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Deutsche und EU-Ergebnisse - Was Sie über die Europawahl wissen müssen

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Bei der Europawahl in Deutschland ist die Union stärkste Kraft, muss aber wie die SPD Verluste hinnehmen. Fürs EU-Parlament gibt es keine Mehrheit von EVP und Sozialdemokraten.

Die Ergebnisse für Deutschland im Überblick

  • Die Union kommt auf 28,9 Prozent, herbe Verluste, aber weiter stärkste Kraft
  • Deutliche Verluste für die SPD mit 15,8 Prozent
  • Die Grünen jubeln über 20,5 Prozent, sind damit zweitstärkste Kraft in Deutschland
  • Linke erhalten 5,5 Prozent, geringe Verluste im Vergleich zu 2014
  • AfD ist mit 11,0 Prozent deutlich stärker als 2014
  • FDP hat 5,4 Prozent, fühlt sich als "kleiner Wahlgewinner"
  • Die Freien Wähler erreichen 2,2 Prozent
  • Die Partei bekommt 2,4 Prozent
  • Die anderen Parteien erhalten zusammen 8,3 Prozent

Ergebnisse in anderen EU-Ländern

Europawahl: EU-Staaten

Politik | Wahlen im ZDF - Ergebnisse in den EU-Staaten

Wer bekommt bei den Europawahlen 2019 in welchem EU-Staat die meisten Stimmen? Wie sah das Ergebnis bei den vorherigen Wahlen aus? Und wie hoch ist die Wahlbeteiligung? Antworten finden Sie auf unserer interaktiven Ergebnisseite.

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EU-weit: Die Christ- und Sozialdemokraten werden nach erheblichen Verlusten erstmals nicht mehr in der Lage sein, alleine eine Mehrheit im Europaparlament zu stellen. Liberale, grüne und rechte Parteien gewannen deutlich hinzu, wie aus einer Parlamentsprognose zur Europawahl hervorgeht.

Italien: Bei der Europawahl in Italien hat die rechte Lega von Matteo Salvini triumphiert. Mehrere Hochrechnungen sahen die Lega bei über 30 Prozent - ein Rekordergebnis. Der Koalitionspartner, die Fünf-Sterne-Bewegung, musste einen schweren Rückschlag hinnehmen und blieb möglicherweise sogar hinter den überraschend starken Sozialdemokraten der PD zurück. Die Fünf Sterne kamen den Hochrechnungen zufolge auf um die 20 Prozent. Die sozialdemokratische PD kämpfte sich dagegen aus einem Tief: Hochrechnungen sahen sie bei um die 22 Prozent, was über den Erwartungen lag.

Frankreich: Die Nationale Sammlungsbewegung von Rechtspopulistin Marine Le Pen ist bei der Europawahl in Frankreich laut offiziellen Ergebnissen stärkste Kraft geworden. Mit 24,9 Prozent der Stimmen sicherte sie sich den ersten Platz vor der Partei En Marche von Staatspräsident Emmanuel Macron, die auf 21,5 Prozent kam, wie das Innenministerium in Paris nach Auszählung von 81 Prozent der Stimmen bekanntgab. Die Grünen (EELV) erreichten mit 12,8 Prozent den dritten Rang. Die konservativen Republikaner kamen an vierter Position mit 8,3 Prozent, die Sozialistische Partei erzielte sechs Prozent.

Portugal: In Portugal haben die regierenden Sozialisten bei der Europawahl am Sonntag ersten Prognosen zufolge einen klaren Sieg errungen. Nach den vom staatlichen Fernsehsender RTP veröffentlichten Zahlen erhielt die Sozialistische Partei (PS) von Ministerpräsident António Costa 30 bis 34 Prozent der Stimmen. Bei Bestätigung dieser Zahlen würde die PS acht oder neun der 21 Europaabgeordneten Portugals im Europäischen Parlament stellenPlatz zwei belegte demnach die konservativ orientierte Sozialdemokratische Partei (PSD) mit 20 bis 24 Prozent und fünf bis sechs Mandaten vor dem marxistischen Linksblock, der auf neun bis zwölf Prozent und zwei bis drei Mandaten kommt. Dahinter folgt die Demokratische Einheitskoalition CDU, ein Bündnis aus Kommunisten, Grünen und anderen linken Gruppierungen, die sieben bis neun Prozent erhielt und damit zwei Sitze errang. Andere portugiesischen Medien hatten Prognosen mit ähnlichen Zahlen.

Großbritannien: Die neue Brexit-Partei von Nigel Farage liegt in ersten Hochrechnungen der BBC bei der Europawahl mit großem Vorsprung vor den Tories und der Labour-Partei. In der britischen Stadt Leeds kommt die Brexit-Partei ersten Teilergebnissen zufolge auf 29 Prozent und Labour auf 20 Prozent.

Noch liegen aus Großbritannien keine endgültigen Zahlen vor. Laut ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann ist jedoch ein Trend bereits sichtbar: Die Brexit-Partei gewinnt, die Tories verlieren deutlich.

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Polen: In Polen ist die regierende PiS-Partei ersten Prognosen zufolge als stärkste Kraft aus der Europawahl hervorgegangen. Sie kann mit 42,4 Prozent der Stimmen rechnen, geht aus der Umfrage des Instituts Ipsos hervor. Die Europäische Koalition - deren größte Kraft die liberalkonservativen Oppositionspartei Bürgerplattform von EU-Ratspräsident Donald Tusk ist - kann 39,1 Prozent auf sich vereinigen. Im Oktober oder November wird in Polen ein neues Parlament gewählt.

Schweden: In Schweden haben sich die Sozialdemokraten bei der Europawahl als stärkste Kraft behauptet, die rechtspopulistischen Schwedendemokraten können jedoch starke Zugewinne verzeichnen. Die Sozialdemokraten von Regierungschef Stefan Löfven kamen am Sonntag auf 23,6 Prozent der Wählerstimmen, wie aus Zahlen der schwedischen Wahlbehörde nach Auszählung von knapp 94 Prozent der Wahllokale hervorging. Die Rechtspopulisten von Parteichef Jimmie Åkesson kommen demnach mit einem Plus von 5,7 Prozentpunkten auf 15,5 Prozent und dürften ebenso wie die Moderaten, die vor ihnen mit 16,8 Prozent zweitstärkste Kraft wurden, einen Sitz im EU-Parlament hinzugewinnen.

Dänemark: In Dänemark hat die rechtspopulistische Dänische Volkspartei bei der Europawahl klare Verluste hinnehmen müssen. Die Partei büßte im Vergleich zu ihrem Rekordergebnis von 26,6 Prozent bei der letzten EU-Wahl vor fünf Jahren mehr als 15 Prozentpunkte ein, wie am späten Sonntagabend aus Zahlen des dänischen Rundfunks DR nach Auszählung fast aller Stimmen hervorging. Demnach wird die liberale Venstre-Partei von Regierungschef Lars Løkke Rasmussen mit ihrem wohl besten Ergebnis bei einer EU-Wahl überhaupt stärkste Kraft - erste Prognosen hatten noch die Sozialdemokraten vorne gesehen.

"Die Verlierer sind die Rechtspopulisten", sagt ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit über den Ausgang der Europawahl in Dänemark.

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Tschechien: Bei der Europawahl in Tschechien ist die populistische Partei ANO von Ministerpräsident Andrej Babis mit sechs der insgesamt 21 tschechischen Sitze stärkste Kraft geworden. Auf den weiteren Plätzen folgten die Bürgerdemokraten (ODS) mit vier und die Piratenpartei mit drei Sitzen. Die fremdenfeindliche Freiheit und direkte Demokratie (SPD) holte zwei Mandate, wie die Statistikbehörde am Sonntag mitteilte. Die tschechischen Sozialdemokraten, der Juniorpartner in der Regierung mit der populistischen Partei ANO, haben dagegen eine schwere Niederlage erlitten. Die linke Traditionspartei CSSD konnte kein einziges ihrer bisherigen vier Mandate verteidigen.

Griechenland: Die konservative griechische Partei Nea Dimokratia (ND) ist laut erster Hochrechnung stärkste Kraft bei den Europawahlen in Griechenland geworden. Die Partei von Oppositionsführer Kyriakos Mitsotakis erhielt 33 Prozent der Stimmen (2014: 22,7 Prozent), wie das Innenministerium am Sonntag auf Basis von mehr als 14 Prozent ausgezählter Stimmen bekannt gab. Ministerpräsident Alexis Tsipras und seine Syriza erhielten 24 Prozent der Stimmen (2014: 26,6 Prozent). Die sozialistische Partei KINAL (Bewegung des Wandels), ein Nachfolger der ehemaligen Partei PASOK, konnte ebenfalls nicht hinzugewinnen, wird jedoch drittstärkste Kraft. Sie erhielt 7,3 Prozent der Stimmen (2014 hatte das vergleichbare Mitte-Links-Bündnis Elia 8 Prozent erzielt). Die kommunistische Partei KKE an vierter Stelle kam auf 5,8 Prozent (2014: 6,1 Prozent). Eine massive Niederlage steckte die rechtsextremistische Partei Goldene Morgenröte ein. Mit 4,9 Prozent der Stimmen wurde ihr Ergebnis von 2014 fast halbiert (damals 9,4 Prozent). Nach dem Wahldebakel kündigte Tsipras vorgezogene Neuwahlen an.

Kroatien: Die konservative Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) hat die Europawahl in Kroatien trotz Verlusten gewonnen. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission vom späten Sonntagabend kam sie auf 23 Prozent der Stimmen und errang fünf von elf Mandaten. Die oppositionelle SDP (Sozialdemokraten) kam auf 18 Prozent der Stimmen und drei Mandate. Die HDZ gehört zur Europäischen Volkspartei (EVP), der auch die Unionsparteien CDU und CSU angehören. Vor fünf Jahren, als Kroatien erstmals an einer Europawahl teilgenommen hatte, hatte die HDZ - damals im Bündnis mit einer kleineren Rechtspartei - 33 Prozent der Stimmen auf sich vereint. Die SDP war auf 32 Prozent der Stimmen gekommen.

Spanien: In Spanien hat die Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) von Ministerpräsident Pedro Sánchez die Europawahl klar gewonnen. Die PSOE kam nach Auszählung von mehr als 94 Prozent der Stimmen auf 32,8 Prozent und 20 Mandate - sechs mehr als 2014. Ein erneutes Debakel erlebte die konservative Volkspartei PP, die Partei kommt nur auf 20,1 Prozent und 12 Mandate. Die ultrarechte Newcomer-Partei Vox kommt bei der Europawahl nur auf etwa 6,2 Prozent und lediglich drei Sitze.

Ungarn: Die rechtsnationale Fidesz-Partei von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat sich bei der Europawahl klar durchgesetzt. Sie kommt auf 13 der 21 ungarischen Mandate im EU-Parlament, wie die nationale Wahlkommission nach Auszählung fast aller Stimmen am Sonntagabend mitteilte. Auf die linke Demokratische Koalition von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány entfielen demnach vier Sitze, auf die liberale Momentum-Bewegung zwei Mandate. Sowohl ein links-grünes Bündnis und die rechtsextreme Jobbik-Partei bekamen jeweils einen Sitz. Die Wahlbeteiligung in Ungarn lag bei mehr als 43 Prozent - der höchste Wert bei einer Europawahl in dem Land.

Rumänien: Die regierenden Sozialdemokraten in Rumänien haben bei der Europawahl deutliche Verlust erlitten. Die PSD kam laut einer Prognose am Sonntag auf 25,8 Prozent der Stimmen und büßte damit fast zwölf Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2014 ein. Die liberal-konservative Partei PNL und das Bündnis USR-PLUS holten demnach zusammen knapp 50 Prozent der Stimmen.

Österreich: In Österreich bleibt die konservative ÖVP bei der Europawahl einer Prognose zufolge die stärkste Partei vor den Sozialdemokraten (SPÖ). Die ÖVP erreicht 34,5 Prozent, ergibt eine von der Nachrichtenagentur APA, dem Österreichischem Rundfunk (ORF) und dem Privatsender ATV veröffentlichte erste Trendprognose. Die SPÖ kommt demnach auf 23,5 Prozent, die rechtspopulistische FPÖ auf 17,5 Prozent.

Mitten in der Regierungskrise "hätten viele nicht erwartet", dass die ÖVP 7,5 Prozent im Vergleich zur letzten Europawahl zulegt. Die SPÖ "konnte von der Krise nicht profitieren", berichtet Studioleiterin Britta Hilpert aus Wien.

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Finnland: Die Rechtspopulisten bleiben bei der Europawahl in Finnland laut vorläufigen Zahlen hinter den Erwartungen zurück. Die Partei Die Finnen kam nach Auszählung von 100 Prozent der Stimmen auf 13,8 Prozent und lag damit hinter Konservativen, Sozialdemokraten und Grünen nur auf Rang vier. In den letzten Umfragen waren der Finnen-Partei noch mehr als 16,5 Prozent prognostiziert worden. Bei der vorherigen EU-Wahl 2014 hatte sie bei 12,9 Prozent gelegen. Ihre zwei Sitze im EU-Parlament dürften sie behalten.Großer Gewinner in Finnland waren die Grünen: Sie legten um 6,7 Prozentpunkte zu und kamen somit auf 16,0 Prozent und Rang zwei hinter der konservativen Sammlungspartei. Damit gewinnen sie voraussichtlich einen Parlamentssitz hinzu und kommen nun auf zwei der insgesamt 13 finnischen Sitze.

Irland: In Irland haben die Grünen einer Nachwahlbefragung zufolge erstmals seit 20 Jahren den Einzug ins EU-Parlament geschafft. Die Partei dürfte dort auf drei der derzeit elf Sitze kommen, wie eine am Samstag veröffentlichte Erhebung von RTE-TG4 RED C ergab. Die liberal-konservative Regierungspartei Fine Gael hat demnach bereits zwei und die konservative Fianna Fáil mindestens einen Platz im EU-Parlament sicher.

Niederlande: Am Donnerstag wurde in den Niederlanden die Partei des Spitzenkandidaten der europäischen Sozialdemokraten, Frans Timmermans, nach einer Prognose mit 18,4 Prozent der Stimmen überraschend stärkste Kraft, wie der staatliche niederländische Sender NOS unter Berufung auf Daten des Instituts Ipsos berichtete. Thierry Baudet, der neue Shootingstar der Rechten in dem Land, und sein Forum für Demokratie (FvD), landeten demnach nur auf Rang vier.

Einschätzung von ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek

In Italien hat die Lega wohl die Europawahl gewonnen. Der rechtspopulistische Block in Europa wird stark, aber nicht so stark wie erwartet, so ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek.

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Blitzanalyse der Forschungsgruppe Wahlen

Gewinne und Verluste

Warum die Wähler Union und SPD abgestraft haben, lesen Sie hier.

Ergebnisse in Deutschland

Europawahl: Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland

Politik | Wahlen im ZDF - Ergebnisse Deutschland - Landkreise

Wie haben die Parteien bei den Europawahlen in den Landkreisen und kreisfreien Städten abgeschnitten? Wo haben sie ihre treuesten Wähler? Und wie sah das Ergebnis bei den vorherigen Wahlen aus? Antworten finden Sie auf unserer interaktiven Ergebnisseite.

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Reaktionen in Deutschland

ZDF-Studioleiter Theo Koll erwartet nach den Eurpawahl-Ergebnissen "vorläufige personelle Stabilität" in der Großen Koalition, aber "heftige inhaltliche Diskussionen".

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SPD-Chefin Andrea Nahles findet die Ergebnisse "für die SPD extrem enttäuschend". Jeder wisse, die Umfragen seien schon nicht gut gewesen. "Leider ist es uns trotz aller Anstrengungen nicht gelungen , das Ruder herumzureißen." Zum ersten Mal sei man drittstärktste Kraft hinter den Grünen. "Natürlich müssen wir jetzt drüber nachdenken, was wir mit dem Ergebnis anfangen", sagte Spitzenkandidatin Katarina Barley. "Insbesondere uns nochmal thematisch zu hinterfragen: Wie stellen wir uns auf beim Klimaschutz. Ich bin wirklich der Überzeugung, dass Klimaschutz auch eine soziale Frage ist."

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil appellierte an die Parteimitglieder, angesichts der schweren Niederlage bei der Europawahl zusammenzurücken und sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Zuletzt waren Spekulationen aufgekommen, Parteifreunde seien auf einen Sturz von Andrea Nahles als Fraktionschefin aus. "Diejenigen, die solche Gerüchte streuen, die solche Gerüchte verbreiten, die sollen sich bitte alle zurückhalten - es geht um eine gemeinsame Verantwortung, die wir tragen für die Partei", sagte Klingbeil.

Unions-Spitzenkandidat Manfred Weber sagt: "Die Union ist mit Abstand die stärkste Partei geworden. Wir sind damit weiter die Europapartei Deutschland. Das gibt mir auch das Mandat für die europäischen Verhandlungen. Wenn wir stärkste Fraktion sind, dürfen wir führen. Und das wollen wir in Europa machen." CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, man habe das Ziel, stärkste Kraft in Deutschland zu werden, erreicht. "Die CDU als Regierungspartei wird die Bundesregierung darin unterstützen, diese deutschen Interessen - Manfred Weber in Brüssel - zu unterstützen, aus einer Position der Stärke, aus einer stabilen Position heraus und das ist die Erwartung, die wir auch an die SPD äußern."

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kündigte an, stärker den Dialog mit jungen Menschen suchen zu wollen. Mit Blick auf das Anti-CDU-Video von Youtuber Rezo habe die vergangene Woche deutlich gezeigt, wo es Defizite in der Kommunikation gebe.

Die Grünen jubeln über ihr Ergebnis nach der Prognose. "Das ist ein sensationelles Ergebnis", so Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. "Und ehrlich gesagt als Wahlkampfleiter bin ich so froh darüber, dass wir es geschafft haben, ein "Sunday for Future" aus dieser Europawahl zu machen." Die Aufgabe sei jetzt, echten Klimaschutz zu machen, "aufzuhören mit Blockade bei der Europäischen Union".

Die Spitzenkandidatin Ska Keller kündigte an, dass die Grünen ihren gestiegenen Einfluss im Europäischen Parlament für mehr Klimaschutz und ein sozialeres Europa nutzen wollen.

Die Grünen könnten Wähler ansprechen und seien in der Position, Mehrheiten zu organisieren, sagt Parteienforscher Karl-Rudolf Korte. Das mache sie klar zur Volkspartei.

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Linken-Chef Bernd Riexinger sagt: "Europawahlen waren für die Linke noch nie ein einfaches Feld. Trotzdem hätten wir dieses Mal ein besseres Wahlergebnis erwartet und auch ein besseres Wahlergtebnis verdient." Man werde in den Gremien analysieren, woran es gelegen habe. "Und wir werden schauen, welche Konsequenzern wir weiter daraus ziehen." Die Klima-Debatte habe den Wahlkampf beherrscht, so Spitzenkandidat Martin Schirdewan. "Man sieht ja auch an der Wählerwanderung, dass wir Wähler an die Grünen entscheidend verloren haben." Man habe schon gute Konzepte. "Aber wir sind noch nicht profiliert genug als Linke. Da müssen wir das nüchtern analysieren, wie wir damit in Zukunft umgehen."

Alexander Gauland, AfD-Fraktionschef, wertet das Ergebnis nicht als Dämpfer. "Der Wahlkampf war sehr schwierig." Dazu hätten viele Dinge gezählt. "Da sind etwa die Brexit-Verhandlungen, die viele Deutsche als Anarchie ansehen, dann die Strache-Geschichte, die FPÖ." AfD-Parteichef und Spitzenkandidat Jörg Meuthen sieht SPD und CDU als Wahlverlierer. "Die AfD hat gegenüber der letzten Europawahl 50 Prozent hinzugewonnen."

Die FDP und ihr Parteichef Christian Lindner sind soweit zufrieden. "Wir sind ein kleiner Wahlgewinner heute", so Lindner. "Ich schätze, dass wir bei den absoluten Stimmen von einer Million auf zwei Millionen gewachsen sein könnten." Aber ganz zufrieden sei man natürlich nicht. "Wir müssen schauen, was können wir ändern am Profil der FDP, um unser Potenzial auch ausschöpfen zu können." "Wir werden um die 100 Abgeordnete haben im Europäischen Parlament und damit die große Koalition sprengen", sagte Spitzenkandidaten Nicola Beer. "Wir haben die Möglichkeit einen Unterschied zu machen. Nach wie vor setzen wir erst einmal auf eine Reformpräsidentin mit Margrethe Vestager und dann schauen wir mal, was in den Beratungen zwischen Europaparlament und Rat sich in dieser Woche und den nächsten Wochen tut."

ALDE-Spitzenkandidatin Margarethe Vestager

Die Liberalen konnten bei der Europawahl Zugewinne verbuchen. "Es sieht aus, als wären wir auf der Gewinnerstraße", so die dänische EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

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Höhere Wahlbeteiligung

Positiv entwickelte sich die Wahlbeteiligung. Wie ein Sprecher des Europaparlaments, Jaume Duch Guillot, am Sonntagabend mitteilte, lag sie in vorläufigen Berechnungen bei 51 Prozent. Das dürfte die höchste Beteiligung seit mindestens 20 Jahren werden, sagte er. Großbritannien war in der Schätzung nicht enthalten, die Zahlen von dort wurden noch im Laufe des Abends erwartet. In Italien waren die Wahllokale noch bis 23 Uhr geöffnet. Seit Donnerstag waren 426 Millionen Menschen in den 28 EU-Mitgliedstaaten aufgerufen, ein neues Europaparlament zu wählen. Die sich abzeichnende Wahlbeteiligung ist, wie Guillot sagte, ein beträchtlicher Anstieg "erstmals seit den ersten europäischen Wahlen 1979". Bei den zurückliegenden Wahlen war die Beteiligung stetig zurückgegangen; dieser Trend würde nun umgekehrt.

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