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Flugbetrieb endet am 27. Oktober - Air Berlin: Noch 19 Tage in der Luft

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Air Berlin muss den Flugbetrieb voraussichtlich Ende Oktober einstellen. Nach "gegenwärtigem Erkenntnisstand" sei ein "eigenwirtschaftlicher Flugverkehr" ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich, teilte das Unternehmen mit. Der Flugverkehr der nicht insolventen Töchter Niki und LG Walter sei nicht betroffen.

Seit der Pleite von Air Berlin wurden auf der Pressekonferenz erstmals Details des geplanten Verkaufs der Fluggesellschaft vorgestellt. 16 Angebote habe es für die Airline gegeben, mit 2 Bietern werde nun ernsthaft verhandelt.

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Nach einem Verkauf von Konzernteilen könne in der Zeit bis zur kartellrechtlichen Genehmigung der Flugbetrieb aber im Rahmen von Leasingvereinbarungen fortgesetzt werden. Der Konzern verhandelt noch bis zum 12. Oktober mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet exklusiv über den Kauf von Teilen der Fluggesellschaft. Nach Abschluss der Kaufverträge müsse Air Berlin aus insolvenzrechtlichen Vorgaben "die eigene Geschäftstätigkeit Zug um Zug beenden".

"Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr (also Flugverkehr unter dem IATA-Airline-Code AB) im eröffneten Insolvenzverfahren ist nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich", heißt es auch in einem internen Mitarbeiterbrief der Geschäftsführung, der dem ZDF vorliegt.

Konzern zu Mitarbeitern: Auf Arbeitsmarkt umschauen

Vorstandschef Thomas Winkelmann und der Generalbevollmächtigte im Insolvenzverfahren, Frank Kebekus, erinnerten in einem Brief daran, dass die vereinbarte Exklusivität der Verkaufsverhandlungen mit Lufthansa und Easyjet an diesem Donnerstag enden werde. "In wenigen Tagen werden wir mehr wissen", hieß es zum Stand der Gespräche. Nicht jeder Air-Berlin-Mitarbeiter werde bei den Käufern eine neue Anstellung finden. Deshalb sollte sich jeder aktiv auf dem Arbeitsmarkt umschauen.

"Wir unterstützen Euch dabei nach Kräften und haben daher bereits in dieser Woche zwei Jobmessen für Euch organisiert. Nutzt diese Angebote." Die erste Jobmesse soll am Dienstag in Berlin stattfinden. Unter anderem ist geplant, dass sich Unternehmen wie BASF, Deutsche Bahn, Toll Collect und Zalando den Jobsuchenden präsentieren.

Die Geschäftsführung von Air Berlin lud zudem den Berliner Senat ein, eine Jobmesse zu organisieren. "Bei der Verwaltung des Landes Berlin sind derzeit rund 4.000 Stellen nicht besetzt." Berlins Staatskanzleichef Björn Böhning hatte kürzlich angekündigt, den Mitarbeitern von Air Berlin freie Stellen im Berliner Landesdienst anzubieten.

Cockpit: Erst wenige Bewerbungen von Piloten

Nach Einschätzung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit haben sich bislang erst sehr wenige Air-Berlin-Piloten einzeln bei anderen Fluggesellschaften beworben. "Wir schätzen, dass von den 1250 Kollegen vielleicht 20 bis 50 diesen Schritt gegangen sind", sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Betriebsrat wolle bei den in dieser Woche anlaufenden Sozialplan-Verhandlungen weiterhin kollektive Übergangsregeln erreichen, um soziale Gesichtspunkte zu berücksichtigen, erklärte der Gewerkschafter. Nur so könne eine "Rosinen-Pickerei" der aufnehmenden Gesellschaften verhindert werden, die ansonsten besonders alte, teure oder aufmüpfige Piloten nicht einstellen würden. Die VC wolle beispielsweise erreichen, dass Familienväter und -mütter gegenüber Singles bevorzugt würden.

Die Personalvertretung "Kabine" reagierte mit Unverständnis und Sarkasmus auf die aktuelle Entwicklung. In einer internen "Sonderinfo" an die Beschäftigten, die dem ZDF ebenfalls vorliegt, heißt es: "Die frühere Aussage unserer Geschäftsleitung, man sei natürlich vorrangig auch um die Unterbringung der Mitarbeiter bemüht, gipfelt nun in dem Hinweis auf eine 'Jobbörse', bei der unter anderem andere Fluggesellschaften Jobs anbieten. Zu Einsteigerkonditionen. So sieht also Fürsorge und Kümmern à la Air Berlin aus? Toll." Ein faires Job-Angebot sehe anders aus. "Ein verantwortlicher Mitarbeitertransfer zwecks sozialverträglichem Erhalt von Arbeitsplätzen ist das definitiv nicht", endet das zweiseitige Papier der Personalvertretung.

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