Sie sind hier:

Deutscher Raumfahrer zur ISS - "Astro-Alex" wird Kommandant

Datum:

Am Mittwoch fliegt Alexander Gerst zurück zur ISS, übernimmt als erster Deutscher sogar das Kommando. Mit der "Horizons"-Mission krönt er eine große Raumfahrerkarriere.

Alexander Gerst vor seinem Abschlusstraining
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst vor seinem Abschlusstraining zur Mission "Horizons"
Quelle: dpa

"Als ich ein kleiner Junge war, habe ich viele Starts des Space Shuttle gesehen", blickte Alexander Gerst kürzlich in seine Kindheit zurück. "Jedes Mal klebte ich förmlich am Fernseher und schaute die Astronauten an, die da nach oben flogen und wissenschaftliche Experimente machten." Das habe ihn "letztlich inspiriert, Wissenschaftler zu werden", erinnerte sich der Raumfahrer.

Am Mittwoch fliegt der wohl prominenteste aller deutschen Astronauten wieder ins All: Vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur wird Gerst zu seinem zweiten Langzeitaufenthalt auf der ISS starten - und in der zweiten Hälfte seiner Mission "Horizons" als erster Deutscher und zweiter Europäer das Kommando der Raumstation übernehmen.

Erster deutscher ISS-Kommandant

187 Tage soll der Astronaut diesmal auf der ISS leben und arbeiten - ab August als Kommandeur der Raumstation, die in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde rast. Bei seinem ersten ISS-Flug 2014 brachte es der Wissenschaftler, der am 3. Mai 1976 im baden-württembergischen Künzelsau geboren wurde, auf 165 Tage im All. "Mit der 'Horizons'-Mission möchte ich anderen klar machen, dass es immer eine Chance gibt, über ihren persönlichen Horizont hinauszuwachsen und etwas zu tun, was man vorher nie gewagt hat", gab Gerst unlängst seinen unzähligen Fans mit auf den Weg. "Zum ersten Mal Kommandant der ISS zu werden, war etwas, wofür ich sehr viel lernen und hart arbeiten musste."

Auch die Bundeskanzlerin hat Gerst Glück gewünscht und die Bedeutung der Raumfahrt für Deutschland betont. "Wir wünschen Ihnen und Ihren Kollegen alles erdenklich Gute beim Start und dann beim Flug im Weltall, spannende Experimente, eine gute Zeit und dann auch wieder eine gute Rückkehr zu uns auf der Erde", sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Videopodcast, der am Samstag veröffentlicht wurde. "Natürlich werden wir von hier - auch ich persönlich - alle Nachrichten von 'Astro-Alex' ganz aufmerksam verfolgen." Unter diesem Namen schreibt Gerst auf Twitter.

Mit dem Großvater zum Mond gefunkt

Der zweite Aufenthalt auf der ISS mit der Übernahme des Kommandos krönt eine große Raumfahrerkarriere, die im Mai 2009 begann: Damals wählte die ESA den promovierten Geophysiker und Vulkanologen mit fünf weiteren Kandidaten für ihr Astronautenkorps aus - aus 8.413 Bewerbern. Für Gerst erfüllte sich ein Kindheitstraum: "Ich war selbst am meisten erstaunt, dass es geklappt hat." Seine ausgeprägte Neugier habe ihn von Kindheit an geleitet, erzählt Gerst gern - und verschweigt dabei nicht, dass er als Junge begeistert die Trickfilmserie "Captain Future" verfolgte. Sein Großvater, ein Amateurfunker, richtete einst eine Antenne in den Weltraum und ließ den Enkel ins Mikrofon sprechen.

Die Radiowellen seien zum Mond gereist und kurz darauf als Echo zurückgekommen. "Für mich als Sechsjährigen war ein Teil von mir auf dem Mond." Das Interesse an Naturwissenschaften gab auch Gersts weiterem Lebensweg die Richtung vor. 1995 schloss er das Technische Gymnasium in Öhringen bei Heilbronn mit dem Abitur ab, leistete Zivildienst und ging danach für ein Jahr auf Weltreise.

"Komplexeste Maschine, die je von Menschen gebaut wurde"

Anschließend studierte er Geophysik in Karlsruhe und im neuseeländischen Wellington. Schon während des Studiums nahm er zwischen 1998 und 2003 an mehreren wissenschaftlichen Expeditionen teil, die ihn bis in die Antarktis führten. Von der ISS schwärmte der begeisterte Bergsteiger, Fallschirmspringer und Snowboarder zuletzt als der "komplexesten Maschine, die je von Menschen gebaut wurde". "Dieser unglaubliche Ort wurde von mehr als 100.000 Menschen in 500 Produktionsstätten auf der ganzen Welt gebaut und im Orbit mit millimetergenauer Präzision montiert."

Wer weiß, was für den ISS-Fan nach der zweiten Mission noch alles kommt. Denn gedanklich war der ledige Gerst schon ganz weit draußen im All. Zu einer möglichen Teilnahme an einer Mondmission sagte er einmal, es würde ihn natürlich "besonders faszinieren, am Rande eines Mondkraters zu stehen und diesen zu erforschen". Selbst eine Marsmission kann er sich vorstellen: "Ich hätte nichts dagegen." Dem Posten als ISS-Kommandant könnten also noch weit aufregendere Weltraumabenteuer folgen.

Zwei US-Astronauten haben erfolgreich zwei Kühlaggregate an der Internationalen Raumstation ISS überprüft und ausgetauscht. Der Außeneinsatz dauerte mehrere Stunden.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.