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Bericht über neue Bieter - Air Berlin: Niki Lauda und Thomas Cook interessiert

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Neue Interessenten-Allianz im Poker um Air Berlin: Formel-1-Legende Niki Lauda hat offenbar Interesse an der insolventen Fluglinie und mit ihm der Reisekonzern Thomas Cook. Die Airline geht davon aus, dass der Flugbetrieb am Donnerstag wieder läuft - einige Piloten hätten sich wieder gesund gemeldet.

Am zweiten Tag in Folge musste Air Berlin Dutzende Flüge streichen. Ungewöhnlich viele Piloten hatten sich – wohl untereinander abgesprochen – krank gemeldet. Arbeitsministerin Andrea Nahles nannte das Verhalten der Piloten „hochgradig unsolidarisch“.

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Er selbst werde an dem Konsortium 51 Prozent der Anteile halten, kündigte Lauda im Gespräch mit dem "Kurier" aus Österreich an. Eine Lauda-Sprecherin bestätigte den Bericht. Ein Sprecher des Reisekonzerns Thomas Cook wiederholte, man sei zusammen mit Tochter Condor bereit, eine aktive Rolle bei der Restrukturierung von Air Berlin und der Tochter Niki zu spielen. Es würden alle Optionen geprüft.

Laut dem Blatt wollen Lauda und seine Partner neben der von dem Ex-Rennfahrer selbst gegründeten Air-Berlin-Tochter Niki zusätzlich 17 Maschinen von Air Berlin übernehmen. Geplant ist demnach, ausschließlich touristische Ziele auf der Kurz- und Mittelstrecke anzufliegen. Zu den ungewöhnlich vielen Krankmeldungen von Air-Berlin-Piloten sagte Lauda, diese seien "reines Gift für Air Berlin". Er verstehe nicht, "warum die Piloten einen Konkurs beschleunigen, bevor Air Berlin verkauft ist".

Winkelmann macht Flugbetrieb zur Bedingung

Auch am Mittwoch musste der Konzern rund 70 Flüge streichen und setzt für Donnerstag auf eine spürbare Besserung. Auch das Management appellierte an die Piloten, ins Cockpit zurückzukehren. "Unterstützt uns in dieser für das Unternehmen existenzbedrohenden Situation", schrieb Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann in einem offenen Brief.

Konzernchef Winkelmann versprach den Piloten, nach Auswertung der Kaufangebote Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften zu führen. "Unser Ziel ist eine geordnete Überleitung möglichst vieler Arbeitsplätze", schrieb er. "Die kurzfristige Stabilisierung des Flugbetriebs schon morgen ist die unabdingbare Voraussetzung dafür."

200 kurzfristige Krankmeldungen

"Ich kann nur an alle appellieren, Vernunft wieder einkehren zu lassen und die Flüge stattfinden zu lassen", so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Alles andere würde die Rettung der Airline gefährden.

Bereits am Dienstag waren rund 100 Maschinen am Boden geblieben, weil sich etwa 200 Piloten zum Teil kurzfristig krank gemeldet hatten. Daraufhin hatte der Generalbevollmächtigte des Unternehmens, Frank Kebekus, gewarnt: "Wenn sich die Situation nicht kurzfristig ändert, werden wir den Betrieb und damit jegliche Sanierungsbemühungen einstellen müssen."

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles kritisierte das Verhalten der Piloten als "hochgradig unsolidarisch". Air Berlin sei in einer schwierigen Lage, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Piloten belasten mit ihrem Verhalten jetzt eine vernünftige Übergabe oder einen Verkauf. Das ist nicht akzeptabel."

Zypries mahnt zügige Verhandlungen an

Air Berlin ist seit Mitte August pleite und kann nur dank eines Staatskredits über 150 Millionen Euro weiterfliegen. Interessenten können bis diesen Freitag ein Kaufangebot für den Konzern oder Teile davon einreichen.

Viele Piloten fürchten bei einer Übernahme durch Konkurrenten wie die Lufthansa oder Easyjet erhebliche Gehaltseinbußen. Sie fordern deshalb Verhandlungen mit Air Berlin darüber, nach welchen Maßstäben sie übernommen werden könnten. Dies ist auch für die Interessenten ein Knackpunkt. "Der Betriebsübergang von Personal ist die giftige Pille, die Condor, Lufthansa und Easyjet nicht schlucken wollen", sagte ein Insider aus dem Umfeld der Verhandlungen.

Die Regierung kritisierte das Vorgehen der Piloten. "Das ist durchaus ein riskantes Manöver, was da von einigen Piloten ganz offensichtlich versucht wird", warnte Dobrindt. Nahles betonte, die insgesamt rund 8.000 Beschäftigten "sollten jetzt nicht in Mithaftung genommen werden für die Einzelinteressen von einigen Piloten". Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) mahnte zügige Verhandlungen an. Zudem sollte es "möglichst wenig Störfeuer" geben - "von welchen Seiten auch immer".

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