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AfD-Fraktionsvorsitzende im ZDF - Weidel will Regierung "jagen" - aber konstruktiv

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Welche AfD sitzt seit heute im Bundestag? Eine AfD, die Tabus bricht und mit harter Rhetorik auffällt? Oder eine AfD, die lebhaft, aber ohne Skandale Opposition macht? Die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel gibt im heute journal einen Vorgeschmack: Die AfD werde die Regierung "jagen" - aber konstruktiv.

Claus Kleber befragt AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel über ihre Eindrücke von der ersten Sitzung des Bundestags mit Teilnahme der AfD-Fraktion.

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Die Botschaft der AfD am Wahltag war deutlich: Seine Partei werde sich "unser Land und unser Volk zurückholen", hatte der Spitzenkandidat Alexander Gauland gesagt und sich dann an die Adresse der Bundesregierung gerichtet: "Wir werden sie jagen." Eine Aussage, die man von anderen Parteien so noch nicht kannte - und die Fragen aufwarf, welchen Ton die AfD im Bundestag wohl anschlagen würde.

Weidel: AfD braucht Zuspitzungen für konstruktive Oppositionsarbeit

Nach der ersten Sitzung des neuen Bundestags ist klar: Die AfD schreckt auch im Parlament nicht vor Provokationen zurück (siehe Infokasten). Für die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sind sie sogar ein elementarer Bestandteil ihrer Oppositionsarbeit. Auch sie kündigt im Interview im heute journal an, die Bundesregierung vor sich "herjagen" zu wollen.

"Das ist eine zugespitzte Form, eben auch eine echte Oppositionspartei zu sein, eben in der Tat die Regierung vor uns herzujagen durch konstruktive Oppositionspolitik", so Weidel. "Wenn man das dann eben als Jagen empfindet, dann ist das auch ganz gut." Die AfD sei nicht angetreten, "um eine alternativlose Politik durchzuwinken". Außerdem bedienten sich alle Parteien des Stilmittels der Zuspitzung.

Grundsätzlich sprach Weidel nach der ersten Bundestagssitzung der Partei von einem "sehr konstruktiven Tag". Die Debatten über die Geschäftsordnung und die Wahlen seien "insgesamt sehr lebhaft" gewesen, "und das ist gut für die Demokratie". Dass der AfD-Kandidat für den Bundestagsvizepräsidenten, Albrecht Glaser, in allen drei Wahlgängen gescheitert ist, nahm Weidel gefasst zur Kenntnis. Glaser sei kein "Krawallmacher", aber "in der Tat ein Islamkritiker", weil der Islam auf der Scharia beruhe. Glasers Position sei durch das Programm der AfD gedeckt.

Weidel selbst fordert im Interview ein klares Bekenntnis von den muslimischen Verbänden in Deutschland zum Grundgesetz. "Islamverbänden müsste abgefordert werden von Seiten des Staates, dass sie einen Eid beispielsweise auf das Grundgesetz schwören", so Weidel. Muslime müssten sich von der Scharia lossagen, sonst könnten sie kein Grundrecht auf Religionsausübung haben. "Das ist ganz richtig, weil die Scharia nicht grundgesetz-kompatibel ist. Wir müssen als Staat ganz genau hinschauen, was in unserem Land im Namen des Islams und in der Scharia bereits passiert."

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