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Alkoholatlas - Akademiker trinken mehr als Arbeiter

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Ein Weinchen, ein Schnäpschen, ein Gläschen Sekt - an den Feiertagen klirren überall die Gläser. Und das viel zu oft, zeigt der Alkoholatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums.

 Archiv: Zwei Personen stoßen am 30.11.2016 in Garmisch-Partenkirchen in einer Kneipe mit Bier in der Flasche an
Aus einem Bier werden schnell mal zwei oder mehr. Dass zu viel Alkohol der Gesundheit schadet, wissen viele, wollen aber gerade in geselligen Runden ungern darauf verzichten. Quelle: dpa

Der Sekt zur Begrüßung, ein Schnaps nach dem Weihnachtsessen und an Silvester vier, fünf, sechs Gläser Wein, bis um Mitternacht endlich das Feuerwerk knallt - die Zeit um den Jahreswechsel ist voll freudiger Anlässe, um mit Familie und Freunden anzustoßen. Doch sie können nicht darüber hinwegtäuschen: Alkohol ist ein Zellgift und damit gesundheitsschädlich. Zudem verursachen Menschen, die Alkohol trinken, schwerere Unfälle und sind häufiger gewalttätig als nüchterne Bürger. Die direkten und indirekten Kosten, die der deutschen Gesellschaft durch die verschiedenen Folgen des Alkoholkonsums jährlich entstehen, betragen dem Deutschen Krebsforschungsinstitut zufolge rund 39 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Einnahmen durch die Alkoholsteuer liegen derzeit bei rund 3,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Wir trinken deutlich weniger als in den 70er Jahren

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg zeichnet im ersten Alkoholatlas für Deutschland ein umfassendes Bild der Produktion alkoholischer Getränke, des Alkoholkonsums und dessen Folgen für die Gesellschaft. Alkohol als Risikofaktor für Krebs und andere Erkrankungen spielt ebenfalls eine große Rolle in der Untersuchung. "Das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen ist gestiegen", sagt Mitautorin Ute Mons, "was auch dazu geführt hat, dass wir seit einigen Jahrzehnten weniger Alkohol trinken." Derzeit konsumiert jeder Bundesbürger im Alter von 15 Jahren und älter durchschnittlich elf Liter Reinalkohol pro Jahr. Ihr berauschtes Hoch erlebten die Deutschen in den 70er Jahren, der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge trank 1976 jeder Bundesbürger ab 15 Jahren durchschnittlich 17,2 Liter Reinalkohol. "Wir sind also auf einem guten Weg", sagt Mons. "Doch in absoluten Zahlen gesehen und im Vergleich mit anderen Ländern ist unser Alkoholkonsum immer noch hoch."

In höheren sozialen Schichten ist der Alkoholkonsum verbreiteter als in niedrigeren. So konsumieren rund 70 Prozent der Männer mit hohem Sozialstatus mindestens einmal in der Woche Alkohol, bei Männern mit niedrigem Sozialstatus sind es 50 Prozent. Von den Frauen mit hohem Sozialstatus trinkt rund die Hälfte mindestens wöchentlich Alkohol. Ein Fünftel trinkt sogar wöchentlich riskante Mengen, das heißt durchschnittlich mehr als zehn Gramm Reinalkohol pro Tag. Von den Frauen mit niedrigem Sozialstatus konsumiert ein Viertel mindestens wöchentlich Alkohol und rund ein Zehntel tut dies in riskanten Mengen.

Alkoholkonsum und Gesundheit

Einen risikofreien Umgang mit Alkohol gibt es nicht

"Das Problembewusstsein ist beim Thema Alkoholkonsum nach wie vor zu niedrig", sagt Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Jedes Jahr sterben in Deutschland  mehr als 20.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums, etwa 10.000 Kinder kommen jedes Jahr alkoholgeschädigt auf die Welt und etwa 2,65 Millionen Kinder haben mindestens einen alkoholkranken Elternteil.   

"Wir wollen keine Prohibition, aber einen maßvollen und bewussten Umgang mit Alkohol", sagt Ute Mons vom DKFZ. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat für den risikoarmen Umgang mit alkoholischen Getränken einige Empfehlungen aufgestellt. Demnach sollten Männern pro Tag höchstens 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein, Frauen pro Tag höchstens 0,3 Liter Bier oder 0,15 Liter Wein trinken - und das möglichst zu Mahlzeiten. Jede Woche sollte mindestens zwei alkoholfreie Tage haben. Wer sich daran hält, pflegt einen risikoarmen Umgang mit Alkohol, einen risikofreien gibt es nicht.

Was trinken die Deutschen und wieviel?

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