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Agrarminister zu Fipronil-Skandal - "Keine komplette Entwarnung"

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Agrarminister Christian Schmidt kann im Fipronil-Skandal noch keine Entwarnung geben. Der CSU-Politiker fordert im ZDF-Interview europaweite Ermittlungen. Erst wenn alle Produkte - bis hin zu Nudeln, Mayonnaise und Eisersalat - überprüft wurden, sei die Krise vorüber. "Keine Sekunde vorher."

Agrarminister Christian Schmidt kann im Fipronil-Skandal noch keine Entwarnung geben. Der CSU-Politiker fordert im ZDF-Interview europaweite Ermittlungen.

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ZDF: Belgien wusste bereits Anfang Juni von Fipronil in Eiern, hat aber erst über einen Monat später die EU-Partner informiert. Was nützt dann ein Frühwarnsystem?

Christian Schmidt: Das nützt dann nichts, wenn das so stattfindet. Es muss klar sein, dass solche Informationen schnell und zügig für alle, die betroffen sein können zur Verfügung stehen. Ich habe das meinem belgischen Kollegen heute auch sehr deutlich gesagt. Er hat jetzt große Transparenz zugesagt und wir spüren auch, dass sich der Wind gedreht hat.

ZDF: Berechnungen belegen, dass schon seit 2016 an die Firma Chickfriend geliefert wurde. Besteht nicht die Gefahr, dass schon Milliarden Eier verspeist wurden?

Schmidt: Meine Magensäfte, wenn ich das mal so sagen darf, sind keine Ermittlungsbehörden. Aber meine Magensäfte sagen mir, dass wir sehr prüfen müssen und ganz Europa gecheckt werden muss, ob hier ein Netzwerk von kriminellen Machenschaften unterwegs ist. Da müssen die Staatsanwaltschaften und wir ran.

Übrigens: Wenn Staatsanwaltschaften ermitteln, - wie das in Belgien, den Niederlanden und jetzt auch in Deutschland der Fall ist - heißt das nicht, dass sie Dinge für sich geheim halten. Oberstes Prinzip ist, dass, wenn wir erfahren, dass irgendwo Lebensmittel beeinträchtigt sind, dann hat der Verbraucher Vorrang vor allen anderen Verfahren. Und das wird, denke ich, inzwischen auch in Belgien und den Niederlanden so gesehen.

ZDF: Können Sie denn jetzt den deutschen Verbrauchern Entwarnung geben?

Schmidt: Ich kann keine komplette Entwarnung geben. Eine solche Situation ist erst dann klar, wenn wir wirklich ins letzte Eck geschaut haben. Ich kann sagen, dass die Situation ziemlich gut im Griff ist. Im Augenblick sprudeln aus den Niederlanden die Informationen, die wir eigentlich schon in den vergangenen Wochen gern gehabt hätten. Die werden überprüft. Ich denke, dass wir dann allerdings auch im Wesentlichen durch sind.

Wir müssen uns jetzt um die verarbeiteten Produkte kümmern. Was ist in Nudeln, was in Mayonnaise, was im Eiersalat? Bislang haben wir keine Hinweise, dass die stark belastet wären, aber: Ich habe heute ein Monitoring für diese Produkte angeordnet, damit wir einen Überblick gewinnen und wenn das durch ist, dann sagen wir: Die Krise ist beendet. Aber keine Sekunde vorher.

ZDF: Haben Sie Ihren Verbrauch geändert?

Schmidt: Nein. Ich bin Flexitarier. Ich esse von jedem was, von Fleisch, von Gemüse und von Eiern. Wer einen normalen Anteil hat, der muss seine Verzehrgewohnheiten nicht sehr ändern.

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