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Experimente auf der ISS - Schön schwitzend eine Minirakete testen

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Ultrakalte Atome erforschen, Zellen live beobachten, eine Minirakete und Funktionskleidung testen – Astro-Alex hat viel vor auf der ISS. Ein Überblick über diverse Experimente.

Nach langer Vorbereitung ist die Sojus-Rakete aus Bajkonur mit Alexander Gerst und seinen Kollegen zur ISS-Raumstation gestartet. Die sechsmonatige „Horizons“-Expedition ist Gersts zweite Mission, bei der er ab Herbst auch das Kommando übernehmen wird.

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Pünktlich um 13:12 Uhr ging es los: Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist mit einer "Sojus"-Rakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Seine zweite ISS-Langzeitmission stellt der als Astro-Alex populär gewordene Gerst unter das Motto "Horizons" (Horizonte).

Bis zum 13. Dezember wird der 42-Jährige auf der ISS leben und erneut an zahlreichen Experimenten beteiligt sein. Eine Auswahl, basierend auf Angaben des Deutschen Raumfahrtzentrums DLR:

"Myotones": Müde Muskeln im All

"Myotones" ist eines der medizinischen Experimente, an denen Gerst teilnehmen wird. Wissenschaftler wollen damit die biomechanischen Eigenschaften des ruhenden menschlichen Muskels untersuchen. Die Ergebnisse sollen auch in die Rehabilitation nach Knochenbrüchen einfließen.

"Cal": Minilabor für große Kälte

Erst vor wenigen Tagen startete die NASA-Forschungsapparatur "Cal" (Cold Atoms Lab) zur ISS - ein Minilabor zur Erforschung ultrakalter Atome. Im "Cal" werden Atomwolken auf die kälteste Temperatur im gesamten Universum herabgekühlt - nämlich fast auf den absoluten Temperaturnullpunkt von minus 273,15 Grad Celsius. Sie können unter anderem beim Messen von Gravitationswellen und beim Entwickeln von Quantencomputern bedeutsam sein.

"Flumias": Liveblick in die Zellen

Premiere wird auf der ISS auch das Fluoreszenzmikroskop "Flumias" feiern. Das Gerät wird bei Gersts "Horizons"-Mission erstmals in einer Demonstrationsversion auf der Raumstation eingesetzt. Mit ihm lassen sich Vorgänge in Zellen live beobachten.

"Metabolicspace": Kabelsalat adé

Beim Experiment "Metabolicspace" handelt es sich um ein am Körper tragbares Analysesystem für Körper- und Stoffwechselfunktionen. Im Gegensatz zu bisherigen Messsystemen kommt "Metabolicspace" ohne hinderlichen Kabelsalat aus - es handelt sich um einen Gurt.

"Spacetex 2": Schöner schwitzen

Den Komfort von Astronauten während des Trainings verbessern soll das Experiment "Spacetex 2". Dabei handelt es sich um eine speziell für die ISS hergestellte Funktionskleidung, die den Wärmeaustausch optimieren soll.

"EML": Neue Kamera für heißen Ofen

Den sogenannten Elektromagnetischen Levitator (EML) installierte Gerst bereits am Ende seiner "Blue Dot"-Mission 2014 auf der Raumstation. Im Zuge der Mission "Horizons" soll der Hightechschmelzofen nun eine Highspeedkamera erhalten. Mit dem EML werden materialwissenschaftliche Fragen untersucht, die beispielsweise für die Optimierung industrieller Gießprozessen wichtig sind.

"Asim": Gewitterstürmen auf der Spur

Beim Experiment "Asim" der europäischen Weitraumagentur ESA geht es um Gewitterstürme in der oberen Erdatmosphäre, die seit vielen Jahren von Wissenschaftlern beobachtet werden. "Asim" soll mindestens zwei Jahre lang die Wechselwirkung zwischen Gammastrahlung, Blitzen und Entladungen in der Hochatmosphäre beobachten.

"Cimon": Maschineller Kumpel

Das mobile Assistenzsystem "Cimon" soll Gerst bei seinem Alltag auf der Station unterstützen. Damit kommt zum ersten Mal auf der ISS eine künstliche Intelligenz zum Einsatz - in "Person" eines maschinellen Assistenten, der unter anderem Stimme und Gesicht erkennen kann. Mit "Cimon" soll unter anderem die Mensch-Maschine-Interaktion mit künstlicher Intelligenz über längere Phasen erprobt werden.

Kann Minirakete auf der ISS fliegen?

Nach einer Idee aus dem Zuschauerkreis der "Sendung mit der Maus" wird Gerst zudem experimentell testen, ob auf der ISS eine mit Luft angetriebene Minirakete fliegen kann. Dafür greift der Raumfahrer ausschließlich auf Materialien zurück, die ohnehin auf der Raumstation vorhanden sind.

"Zeitkapsel": Wünsche von Schülern

Auch mit einer Zeitkapsel wird sich Gerst auf der ISS befassen. Mit wissenschaftlichen Experimenten hat die Aluminiumkugel aber nichts zu tun: Sie enthält auf einem Datenträger gespeicherte Zukunftsvorstellungen von Schülern. Gerst wird die Zeitkapsel auf der ISS versiegeln und nach seiner Rückkehr dem Bonner "Haus der Geschichte" übergeben, das sie dann 50 Jahre lang verschlossen aufbewahren wird.

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