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Millionenhilfen nach Dürre - Ministerin: Keine Hilfe in Vollkasko-Manier

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Agrarministerin Klöckner spricht von einem "Witterungsereignis nationalen Ausmaßes" und sagt Millionenhilfen für dürregeschädigte Bauern zu. Im ZDF begründet sie ihren Schritt.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner hat die Hilfen für Bauern verteidigt. Für viele Landwirte sei die Lage extrem. Doch Hilfen erhielten die Bauern nur, wenn die Existenznot nachgewiesen werden kann.

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Die betroffenen Landwirte bekommen die Hilfen ohne Gegenleistungen. Sie müssen also weder ihre Anbaumethoden umstellen, noch die Tierzahlen reduzieren. Klöckner rechtfertigte im ZDF ihre Hilfszusagen mit der besonderen Situation und Aufgabe der Bauern. Es gehe dabei darum, den wirklich bedürftigen Betrieben unter die Arme zu greifen, aber "dann auch nicht in Vollkasko-Manier", betonte die CDU-Politikerin. Ihrer Ansicht nach schließen sich Nachhaltigkeit und Erntesicherheit nicht aus.

Insgesamt solle den Landwirten mit 340 Millionen Euro geholfen werden, hatte die Landwirtschaftsministerin zuvor angekündigt. Darin seien auch die Hilfen der Bundesländer enthalten. Der Bund steuere 150 bis 170 Millionen Euro bei.

Insgesamt seien durch die Dürre nach Angaben der Länder rund 10.000 Betriebe existenziell gefährdet. Die betroffenen Betriebe müssten mit einem Ertragsrückgang von 30 Prozent rechnen. Als Voraussetzung für die Hilfen erklärte Klöckner, dass es sich um ein Wetterereignis von nationalem Ausmaß handele.

Bauern: "Miserable Getreideernte"

Die deutschen Landwirte haben nach den Worten von Bauernpräsident Joachim Rukwied angesichts der Dürre in diesem Jahr eine "miserable Getreideernte" eingefahren. Die Ernte betrage 35,6 Millionen Tonnen, das sei gegenüber der durchschnittlichen Menge von 2013 bis 2017 ein Rückgang von 26 Prozent, sagte der Präsident des Bauernverbands in Berlin. "Die Ernte fällt noch schlechter aus als anfangs erwartet."

Zu der schlechten Getreideernte kämen Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und Grundfutter für die Tiere, fügte der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) hinzu. Das derzeitige Schadensbild bestätige die ersten Befürchtungen. Der Verband halte es daher für "dringend geboten, dass Bund und Länder ein Hilfsprogramm mit Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe rasch auf den Weg bringen", sagte Rukwied bei der Vorstellung der Erntebilanz.

"Die konkrete Forderung ist, den Notstand auszurufen", sagte Rukwied. Eine konkrete Zahl zu den erwarteten Hilfen nannte er nicht und betonte, er habe vor 14 Tagen lediglich erklärt, Hilfen von einer Milliarde Euro seien "wünschenswert".

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