulturprogramm - vor. Weil sich die Zahlung durch die Verschleierung für den DFB allerdings später auch steuermindernd auswirkte, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

ZDFzoom: FIFA - Das Foulspiel der Mächtigen

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.