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"Astro-Alex" - Gerst: Gute Ausrede für fehlende Geschenke

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Reichhaltig Eindrücke hat der deutsche Astronaut Gerst auf seiner jüngsten Reise ins All gesammelt. Was er noch nicht hat: Weihnachtsgeschenke. Und Brokkoli gegessen.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat zwei Tage nach seiner Rückkehr auf die Erde über die Zeit auf der Raumstation ISS berichtet. Gerst war 197 Tage in der Erdumlaufbahn und hat von dort regelmäßig Nachrichten und Fotos zur Erde geschickt.

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Wo hätte er die Geschenke auch hernehmen sollen: Unterm Weihnachtsbaum steht Astronaut Alexander bislang mit leeren Händen da. "Alle Geschenke habe ich tatsächlich schon - nämlich keine", sagt der Raumfahrer am Samstag vor Journalisten in Köln. "Aber mir ist versichert worden: Darauf kommt es dieses Jahr auch nicht an." In diesem Jahr habe er ja auch eine ziemlich gute Ausrede: Erst am Donnerstag war "Astro-Alex" von seiner mittlerweile zweiten Weltraummission von der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt.

Gerst ist er der Deutsche mit der längsten Weltraumpraxis: 166 Tage verbrachte er 2014 im All, 197 weitere Tage in diesem Jahr. Zudem war er als erster Deutscher dort Kommandant. Als er am Samstag in Köln erstmals ausführlich von seiner jüngsten Mission berichtet, ist das Interesse jedenfalls riesig.

Der zweite ISS-Einsatz sei für ihn leichter gewesen als der erste, sagt er. "Das hat sofort funktioniert mit dem Schweben, also das war absolut sofort wieder da". Seine Füße hätten sich zum Beispiel instinktiv erinnert, wo auf der ISS Fußläufe sind, um sich einzuhaken.

Lange auf Verstärkung gewartet

Die Arbeit als Kommandant sei gleichwohl etwas Besonderes gewesen. Gerst vergleicht sie mit der eines Expeditionsleiters, der den Blick für das große Ganze haben muss - daher habe er sich für die ISS verantwortlich gefühlt. Etwa nach der täglichen Arbeit. "Dann schwebt man nochmal durch die Module und schaut: Ist hier alles in Ordnung?"

Die Umstände auf der ISS waren auch aus einem anderen Grund besonders. Nach dem Fehlstart einer Sojus-Rakete Mitte Oktober musste
Gerst lange auf Verstärkung warten. Als er die Nachricht bekam, hatte er eigentlich schon Orangensaft für die Crew kaltgestellt. "Man weiß plötzlich: Die nächsten zwei, drei Monate wird sich alles komplett ändern", beschreibt er rückblickend den Moment. Es galt, Arbeit umorganisieren. Neben Überstunden sei es darum gegangen, die Crew zusammenzuhalten - etwa mit gemeinsamen Filmabenden. Er freue sich, zurück zu sein, aber er vermisse auch seine Freunde auf der ISS, sagt Gerst. "Freundschaften, die man da schließt, die halten. Ich bin mir sicher: Die halten ein Leben lang."

"Hast Du schon Brokkoli gegessen?"

Gerst stellt sich nicht nur den Fragen von Journalisten - sondern auch der eines kleinen Jungen. Ob er denn schon Brokkoli gegessen habe seit er wieder auf der Erde ist, will der wissen. Auf der Raumstation sei das tatsächlich eines seiner Lieblingsgerichte gewesen, antwortet der Astronaut. Auf der Erde aber habe er "noch nicht so Hunger drauf" gehabt.

"Hast Du schon Brokkoli gegessen?"

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In der Muskelkaterphase

Nach mehr als sechs Monaten Schwerelosigkeit präsentiert sich der deutsche Raumfahrer in gutem Gesundheitszustand: Die Treppe des Flugzeugs, mit dem er am Donnerstagabend nach Köln zurückkehrte, stieg er ohne Hilfe hinab. Er habe bei seinem Sportprogramm im Orbit sogar Muskelmasse aufbauen können, sagt er. Hinzu komme, "dass mein Körper sich anscheinend sehr schnell an neue Umgebungen anpassen kann". Allerdings sei ihm das Sportprogramm in der Schwerelosigkeit leichter gefallen als nun auf der Erde. Zur Zeit sei er "in der Muskelkaterphase".

Gerst gewöhnt sich derzeit im Europäischen Astronautenzentrum der Europäischen Weltraumagentur ESA in Köln und im benachbarten raumfahrtmedizinischen Forschungszentrum Envihab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wieder an die Erdschwerkraft. Mit Ausnahme der Weihnachtstage soll ein Ärzte- und Wissenschaftlerteam den Rückkehrer aus dem All noch bis in den Januar hinein betreuen.

Liegestütze unterm Weihnachtsbaum

Es gilt zwar als höchst wahrscheinlich, dass der 42-Jährige noch einmal ins All fliegt. Er selbst hält sich bislang aber bedeckt: "Ich bin nach wie vor im Astronautenkorps." Er stehe also zur Verfügung. Aber das sei nicht seine persönliche Entscheidung. "Ich habe ja auch noch weitere Kollegen, die jetzt auch erstmal wieder dran sind."

Jetzt freut sich der deutsche ESA-Astronaut auf die Feiertage mit der Familie. Er werde zwei Tage zu Hause verbringen und Weihnachten feiern. "Ich freue mich wirklich sehr, dass ich die Zeit mit meiner Familie habe". Aber ganz leer ist der Terminplan auch an diesen Tagen nicht: Sein Fitnessprogramm muss er nach mehr als sechs Monaten in der Schwerelosigkeit fortsetzen. Daher stünden "Liegestütze unter dem Weihnachtsbaum" auf seinem Programm.

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