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Frontal21 deckt auf - Amazon vernichtet massenhaft Neuware

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Amazon, Deutschlands größter Onlinehändler vernichtet massenhaft Retouren und neuwertige Produkte. Das berichtet Frontal21. Das Bundesumweltministerium spricht von einem Skandal.

Amazon-Logistikzentrum in Koblenz.
Amazon-Logistikzentrum in Koblenz Quelle: Thomas Frey/dpa

Der Onlinehändler Amazon vernichtet tonnenweise Retouren und neuwertige Produkte, berichten das ZDF-Magazin Frontal 21 und die WirtschaftsWoche. Interne Produktlisten, Fotos und Aussagen von Mitarbeitern belegen, dass in großem Umfang Güter aller Art in den deutschen Logistiklagern entsorgt werden – beispielsweise Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Handys, Tablets, Matratzen und Möbel. Eine Amazon-Mitarbeiterin berichtet, dass sie jeden Tag Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro vernichtet habe. Mehrere Beschäftigte kritisieren übereinstimmend, Amazon würde nicht nur unbrauchbare Produkte entsorgen, sondern auch funktionstüchtige, teilweise sogar neue Produkte zerstören.

 Umweltministerium spricht von Skandal

Amazon bestreitet die Vernichtung von Waren nicht, teilt aber mit, das Unternehmen arbeite jeden Tag an der Verbesserung von Prozessen, um "so wenig Produkte wie möglich entsorgen zu müssen". Weiter heißt es: "Wenn Produkte nicht verkauft, weiterverkauft oder gespendet werden können, arbeiten wir mit Aufkäufern von Restbeständen zusammen, die diese Waren weiterverwenden." 15 Milliarden Dollar Umsatz machte der Konzern vergangenes Jahr- allein hierzulande.

 Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, fordert Amazon auf, die Vorwürfe aufzuklären. "Das ist ein riesengroßer Skandal, denn wir verbrauchen auf diese Weise Ressourcen mit allen Problemen insgesamt auf der Welt. Ein solches Vorgehen passt einfach nicht in diese Zeit." Und weiter: "Ich bin überzeugt, dass viele Verbraucher von einem solchen Verhalten schockiert sind und es auch nicht akzeptieren werden", so Flasbarth.

Der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer nennt die Praxis von Amazon "unverantwortlich". Töpfer gegenüber dem ZDF: "Als ich es hörte, habe ich es nicht geglaubt. Das kann doch nicht wahr sein. Das sind alles Dinge, die knappe Ressourcen nutzen, die dazu beitragen, dass in einer Welt, die auf 9 Milliarden Menschen ansteigt, auf einmal das einfach weggeworfen wird, von dem wir sagen, wir können uns eine Wegwerfgesellschaft nicht mehr leisten. Das kann doch nicht wahr sein."

Greenpeace fordert Konsequenzen

Die Umweltorganisation Greenpeace fordert Konsequenzen: "Wir brauchen ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware", sagt Greenpeace-Expertin Kirsten Brodde. "Das ist eine Riesenumweltsauerei, denn der gerade der Onlinehandel und da steht Amazon natürlich prototypisch für, die verleiten die Leute natürlich dazu, im großen Stil erst mal alles Mögliche zu bestellen, mit dem Versprechen, man könne es ja bequem und kostenlos zurückschicken und was dann passiert, ist, dass die Ware, die man zurückschickt, offensichtlich direkt im Müll landet, einfach weil es aufwendiger ist, sie neu zu verpacken oder weil sie nicht mehr ganz picobello ist und das ist aus unserer Sicht gigantische Ressourcenvernichtung."

 Amazon entsorgt auch für andere Anbieter

Deutschlands größter Onlinehändler bietet auch externen Anbietern, die den Logistikservice "Versand durch Amazon" nutzen, unverkaufte Lagerbestände zu entsorgen. Interne Dokumente zeigen, dass der Service offenbar rege genutzt wird. Auf Produktlisten, die Frontal 21 und der WirtschaftsWoche  vorliegen, tauchen zum Beispiel Kinderturnschuhe, Kopfhörer sowie hunderte weitere Artikel auf – für einen einzigen Tag, in einem einzigen Lager. Sie wurden intern mit der Versandmethode "Destroy" also "zerstören" gekennzeichnet.

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