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Waffen statt Löschflieger: Was in Südamerika schiefläuft

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Brennender Regenwald - Waffen statt Löschflieger: Was in Südamerika schiefläuft

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Die Feuer in Südamerika offenbaren große Probleme mit dem Brandschutz. Es fehlt ein kontinentaler Katastrophenplan - und Geld wird lieber in Waffen als in Löschflieger gesteckt.

Frankreichs Präsident Macron hat Brasilien im Namen der G7 Hilfe angeboten, um den Regenwald zu retten. Jetzt hat der brasilianische Präsident Bolsonaro die Hilfsgelder abgelehnt.

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Nun soll also Sebastián Piñera helfen. Der chilenische Staatspräsident erhielt von den G7-Staaten in Biarritz den Auftrag, die Hilfe für die von der Brandkatastrophe betroffenen südamerikanischen Staaten zu koordinieren. Dazu könnte es aber erst gar nicht kommen. Die brasilianische Regierung hat am Montagabend (Ortszeit) die von den G7-Staaten zugesagten Millionenhilfen für den Kampf gegen die Waldbrände in der Amazonasregion zurückgewiesen.

Der Kabinettschef von Präsident Jair Bolsonaro, Onyx Lorenzoni, sagte am Montag dem Nachrichtenportal "G1", die 20 Millionen Dollar sollten vielmehr dazu verwendet werden, die Wälder in Europa wieder aufzuforsten. Von den Geldern sollten vor allem Löschflugzeuge finanziert werden, hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt. Ohne allerdings vorher die Brasilianer zu fragen.

Weder Katastrophenplan noch schnelle Eingreiftruppe

Der Streit um die Hilfe wirft ein Schlaglicht auf die aktuellen Zustände in der Region. Es gibt weder einen länderübergreifenden Katastrophenplan, noch eine internationale Leitstelle oder eine schnelle Eingreiftruppe. Stattdessen kämpft jedes Land für sich und auf seine Weise. Dass Boliviens Präsident Evo Morales viel zu spät den "Supertanker" ins Land holte, eine riesige Boeing 747, die zu einem Löschflugzeug umgebaut wurde, verwundert ebenfalls. Für das vielleicht wichtigste Ökosystem der Erde wäre der Besitz eines solchen Löschflugzeugs angesichts immer wiederkehrender Brände dringend notwendig.

Am Geld soll es nicht scheitern. Alle Amazonasländer kaufen jedes Jahr für viele hundert Millionen Euro Waffensysteme für ihre Armeen. Wären die Länder nicht untereinander ideologisch hoffnungslos zerstritten, würde sich der Aufbau einer multinationalen Eingreiftruppe anbieten. Das würde Kosten sparen und die Brandbekämpfung effizienter machen.

So aber versucht es jede Nation auf eigene Faust. Kolumbien forderte bei den G7-Staaten Hilfe an, um die Brände im eigenen Land zu löschen. Morales zögerte erst, gab dann aber grünes Licht, um den Supertanker aus den USA einfliegen zu lassen. Nun gehen deswegen die Menschen in Bolivien auf die Straße.

Bolsonaro will offenbar nur Hilfe aus befreundeten Nationen zu lassen. Dazu zählen die Israelis, die neben einem Löschflugzeug auch Chemikalien zur Brandbekämpfung kommen lassen wollen, die USA und befreundete Nachbarstaaten. Auch er fährt einen wenig überzeugenden Zick-Zack-Kurs in der Brandbekämpfung. Jetzt sollen rund 44.000 Soldaten helfen.

Unterschiedliche Landschaftspflege der Länder

Hinzu kommt auch eine andere Kultur der Landschaftspflege. Boliviens Präsident Evo Morales erließ zum Entsetzen lokaler Umweltschützer jüngst ein Dekret, das die Abholzung in zwei Amazonasprovinzen mit Hilfe kontrollierter Brandrodung zur Flächengewinnung erlaubt. Nicht weniger Bolivianer behaupten, das sei die Ursache für die Feuersbrunst im Land. In Brasilien ermunterte offenbar der Agrarindustrie-freundliche Kurs Bolsonaros die Brandstifter zur "unbürokratischen" Landgewinnung.

Die indigenen Völker machen die Regierungen von Jair Bolsonaro und Evo Morales verantwortlich für den physischen, ökologischen und kulturellen Genozid, der aktuell im Amazonas passiert.
Indigene Organisationen des Amazonas-Beckens (COICA)

Die Quittung dafür kommt von der Koordinierungsstelle der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens (COICA), die die Selbstbestimmungsrechte und die territorialen Rechte der indigenen Völker vor nationalen und internationalen Instanzen verteidigt. "Die indigenen Völker machen die Regierungen von Jair Bolsonaro und Evo Morales verantwortlich für den physischen, ökologischen und kulturellen Genozid, der aktuell im Amazonas passiert", hieß es in einer Erklärung, die im Zuge der Krise von der COICA veröffentlicht wurde.

Chiles Präsident Piñera will jetzt die Koordinierung der Hilfe aufnehmen. "In diesem Moment sind verschiedene Länder dabei, Brasilien zu unterstützen", sagte Piñera der BBC. Chile habe zum Beispiel Löschflugzeuge geschickt. Zugleich mahnte er, auch die Souveränität der einzelnen Länder zu respektieren. Alle hätten das gleiche Ziel, und zwar die Lunge der Welt zu schützen. Die Brände seien zwar deutlich zahlreicher als im letzten Jahr, befänden sich aber im Durchschnitt der letzten 20, 30 Jahre.

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