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Afghanistans Jugend - "Alles, nur nicht die Taliban"

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Die USA reden mit den Taliban über ein Friedensabkommen für Afghanistan. Der Preis der Islamisten: eine Regierungbeteiligung. Afghanistans Jugend fürchtet um ihre kleine Freiheit.

Afghanistan hat sich verändert: Seit dem Ende der Taliban-Herrschaft gibt es wieder Cafés und Restaurants – sowie Musik. Nur wenige Jugendliche in Afghanistan haben die Herrschaft der Taliban noch selbst erlebt, sehr wohl aber Anschläge und Attentate.

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Afghanistan hat sich verändert - seit dem Ende der Taliban-Herrschaft vor 18 Jahren. In Kabul gibt es Cafés und Restaurants, unter jungen Leuten herrscht eine Lässigkeit, die mit dem rigorosen Regime der Fundamentalisten unvereinbar gewesen wäre.

"Wenn meine Mutter mir von damals erzählt - es muss entsetzlich gewesen sein", sagt die Studentin Zarah Haidari in fließendem Englisch. Die junge Frau besucht eine amerikanische Schule in Kabul. "Und wenn ich jetzt höre, dass die Taliban womöglich wieder an der Regierung beteiligt werden, bekomme ich Angst."

Angst vor der Zukunft

Auch Zabihullah Amanzada macht sich große Sorgen um die Zukunft. Er hat in den vergangenen Jahren eine Videothek aufgebaut. Das Geschäft mit Hollywood-Produktionen, Action- und Comedy-Filmen läuft gut. "Wenn die Taliban wieder mit an der Macht sind, wird es meinen Laden nicht mehr geben", ist sich Amanzada sicher.

In Afghanistan sieht ZDF-Reporter Roland Strumpf die „kleinen Freiheiten" für Jugendliche und Frauen gefährdet, wenn die amerikanischen Streitkräfte abziehen: „Niemand wird sie ihnen garantieren können".

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Auf dem Land in Afghanistan hat sich jedoch wenig verändert in den vergangenen Jahren. Hohe Arbeitslosigkeit, die Menschen haben kaum Zugang zu Bildung, es herrscht vielerorts bittere Armut. Ein Arbeiter in einer Ziegelei zum Beispiel verdient weniger als einen Euro am Tag. Junge Menschen sind froh, wenn sie überhaupt eine Beschäftigung finden.

In der afghanischen Provinz Bamian gibt es weit oben in den Bergen eine Schule, der es an allem mangelt: es gibt nicht einmal Strom. Dafür aber Jungen und Mädchen, die sich dort trotz aller Widrigkeiten für die Universität qualifizieren.

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Nur wenige junge Afghanen haben die Herrschaft der Taliban selbst erlebt oder erinnern sich daran. Doch die Anschläge der Islamisten in den vergangenen Jahren haben viele sehr klar vor Augen. Suroosh Asadi hat vor kurzem seinen Vater bei einem Anschlag verloren. Mit Blick auf Afghanistans nächste Regierung sagt er: "Alles, nur nicht die Taliban! Sie werden weiter morden. Sie sind Mörder, mehr habe ich nicht zu sagen."  

Versöhnung - ein langer Weg

Vergebung und Versöhnung sind kaum vorstellbar, selbst bei jungen Afghanen, die keine Opfer zu beklagen haben. "Ich habe wirklich Angst", sagt die Studentin Zarah Haidari. "Ich denke, die Taliban werden versuchen, das Rad wieder zurückzudrehen, gerade jetzt, wo sich die Situation der Frauen und vor allem der jungen Generation verbessert hat."

Afghanistans Jugend hat vom Terror die Nase voll, möchte leben, wie andere Jugendliche auch - ohne Misstrauen und Gewalt. Beides zu überwinden, wird Afghanistans schwierigste Aufgabe werden.

Am 28. September finden Präsidentschaftswahlen statt. Die Taliban lehnen die Wahl ab, sie sehen die Regierung in Kabul als ein Marionettenregime und haben mit Anschlägen gedroht.

US-Verhandlungen mit Taliban

Die USA sprechen seit Juli 2018 direkt mit hochrangigen Vertretern der Taliban über eine politische Lösung des fast 18 Jahre dauernden Konflikts. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien der Taliban, dass Afghanistan nicht wieder ein sicherer Hafen für Terroristen wird. Die Gespräche sollen in innerafghanische Friedensgespräche der Taliban mit der Regierung in Kabul münden und auch einen Waffenstillstand beinhalten.

In zwei Monaten sollen in Afghanistan Präsidentschaftswahlen stattfinden, doch von geordneten Verhältnissen kann in dem Land keine Rede sein.

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Die jüngste Gesprächsrunde wurde am Montag jedoch ohne Anzeichen auf ein Friedensabkommen beendet. Vertreter beider Seiten kündigten an, mit ihrer jeweiligen Führung über die nächsten Schritte zu beraten. Der US-Gesandte Zalmay Khalilzad twitterte, die am 3. August begonnenen Gespräche seien "produktiv" gewesen, und er reise für Rücksprachen nach Washington. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid bezeichnete die Gespräche als "lang und nützlich".

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