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Verkauf von insolventer Fluglinie - Air Berlin sammelt Offerten bis 15. September

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Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin nimmt bis zum 15. September Kaufangebote entgegen. Die Fluglinie verhandelt nach eigenen Angaben mit der Lufthansa und drei weiteren Unternehmen über einen Verkauf. Auch Ryanair hat Interesse bekundet.

Die Gläubiger von Air Berlin beraten zum ersten Mal offiziell über die Zukunft der insolventen Fluggesellschaft. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller über den Einfluss der Gläubiger auf eine Verkaufsentscheidung.

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"Air Berlin wird den Investorenprozess zügig abschließen", sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft. "Kaufinteressenten haben bis zum 15. September 2017 Gelegenheit, ihre Angebote abzugeben." Er widersprach jedoch Informationen aus dem Umfeld des Gläubigerausschusses, wonach die Bieterfrist schon am 13. September ende und das Gremium zwei Tage später bereits erste Entscheidungen treffen könne. Eine Gläubigerversammlung werde es zu einem späteren Zeitpunkt geben, sagte der Sprecher.

Verhandlungen mit Lufthansa und weiteren Interessenten

Air Berlin verhandelt nach eigenen Angaben mit der Lufthansa und drei weiteren Unternehmen über einen Verkauf. Als Interessenten für Teile der Fluggesellschaft gelten neben der Lufthansa die britische Easyjet und der Ferienflieger Condor. An diesem Mittwoch ist ein Gespräch mit dem Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl geplant, der die Fluggesellschaft als Ganzes übernehmen will.

Lufthansa ist vor allem an der Touristik-Tochter Niki interessiert und bietet auch für die Langstreckenflotte der Air Berlin. Insidern zufolge bietet die Lufthansa für bis zu 90 der rund 140 Maschinen, den Ferienflieger Niki eingeschlossen. Damit würden bis zu 3.000 der insgesamt 8.600 Beschäftigten zum deutschen Marktführer wechseln, und zwar ausschließlich fliegendes Personal. "Im jetzt vorliegenden Konzept geht es um die Crews", sagte der Insider.

Air Berlin tat sich schwer damit, ein profitables Langstreckengeschäft aufzubauen. Dafür war die Flotte mit 17 Jets zu klein. Zudem waren auf den Verbindungen von und nach Berlin Geschäftsreisende, die sehr viel für ein Ticket ausgeben, rar. Wegen massiver operativer Probleme am Flughafen Tegel gab Air Berlin jüngst bei Langstreckenflügen Düsseldorf den Vorrang.

Ryanair an Teilen interessiert

Interesse an einem Kauf von Air Berlin hat auch der irische Billigflieger Ryanair bekundet - allerdings nur an Teilen, wie Marketingchef Kenny Jacobs jetzt klarstellte. "Wir interessieren uns für einige Vermögenswerte von Air Berlin, hauptsächlich die Routen, die wir betreiben könnten", sagte Jacobs in Dublin. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte dagegen in der vergangenen Woche erklärt, eine komplette Übernahme von Air Berlin in Betracht zu ziehen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) warnt jedoch vor einem solchen Schritt. "Ryanair ist ein arbeitnehmerfeindliches Unternehmen. Das Geschäftsmodell ist frühkapitalistisch", sagte er dem "Tagesspiegel". Er glaube vielmehr, "es ist für alle Beteiligten unstrittig, dass bei mehreren seriösen Bewerbern die Lufthansa für Verlässlichkeit steht".

O'Leary hatte kritisiert, eine Zerschlagung von Air Berlin sei in einem "abgekarteten Spiel" eingefädelt worden, damit sich die Lufthansa einen großen Teil der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft einverleiben könne.

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