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Kein technisches Versagen - Aichach: Fahrdienstleiter unter Verdacht

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Zwei Menschen sterben bei der Zugkollision in Aichach. Der Fahrdienstleiter soll verantwortlich sein. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen, doch vorerst außer Vollzug gesetzt.

Zugunfall bei Aichach
Zugunfall bei Aichach
Quelle: dpa

Ersten Ermittlungen zufolge sei der Unfall auf menschliches Versagen zurückzuführen, teilten Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium in Augsburg am Dienstag mit. Der Fahrdienstleiter soll für den Frontalzusammenstoß zweier Züge im schwäbischen Aichach mit zwei Toten und 14 Verletzten verantwortlich sein.

Gegen den 24-Jährigen wurde am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg Haftbefehl erlassen, dieser wurde aber unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Ermittler werfen dem zur Unglückszeit allein für die betroffene Strecke verantwortlichen Bahn-Mitarbeiter fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Gefährdung des Bahnverkehrs vor.

Erinnerungen an Bad Aibling

Der von Augsburg nach Ingolstadt fahrende Regionalzug war am Montag wenige hundert Meter vor dem Bahnhof Aichach frontal auf die Lok eines stehenden Güterzugs gefahren. Dabei kamen der 37 Jahre alte Lokführer des Personenzugs und eine 73 Jahre alte Passagierin ums Leben.

Der Fall weckt Erinnerungen an das Zugunglück von Bad Aibling, bei dem an Fasching 2016 zwölf Menschen als Folge eines Fehlers des Fahrdienstleiters ums Leben kamen. Der inzwischen rechtskräftig zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Mann hatte während des Diensts am Handy gespielt und durch mehrere fatale Fehler den Frontalzusammenstoß zweier Personenzüge verursacht.

Keine Hinweise auf technischen Defekt

Polizeisprecher Markus Trieb sagte, ob auch dieser Fahrdienstleiter abgelenkt gewesen sei, werde geprüft. "Das kann man aktuell noch nicht sagen." Ob er während der Dienstzeit sein Handy betrieben habe, sei Teil der laufenden Ermittlungen. Der Tatverdacht gegen den zur Unfallzeit allein für die Strecke verantwortlichen Mann habe sich dadurch ergeben, dass es keine Hinweise auf einen technischen Defekt gebe.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wollte sich ebenfalls mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht näher dazu äußern, was genau der Mann falsch gemacht haben soll. Ein auf Antrag der Ermittler erlassener Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt, nachdem der Haftgrund Fluchtgefahr durch Auflagen ausgeräumt werden konnte.

Ermittlungen dauern an

Neben den zwei Toten gab es auch 14 Verletzte, einer davon schwer und zwei mittelschwer. Der Zustand der Verletzten sei stabil, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungsarbeiten an der Unfallstelle dauerten auch am Dienstag noch an. Ein Ende sei nicht vor dem Abend zu erwarten, sagte der Polizeisprecher. Erst danach könne die Bergung der zwei Züge erfolgen. Nachdem diese erfolgt sei, könne die betroffene Bahnstrecke zwischen Augsurg und Ingolstadt wieder freigegeben werden. Neben Experten von Polizei und Bahn arbeitete auch ein unabhängiger Gutachter an der Unfallstelle.

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