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Rechte Gesinnungen im Weißen Haus - Chefstratege Bannon für Trump "kein Rassist"

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Nach Rücktrittsforderungen gegen Berater Steve Bannon hat US-Präsident Donald Trump die Zukunft seines Chefstrategen offen gelassen. Dieser sei ein Freund und "ein guter Mann, er ist kein Rassist". Gleichzeitig gratuliert der Ex-Chef des Ku Klux Klans Trump zu seiner Haltung.

"Es gibt deutliche Zweifel, ob der Präsident fit genug zum Regieren ist. Es ist unklar, ob Trump von den rechten Ideen selbst überzeugt ist oder ob er einen Teil seiner Wähler ansprechen will", sagt ZDF-Korrespondentin Ines Trams in Washington.

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"Wir werden sehen, was mit Mr. Bannon passiert", sagte US-Präsident Donald Trump nun bei einer Pressekonferenz. Die Stimmen gegen Bannon waren lauter geworden, seitdem sich Trump nach den gewalttätigen Ausschreitungen am Wochenende in der US-Kleinstadt Charlottesville nicht sofort und ausdrücklich gegen Rechtsextremisten, Neonazis und Ultrarechte ausgesprochen hatte. Bannons Unterstützer glauben, dass Trump beispielsweise von seinem höchsten Wirtschaftsberater Gary Cohn und seiner stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberaterin Dina Powell dazu gedrängt wird, Bannon fallen zu lassen.

Der frühere Chef der konservativen Webseite Breitbart News ist seit Monaten eine umstrittene Figur im Weißen Haus. Indes forderten vier Gruppen von Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses Trump auf, neben Bannon auch die Berater Stephen Miller und Sebastian Gorka zu entlassen. Allen drei wird vorgeworfen, rechtsextreme Positionen zu vertreten. "Die Amerikaner verdienen es zu wissen, dass weiße Nationalisten, weiße Rassisten und Neonazis nicht in einer Position sind, die amerikanische Politik zu beeinflussen", hieß es in einem Brief vom Montag.

Trumps Zickzackkurs nach Nazi-Aufmarsch in Charlottesville

Am Samstag hatten in Charlottesville im Bundesstaat Virginia Mitglieder mehrerer rechter Gruppen demonstriert; Auslöser war die geplante Entfernung eines Denkmals für einen General der Konföderierten-Armee, die während des Bürgerkriegs für die Beibehaltung der Sklaverei gekämpft hatte. Eine 32-jährige Frau wurde getötet, als ein 20-jähriger mutmaßlicher Neonazi sein Auto offenbar absichtlich in eine Gruppe von Gegendemonstranten steuerte.

In einer ersten Reaktion hatte Trump zunächst von Gewalt auf "vielen Seiten" gesprochen. Erst nach heftigen Protesten auch aus seiner eigenen Partei distanzierte er sich dann am Montag eindeutig von der rechtsextremen Gewalt.

Am Dienstag hat Trump seine erste Reaktion auf die rechtsextreme Gewalt in Charlottesville wiederum verteidigt. Beide Seiten, die Rechtsradikalen wie die Gegendemonstranten, hätten Schuld an der Eskalation, sagte er am Dienstag bei einer Pressekonferenz in New York. Damit kehrte Trump zu seiner umstrittenen Position vom Wochenende zurück, bei der er eine klare Schuldzuweisung zunächst vermieden hatte. Beifall erhielt er dafür vom früheren Anführer des Ku Klux Klans, David Duke.

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