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Kurswechsel für mehr Wohnraum gefordert

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Bündnis stellt Akutplan vor - Kurswechsel für mehr Wohnraum gefordert

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Für mehr und mehr Menschen wird die Chance auf eine neue Wohnung immer kleiner. Das Bündnis "Soziales Wohnen" fordert nun einen Kurswechsel in der Wohnungsbaupolitik.

Sozial- und Bauverbände fordern mehr günstige Sozialwohnungen. Denn für viele Menschen ist es schwer bis unmöglich bezahlbare Wohnungen in Großstädten zu finden.

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Sie sind quasi vom Wohnungsmarkt abgehängt: Geringverdiener, Ältere, Behinderte, Asylsuchende. Doch selbst für Durchschnittsverdiener in der Mittelschicht sind Neubaumieten kaum noch zu bezahlen. Für mehr und mehr Menschen wird die Chance auf eine neue Wohnung immer aussichtsloser.

Fünf soziale Organisationen und Verbände der Bauwirtschaft haben sich zusammengeschlossen und schlagen nun gemeinsam Alarm. In Berlin hat das Bündnis "Soziales Wohnen" jetzt Bund, Länder und Kommunen zu einem konsequenten Kurswechsel in der Wohnungsbaupolitik aufgefordert.

Bündnis fordert Bauoffensive für Sozialwohnungen

Dafür hat das Bündnis einen "Akutplan für soziales und bezahlbares Wohnen in Deutschland" vorgelegt - dieser basiert auf einer gleichlautenden Studie des Pestel-Instituts in Hannover. Die Forderung an die Politik lautet: Um die Entwicklung zu bremsen, dass immer mehr Menschen vom Wohnungsmarkt ausgegrenzt werden, muss mehr gebaut werden. Bis 2030 müsse es in Deutschland wieder zwei Millionen Sozialwohnungen geben. Um dieses Ziel zu erreichen, sei der Neubau von mindestens 80.000 Sozialwohnungen pro Jahr notwendig.

Zahlen zum sozialen Wohnungsbau



Dem Bündnis gehören der Deutsche Mieterbund sowie die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie an. Mit der IG Bau, dem Baustoff-Fachhandel und dem Dachverband der Mauersteinindustrie sind aber auch wichtige Interessenvertreter der Baubranche dabei. Dass letztere auch ein ganz eigenes Interesse an einem anhaltenden Bauboom haben, dürfte auf der Hand liegen. Entscheidend für die Bauwirtschaft sei eine mittelfristig verlässliche Förderung, heißt es in der Studie. "Keiner kann erwarten, dass die Bauwirtschaft hier investiert, wenn ihr politisch keine sichere Perspektive geboten wird", sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther.

Bund, Länder und Kommunen sind gefragt

So fordert der Zusammenschluss weiter, jährlich 75.000 bereits bestehende Wohnungen zu modernisieren und danach ebenfalls dauerhaft als Sozialwohnungen bereitzustellen. Außerdem müssten 60.000 bezahlbare Wohnungen insbesondere in den Ballungsgebieten und Wachstumsregionen neu gebaut werden. Auch Städte und Gemeinden nimmt das Bündnis "Soziales Wohnen" in die Pflicht: Diese hätten rasch mehr und vor allem günstiges Bauland zu einem Preis von maximal 300 Euro pro Quadratmeter bereitzustellen.

"Der Bund muss seine Förderung dabei mehr als verdoppeln. Bei den Ländern ist eine Erhöhung um das 3,5-Fache notwendig. Das müssen Bund und Länder dann konsequent in den kommenden zehn Jahren durchhalten - unabhängig davon, wer im Kanzleramt das Sagen hat und welche Koalitionen in den Ländern regieren", gibt Matthias Günther zu bedenken. Wichtig sei es allerdings, jeden Förder-Euro auch gezielt sozial zu investieren. So dürfe beispielsweise das für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellte Geld von den Ländern nicht länger für den Bau von Mietwohnungen ohne Sozialbindung ausgegeben werden.

Kampf gegen "Wohn-Diskriminierung"

Das Bündnis fordert zudem, der "Wohn-Diskriminierung" entschieden entgegenzutreten. So sollen künftig zehn Prozent aller neuen, barrierefrei gebauten Sozialmietwohnungen betroffenen Gruppen, also Älteren, körperlich Behinderten oder Demenzkranken, zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zusammenhang spricht sich das Bündnis auch dafür aus, bundesweit in allen Kommunen "Wohn-Härtefallkommissionen" zu etablieren, die dann über das Zehn-Prozent-Kontingent der zu vergebenen Sozialwohnungen im Einzelfall entscheiden.

Die Ziele des Akutplans sind ambitioniert. Selbst wenn sie so umgesetzt würden, dürften viele Bürger vom Wohnungsmarkt abgehängt bleiben. Dazu gehören etwa verschuldete Menschen, die häufig wegen einer negativen Schufa-Auskunft keinen Mietvertrag bekommen, auch wenn die Auskunft gar keine Mietschulden betrifft.

Wohnen-Akutplan: Darum geht es

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