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Kampfjet-Projekt - Airbus und Dassault vereinbaren Kooperation

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Offenbar fehlen nur noch Details der Auftraggeber Deutschland und Frankreich: Airbus und Dassault Aviation sollen den neuen europäischen Kampfjet bauen.

Eurofighter Typhoon
Der Nachfolger des Eurofighter Typhoon soll entwickelt werden.
Quelle: picture alliance / empics

Die Flugzeugbauer Airbus und Dassault haben eine Kooperation zum Bau eines neuen europäischen Kampfjets vereinbart. Dazu und zu weiteren Rüstungsprojekten hätten die beiden Firmen eine entsprechende Absichtserklärung zum "Future Air Combat System" (FCAS) unterzeichnet, erklärten Dassault-Chef Eric Trappier und der für Rüstung zuständige Airbus-Manager Dirk Hoke. Das FCAS-Programm soll ein Kampfflugzeug, Drohnen sowie Kommunikationsinfrastruktur umfassen. Nun warteten die Unternehmen darauf, dass sich Deutschland und Frankreich auf Details einigten und diese bekanntgeben.

Jet soll auch Drohnen steuern können

Das soll nach Angaben aus Bundeswehrkreisen am Rande der Berliner Luftfahrtausstellung ILA geschehen, die die nächsten Tage stattfindet. Die Regierungen der beiden Länder hätten sich grundsätzlich auf die Kernaufgaben des neuen Kampfjets geeinigt, der langfristig den Eurofighter beziehungsweise die Rafale ablösen soll, hieß es. Ein entsprechendes Dokument solle bald unterzeichnet werden.

Danach soll der neue Jet alleine einsatzfähig sein, aber auch einen ganzen Waffenverbund steuern können, dem zusätzlich etwa Drohnen angehören. Das Flugzeug solle in verschiedenen Rollen sowohl defensive als auch offensive Missionen fliegen können. Offen sei bislang allerdings, ob der neue Jet nur auf den bemannten oder auch auf den unbemannten Einsatz ausgerichtet werde. Der Betrieb des Flugzeugs solle mit eingeschränkten Fähigkeiten ab 2040 beginnen.

Kosten wohl im zweistelligen Milliardenbereich

Die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets ist mit Abstand das größte Vorhaben auf der deutsch-französischen Projektliste, auf die sich die beiden Länder vergangenes Jahr grundsätzlich verständigt hatten. Ein gemeinsamer Fahrplan dafür sollte nach früheren Planungen bis Mitte 2018 stehen.

Die Kosten für das Projekt dürften in den kommenden Jahrzehnten für die beiden Länder deutlich im zweistelligen Milliardenbereich liegen. Frankreich hatte sich in den 80er Jahren aus dem Eurofighter-Programm zurückgezogen, um mit Dassault die Rafale zu bauen. Am Bau des Eurofighters sind Airbus, die italienische Leonardo und die britische BAE beteiligt.

Entwicklung neuer Seefernaufklärungs-Flugzeuge

Deutschland und Frankreich wollten auch die gemeinsame Entwicklung neuer Seefernaufklärungs-Flugzeuge prüfen, zu deren Aufgaben vor allem die U-Boot-Jagd zählt, hieß es in Bundeswehrkreisen. Deutschland und Frankreich hätten sich bereits grundsätzlich auf die Anforderungen geeinigt, hieß es. Ein entsprechendes Dokument solle ebenfalls bei der ILA unterzeichnet werden. Danach soll das Flugzeug bis 2035 voll einsatzfähig sein und fähig, in unterschiedlichen Klimata zu fliegen und auf unterschiedlich gut ausgebauten Flugplätzen zu starten und zu landen. Kernaufgabe des neuen Seefernaufklärers werde die U-Boot-Jagd sein, darauf solle das Flugzeug optimiert werden. Außerdem solle es Aufklärungs- und Unterstützungseinsätze übernehmen können.

Deutschland fliegt bisher acht Maschinen des Typs P-3C Orion, Frankreich die Breguet Atlantique 2. Die viermotorige P-3C Orion ist das größte Kampfflugzeug der Bundeswehr. Sie hat eine Reichweite von rund 2.500 Kilometern, kann große Seegebiete überwachen und mit Torpedos Jagd auf U-Boote machen. Im vergangenen Sommer hatten sich beide Länder darauf verständigt, nach einer gemeinsamen Lösung zum Ersatz der alternden Maschinen zu suchen.

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