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Keine neuen Bestellungen - Airbus A380 droht das Aus

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Klingt nicht nach einer Fortsetzung: Wenn es weiter keine neuen Bestellungen gebe, werde die Produktion des Riesen-Airbus A380 eingestellt, so Verkaufsdirektor Leahy.

Ein Airbus A380
Die britische Anti-Korruptionsbehörde hat Ermittlungen gegen Airbus eingeleitet. Es gehe um "Betrug, Bestechung und Korruption" in der zivilen Luftfahrtsparte, teilte die Behörde mit. Quelle: dpa

Ohne eine neue Bestellung der Golf-Airline Emirates steht der weltgrößte Passagierjet A380 nach Angaben von Airbus-Verkaufschef John Leahy vor dem Aus. "Ganz ehrlich: Wenn wir keinen Deal mit Emirates aushandeln können, gibt es glaube ich keine andere Wahl, als das Programm zu beenden", sagte Leahy am Montag in einer Telefonkonferenz. Emirates sei derzeit wahrscheinlich die einzige Airline im Markt, die für einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren mindestens sechs Flugzeuge jährlich abnehmen könne. "Aber ich bin zuversichtlich, dass wir einen Deal mit Emirates aushandeln, und andere (Airlines) können dann noch Flugzeuge hinzufügen."

Sorgenkind von Airbus

Die A380 ist seit Jahren das Sorgenkind von Airbus, bei den Bestellungen herrscht Flaute. Der Flugzeugbauer fährt deshalb bereits die Produktion zurück und hofft, so die Durststrecke zu überstehen, bis das Interesse an dem Großraumflieger wieder anzieht. Großkundin Emirates hat mit 142 Jets fast die Hälfte aller jemals georderten A380 bestellt. Auf der Luftfahrtmesse in Dubai war im November eigentlich ein neuer Großauftrag für A380-Jets erwartet worden, dies hatte die Airline aber dann platzen lassen.

Airbus hängte derweil seinen größeren Rivalen Boeing bei den allgemeinen Flugzeugbestellungen 2017 ein weiteres Mal ab. Nach Abzug von Stornierungen verbuchte Airbus Aufträge über 1.109 Verkehrsflugzeuge und damit 197 mehr als die US-Amerikaner. Mit 718 ausgelieferten Passagier- und Frachtjets gelang Airbus zudem eine neue eigene Bestmarke. Dennoch mussten sich die Europäer den Amerikanern hier geschlagen geben: Mit 763 Auslieferungen blieb Boeing wie erwartet der weltgrößte Flugzeugbauer.

Im Herbst hatte die Airbus-Führung allerdings noch bezweifelt, die Marke von gut 700 ausgelieferten Jets überhaupt zu schaffen. Denn der europäische Flugzeughersteller hatte bis zuletzt mit Problemen seiner Zulieferer zu kämpfen. Das galt vor allem für den US-amerikanischen Triebwerksbauer Pratt & Whitney, der für Antriebe des modernisierten Mittelstreckenjets A320neo verantwortlich zeichnet. Die Lösung der Triebwerksprobleme verzögerte auch die Auslieferung der Flugzeuge.

Erfolgsgeschichte geplant

Vor zehn Jahren sah es so aus, als könne der A380 eine Erfolgsgeschichte werden: Nach dem ersten kommerziellen Flug für Singapur Airlines nach Sydney am 25. Oktober 2007 kamen viele Aufträge. Seitdem wurden insgesamt 317 Maschinen bestellt. 218 lieferte Airbus an 13 Gesellschaften aus. Der mit Abstand treueste Kunde ist die Fluggesellschaft von Dubai, Emirates. Auf sie entfallen über 140 Bestellungen, also knapp die Hälfte des Gesamtvolumens. Deutlich zurückhaltender sind Airlines in der EU: Die Lufthansa etwa hat nach Angaben von Airbus 14 Maschinen vom Typ A380 im Einsatz. Seit Januar 2016 schon bleiben neue Aufträge für den Riesenflieger aus.

Bei der internationalen Luftfahrtausstellung in Le Bourget bei Paris im Juni hat Airbus deshalb eine neue Modellreihe namens "A380Plus" vorgestellt. Damit sollte das Flaggschiff aerodynamischer werden und Kerosin sparen. Durch eine neue Aufteilung im Innenraum sollen 80 Sitze mehr möglich sein, insgesamt können damit bis zu 575 Passagiere Platz finden. Dadurch sollen die Kosten pro Sitz um 13 Prozent sinken, verspricht Airbus. Bei der Luftfahrtausstellung in Dubai hofft Airbus auf erste Aufträge für den "A380Plus".

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