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Pakt von Leticia unterzeichnet - Amazonas-Staaten bekennen sich zum Schutz ihres "Erbes"

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Der Amazonas-Regenwald gilt als die "grüne Lunge" der Erde. Doch Brandrodungen vernichten jedes Jahr gewaltige Waldflächen. Mit einem Pakt wollen die Anrainer das nun ändern.

Ein Jaguar findet Schutz in einem Baum im Amazonas-Regenwald.
Sein Lebensraum soll besser geschützt werden: ein Jaguar im brasilianischen Regenwald.
Quelle: Reuters

Sieben Länder aus Südamerika haben sich auf eine gemeinsame Strategie zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Entwicklung in der Amazonasregion geeinigt. Vertreter aus Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Ecuador, Suriname und Guayana unterzeichneten am Freitag den Pakt von Leticia für Amazonien. "Amazonien ist unser Erbe, unterliegt unserer Souveränität, aber wir können es mit der Welt teilen. Es ist ein Schatz, den wir alle gemeinsam hüten müssen", sagte Kolumbiens Präsident Iván Duque.

Konkrete Aktionen zum Schutz des Regenwaldes vereinbart

Zum Amazonasgipfel in Leticia empfing er die Regierungsvertreter der Region in einer traditionellen Hütte der indigenen Gemeinschaften im Dschungel. "In den vergangenen Jahren haben wir Tausende Hektar Regenwald verloren, weil illegal neue Weide- und Ackerflächen geschaffen werden", sagte Duque.

Es bleibt nichts mehr zu sagen, denn nach den Unterschriften muss nun gehandelt werden.
Ecuadors Staatschef Lenin Moreno

Mit dem Abkommen verständigten sich die Länder auf einen 16 Punkte umfassenden Aktionsplan zum Schutz des Regenwaldes. So soll Bergarbeitern, Holzfällern und Farmen die illegale Brandrodung erschwert werden - unter anderem durch den Austausch von Wetterdaten.

"Es bleibt nichts mehr zu sagen, denn nach den Unterschriften muss nun gehandelt werden", sagte Ecuadors Staatschef Lenin Moreno. Sein bolivianischer Kollege Evo Morales sagte, die Menschen müssten sich auf ein harmonisches Verhältnis zur Mutter Erde zurückbesinnen. Allerdings war der linke Präsident zuletzt selbst in die Kritik geraten, weil er nur sehr zögerlich reagierte, als in den vergangenen Wochen riesige Flächen in Bolivien abbrannten.

Karte: Waldbrände im Amazonas-Regenwald (Stand 26.08.2019) - Jeder rote Punkte steht für ein Feuer aus den vergangenen 24 Stunden
Waldbrände im Amazonas-Regenwald (Stand 26.08.2019) - Jeder rote Punkte steht für ein Feuer aus den vergangenen 24 Stunden
Quelle: ZDF/FireMap (FIRMS / NASA)

Brasilien: "Pakt ist etwas ganz Besonderes"

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro konnte wegen einer bevorstehenden Operation nicht persönlich an dem Gipfel teilnehmen und wurde per Videokonferenz zugeschaltet. Er verteidigte seine Umweltpolitik und warf Ländern wie Frankreich erneut vor, sich in die inneren Angelegenheiten von Brasilien einzumischen.

"Dieser Pakt ist etwas ganz Besonderes. Wir werden von der ganzen Welt beobachtet und einige glauben, dass wir nicht in der Lage sind, die wunderbare Natur von Amazonien zu verwalten", sagte der brasilianische Außenminister Ernesto Araújo nach der Unterzeichnung des Abkommens. "Mit diesem Dokument beweisen wir, dass wir dazu fähig und dass wir gemeinsam für den Schutz und die vernünftige Entwicklung der Region arbeiten."

Ivan Duque empfing die Vertreter in einer Hütte von Indigenen.
Ivan Duque empfing die Vertreter in einer Hütte von Indigenen.
Quelle: Nicolas Galeano/Presidencia Colombia/dpa

Amazonasgebiet leidet unter Tausenden Bränden

Das ganze Amazonasgebiet leidet derzeit unter zahlreichen Bränden. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 95.000 Brände registriert. Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neues Weideland zu schaffen. In der derzeitigen Trockenzeit greifen die Flammen aber auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über. Besonders Bolsonaro war zuletzt international in die Kritik geraten, weil er die wirtschaftliche Nutzung des für das Weltklima bedeutenden Regenwaldes vorantreibt.

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