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Aktion von AOK und ADFC - Unterwegs zum fahrradfreundlichen Pendeln

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Mit der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" wollen AOK und ADFC Berufspendlern den Umstieg auf das Fahrrad schmackhaft machen. Dagegen steht ein ständiger Kampf auf den Straßen.

Radfahrer im Straßenverkehr
Der Anteil der Fahrradpendler hat sich in den letzten zehn Jahren von neun auf elf Prozent erhöht, so der Allgemeine Deutsche Fahrradclub.
Quelle: imago

Jahrelang fuhr Cerstin Barmbrock die zwanzig Kilometer von ihrem Wohnort Norderstedt jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit nach Hamburg-Bahrenfeld. Dort arbeitet sie im Desy, einem der weltweit führenden Beschleunigerzentren, als Assistentin des kaufmännischen Direktors. Doch dann zerrten die Staus auf der A 7 zunehmend an ihren Nerven. "Seit vier Jahren bin ich nun Floater - immer, wenn es das Wetter zulässt, steige ich aufs E-Bike", sagt die 58 Jährige.

Mehr Gesundheit, weniger CO2

Cerstin Barmbrock liegt im Trend. "Der Anteil der Fahrradpendler hat sich in den letzten zehn Jahren von neun auf elf Prozent erhöht", teilt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) gegenüber heute.de mit. Dazu beigetragen haben auch Kampagnen wie die von ADFC und AOK initiierte Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit", die am 1. Mai zum achtzehnten Mal startet.

"Ziel der Initiative ist es, die Teilnehmer zu motivieren, das Fahrrad im Alltag häufiger zu gebrauchen und so die eigene Gesundheit aktiv zu fördern", erklärt Jörn Hons von der AOK Bremen. "Durch das konkrete Gemeinschaftserlebnis soll auch das Betriebsklima in den teilnehmenden Betrieben verbessert - und durch gesündere Mitarbeiter auch der Krankenstand gesenkt werden. Viele Fahrradfahrer bedeuten zudem weniger CO2-Belastung in der Stadt."

Fitter und motivierter

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO lassen sich Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen effektiv entgegenwirken, wann man fünf Mal pro Woche je 30 Minuten Rad fährt. "Fahrradpendler sind durchschnittlich zwei Tage pro Jahr weniger krank, als ihre Kollegen, die mit dem Auto oder dem Personennahverkehr zur Arbeit kommen", teilt der ADFC ergänzend mit. "Außerdem sind sie nachweislich fitter, zufriedener und motivierter."

Das sind Befunde, die auch immer mehr Unternehmen dazu anregen, sich mit dem Thema Radfahren zu beschäftigen. Beispielsweise haben sich bislang rund dreißig Unternehmen vom ADFC als fahrradfreundlicher Arbeitgeber zertifizieren lassen. In Hamburg gehört das Desy dazu - auf Initiative von Cerstin Barmbrock, die nach der Teilnahme an der Kampagne "Stadtradeln" des kommunalen "Klima-Bündnis" weitere Möglichkeiten suchte, das Rad-Pendeln zu unterstützen.

Mit dem Scout durch den Verkehrsdschungel

Dabei erfuhr sie, dass sich ihr Arbeitgeber als "fahrradfreundlich" zertifizieren lassen kann, wenn er einen Fahrradbeauftragten ernennt und für diese Tätigkeit fünf bis acht Stunden im Monat freistellt. Das Desy war schon vorher an dem Thema dran - unter anderem mit der Bereitstellung von Dienst- sowie Lastenrädern - und griff den Vorschlag auf.

Seit ihrer Ernennung zur Fahrradbeauftragten im letzten Sommer hat Cerstin Barmbrock schon einige Aktivitäten losgetreten. So kommt zweimal im Jahr ein mobiler Fahrradservice ins Haus, bei dem die Beschäftigten die Räder abgeben können. An einem speziellen Fahrrad-Tag wurden ein Sicherheitsparcours sowie ein Fahrradflohmarkt angeboten. Außerdem können sich umsteigewillige Pendler, die sich unsicher fühlen, von erfahrenen Kollegen als Scouts begleiten lassen.

200 Mitarbeiter, sieben Fahrradstellplätze

Weitere Ideen, die sie in der Pipeline hat, sind zum Beispiel ein Radlerfrühstück, Feierabendtouren und Besuche von Händlern. "Erst letzte Woche hat sich eine Kollegin in der Abteilung ein Fahrrad gekauft", sagt Cerstin Barmbrock. "Sie sagt, dass sie von allein nicht darauf gekommen wäre."

Seit sie erfahren hat, dass bei Neubauten für 200 Mitarbeiter nur sieben Fahrradstellplätze gesetzlich vorgeschrieben sind, verhandelt Barmbrock mit der Bauabteilung des Unternehmens, damit bei den geplanten Erweiterungen freiwillig mehr Plätze angeboten werden. Außerdem vertritt sie ihren Arbeitgeber im Projekt "Move Hamburg", das Unternehmen bei der Einführung emissionsarmer Mobilitätsangebote unterstützt.

Unsicherheit als größtes Hindernis

"Ich bin jetzt seit einem Jahr in dieser Bewegung und rechtzeitig auf einen fahrenden Zug aufgesprungen", sagt Barmbrock. "Das Thema Mobilität ist sehr stark im Aufwind." Als großen Hemmschuh für das Umsteigen aufs Fahrrad sieht sie allerdings die Situation auf den Straßen. "Das ist ein täglicher Kampf", sagt sie. "Viele Radfahrer fühlen sich unsicher."

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