Sie sind hier:

Akzeptanz von Windrädern - SPD für Windräder-Prämien

Datum:

Der Ausbau der Windenergie an Land in Deutschland stockt. Das liegt auch am Widerstand der Bürger. Die SPD will diesen aufweichen.

Viele Bürger wollen keine Windräder vor der eigenen Haustür.
Viele Bürger wollen keine Windräder vor der eigenen Haustür.
Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild vom 18.01.2018

Die SPD strebt die Einführung eines sogenannten "Windbürgergeldes" an, um den Widerstand gegen Windräder vor der eigenen Haustür zu überwinden. Bürger, die Windräder in der Nachbarschaft akzeptierten und damit den Ausbau der erneuerbaren Energien ermöglichten, sollten finanziell belohnt werden. Das sagte SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

In einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe würden derzeit mehrere Konzepte geprüft, um die Akzeptanz von Windrädern zu erhöhen, betonte Miersch.

"Das reicht von der Beteiligung der Kommunen am Umsatz von Windparks bis zu einem 'Windbürgergeld', also direkten Geldflüssen für alle betroffenen Anwohner", erläuterte das SPD-Vorstandsmitglied. "Wir sollten uns im ersten Quartal des Jahres einigen."

Miersch: "Prüfstein für die große Koalition"

Die SPD will aber auch Möglichkeiten der Bürger einschränken, Windmühlen vor der Haustür auf dem Klageweg zu verhindern. Die bisherigen "langatmigen Planungsprozesse" werde sich Deutschland nicht mehr erlauben können, wenn die "enorme Transformation" der Energieversorgung bewältigt werden solle.

Der derzeitige Stillstand beim Ausbau der Windkraft gefährdet das Ziel der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien am Strom bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt er bei etwa 45 Prozent.

Miersch bezeichnete die anvisierte Offensive bei den erneuerbaren Energien als "nächsten großen Prüfstein für die große Koalition". Er verlangte von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine flexiblere Abstandsregelung für Windmühlen.

Altmaier beklagt Dauer der Verfahren

Die Koalition hatte einen Mindestabstand von 1.000 Metern zu Wohngebieten und "dörflichen Strukturen mit signifikanter Wohnbebauung" vereinbart. Der SPD-Fraktionsvize bemängelte aber, dass dabei nicht definiert worden sei, ab welcher Größenordnung eine "signifikante Wohnbebauung" vorliege. Der Vorschlag Altmaiers, schon Siedlungen ab fünf Häusern dazu zu zählen, sei für die SPD "nicht akzeptabel". Es werde eine andere Größenordnung als Definition gebraucht.

Auch Altmaier hatte bei einem Windenergiegipfel im September die Länge der Genehmigungsverfahren beklagt. Das Problem sei, dass es derzeit "so viele Windenergie-Ausschreibungen wie noch nie" gebe, zugleich aber zu wenige Baugenehmigungen vorlägen, sagte der Minister. Die Genehmigungsverfahren zögen sich immer mehr in die Länge, und es werde mehr geklagt. Der Bau von Windkraftanlagen sei "sehr stark eingebrochen".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.