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Nach der Pleite - Air Berlin: Sorge um die Mitarbeiter

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Nach der Insolvenz von Air Berlin sorgen sich die Gewerkschaften um die Jobs. Der Berliner Senat geht davon aus, dass ein Teil der Arbeitsplätze der zweitgrößten Fluggesellschaft Deutschlands in Gefahr ist.

Jahrelang hielt die arabische Fluglinie Etihad als Großaktionär mit seinen Geldspritzen die angeschlagene Air Berlin über Wasser. Jetzt bangen Tausende Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze, doch die Flüge sollen vorerst weiter stattfinden können.

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Nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin prüft das Land Berlin Hilfsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. "Ich gehe davon aus, dass zumindest ein Teil der Arbeitsplätze in Gefahr ist", sagte Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke). "Wir müssen als Senat rasch zu einer Verständigung darüber kommen, wie wir die betroffenen Kolleginnen und Kollegen unterstützen können." Der Berliner Senat werde dazu auch das Gespräch mit der Unternehmensführung sowie den Gewerkschaften suchen. Noch sei es aber zu früh für konkrete Festlegungen.

Die Gewerkschaftsvertreter dürfte der Berliner Senat auf seiner Seite haben. Auch ver.di will möglichst viele Arbeitsplätze retten. Im Insolvenzverfahren in Eigenregie müsse innerhalb von drei Monaten eine Lösung gefunden werden, sagte das Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Die Gewerkschaft habe "große Sorge um die Arbeitsplätze der Beschäftigten". Es brauche Transparenz und die Einbeziehung der Gewerkschaften in die weiteren Planungen. Der Gang in die Insolvenz sei ein harter Schlag für die Beschäftigten von Air Berlin.

Vereinigung Cockpit: Schock für die Mitarbeiter

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sprach gar von einem Schock für die Mitarbeiter. Doch der Luftraum wachse. "Damit sind alle Voraussetzungen gegeben, diese deutschen Arbeitsplätze zu erhalten", gab sich VC-Präsident Ilja Schulz zuversichtlich.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo sprach sich gegen eine Zerschlagung der Air Berlin aus. Alle Bereiche inklusive des Bodenpersonals und der Technik müssten gesichert werden, verlangte Tarifvorstand Nicoley Baublies. "An einer Filetierung oder einem Komplettausverkauf der Bedingungen werden wir uns nicht beteiligen."

Bundesregierung hilft mit Überbrückungskredit

Ufo begrüßte das Einschreiten der Bundesregierung mit Ad-Hoc-Maßnahmen. Der Flugbetrieb der Air-Berlin-Maschinen wird zunächst mit Hilfe eines Übergangskredit der Staatsbank KfW von 150 Millionen Euro aufrechterhalten. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) geht davon aus, dass der Kredit des Bundes den Flugbetrieb für ungefähr drei Monate absichern kann. Es gehe nun darum, nachhaltige Lösungen für den Fortbestand der Air Berlin und die Sicherung der Arbeitsplätze zu finden, fordert die Gewerkschaft Ufo.

Anfang des Jahres zählte Air Berlin rund 8.600 Mitarbeiter. Die Fluggesellschaft verhandelt unter anderem mit dem Konkurrenten Lufthansa über einen Verkauf von Betriebsteilen. Damit böte sich auch die Möglichkeit zur Einstellung von Personal, erklärte die Lufthansa. Ministerin Zypries zeigte sich zuversichtlich, dass in dieser Zeit eine Übernahme von Teilen der Airline durch die Lufthansa gelingen könnte. Sie schloss aus, dass der Bund Schulden von Air Berlin übernehmen könnte, um eine Übernahme zu ermöglichen.

Etihad: "Geschäft mit beispielloser Geschwindigkeit verschlechtert"

Der Insolvenzantrag ist der vorläufige Schlusspunkt eines jahrelangen Siechtums von Air Berlin. Der notorisch defizitäre Lufthansa-Rivale war von seinem Großaktionär Etihad immer wieder mit Krediten gestützt worden. Insgesamt haben die Araber rund 1,5 Milliarden Euro in Air Berlin gesteckt. Die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi war 2011 bei Air Berlin eingestiegen und hält nur knapp 30 Prozent an Air Berlin, diese hing damit aber de facto am Tropf von Etihad. Der Großaktionär zog nun die Reißleine.

Etihad begründete den abrupten Rückzug mit dem schlechten Geschäft von Air Berlin. Erst im April hatte Eithad weitere 250 Millionen Euro zugeschossen. "Doch das Geschäft von Air Berlin hat sich in einer beispiellosen Geschwindigkeit verschlechtert", hieß es in einer Mitteilung. Etihad könne kein weiteres Geld geben und damit das eigene Risiko erhöhen. Das Unternehmen unterstütze Air Berlin und sein Management aber dabei, eine Lösung zu finden.

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