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Aktenzeichen XY... ungelöst - Groß angelegte Suche nach vermisster Frau

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Tabita Cirvele ist seit 2016 verschwunden. Jetzt soll eine öffentliche Suche in der Sendereihe "Aktenzeichen XY... ungelöst" neue Hinweise auf das Verbleiben der Frau bringen.

Tabita Cirvele
Tabita Cirvele ist seit September 2016 verschwunden.
Quelle: Polizei

Der Fall der vermissten 49-jährigen Frau ist - wie so viele Vermisstenfälle - deswegen besonders schwierig, weil die Ermittler zuerst einmal klären müssen, ob eine Person freiwillig verschwindet oder ob sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Genau das ist auch die Ausgangsfrage im Fall der vermissten Tabita Cirvele. Fest steht: Am 24. September 2016 war ihr Handy zum letzten Mal in einer Funkzelle eingeloggt.

Zu diesem Zeitpunkt lebte sie mit ihrem Mann in Reutte im österreichischen Tirol, wohin die beiden 2012 gezogen waren. Doch den Kontakt zu ihrer Heimat Münster und zu ihrer Schwester hatte Tabita nicht aufgegeben. Ebensowenig wie denjenigen zu ihrem demenzkranken Vater, den sie regelmäßig in seinem Pflegeheim in Münster besuchte. Vieles deutet darauf hin, dass sie sich in Reutte nicht wirklich zu Hause fühlte und fest steht, dass sich Tabita Cirvele und ihr Mann längst nicht mehr so gut verstanden wie im Jahr ihres Umzugs nach Österreich.

Eine Frau zwischen zwei Männern

Das ist möglicherweise auch der Grund dafür, dass sich die 49-Jährige auf eine neue Beziehung eingelassen hatte - zu einem Mann, den sie bei einem ihrer Besuche im Pflegeheim kennengelernt hatte. Aus der anfänglichen Sympathie zwischen den beiden wurde ein Liebesverhältnis, das Tabita Cirvele ihrem Mann verschwieg. Ihn verlassen wollte sie zu diesem Zeitpunkt nicht.

Auch ein vehementer Streit zwischen ihr und ihrem Mann wenige Tage vor dem Verschwinden führte nicht zu einer Trennung. Obwohl der Streit so heftig war, dass er sogar bei der zuständigen Polizei aktenkundig wird. Nachbarn hatten die laute Auseinandersetzung gehört und die Polizei gerufen. Die Beamten sahen allerdings keine Anzeichen einer Gewaltanwendung und die Aussagen von Tabita Cirvele und ihrem Mann blieben vage, gegenseitige Beschuldigungen machten sie nicht.

Ermittlungen zum Verschwinden schwierig

Diese Ausgangslage macht die Ermittlungen für die zuständige Polizei vom Landeskriminalamt Tirol nicht einfacher. Gesicherte Fakten gibt es nur sehr wenige. So steht fest, dass das Handy von Tabita Cirvele am 24. September 2016 um 7 Uhr morgens zum letzten Mal in einer Funkzelle angemeldet war. Wenige Stunden zuvor hatte sie ihrem Liebhaber ein letztes Mal per SMS geschrieben. Ein Hinweis darauf, dass sie kurz danach verschwinden könnte, findet sich darin allerdings nicht. Die Mordkommission, die bei Vermisstenfällen die Ermittlungen übernimmt, fand auch heraus, dass am 23. September vom Konto des Ehepaares 2.200 Euro abgehoben worden waren - von wem ist unbekannt.

Die Suche nach vermissten Personen - wie im Fall von Tabita Cirvele - ist ein sehr umfangreicher Teil der Kripo-Arbeit. Beim Bundeskriminalamt sind 2018 über 13.000 Fälle anhängig. Neben den Vermisstenanzeigen zählen dazu auch alle Fälle von nicht identifizierten Toten. Viele Fälle klären sich schnell auf, weil die Vermissten wieder auftauchen. Es bleiben aber - wie im Fall Tabita Cirvele - drei Prozent (knapp 400 Fälle) übrig, die länger als ein Jahr verschwunden bleiben.

Ermittler hoffen auf neue Aspekte

Am 10. Oktober 2016 wurde Tabita Cirvele schließlich von ihrem Ehemann als vermisst gemeldet und die Polizei konnte offiziell die Ermittlungen aufnehmen. Er hatte von der Schwester der Verschwundenen von deren Plänen erfahren, sich ein paar Wochen zurückzuziehen, und ließ daraufhin diese Zeit verstreichen bis zu einer Vermisstenanzeige.

Der Liebhaber von Tabita hingegen gab sich damit nicht zufrieden. Auf seiner Facebook-Seite erinnerte er öffentlich an das Verschwinden und den Stand der Ermittlungsarbeit. "Es gibt nichts Neues", musste Walter Pupp, Leiter des LKA Tirol im vergangenen Herbst feststellen. Jetzt soll die Öffentlichkeitsfahndung in "Aktenzeichen XY...ungelöst" neue Aspekte für die Fahndung bringen und im besten Fall die Umstände des Verschwindens aufklären.

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