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Proteste - Amnesty: Mehr als 100 Tote im Iran

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Bei den jüngsten Protesten im Iran könnten mehr als 100 Menschen getötet worden sein. Davon geht Amnesty International aus. Sicherheitskräfte hätten "übermäßige Gewalt" eingesetzt.

Trotz Internetsperre gelangen immer mehr Nachrichten aus Iran nach draußen. Sie ergeben ein erschütterndes Bild. Menschenrechtsorganisationen sprechen von mehr als 100 Toten in den vergangenen Tagen. Auslöser war eine Erhöhung der Benzinpreise.

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Bei den Protesten gegen die iranische Führung sind nach Angaben von Amnesty International mehr als 100 Demonstranten getötet worden. Darauf deuteten Augenzeugenberichte, Videoaufnahmen und Aussagen von Aktivisten hin, teilte die Menschenrechtsorganisation mit und sprach von "glaubhaften Berichten". Die tatsächliche Zahl könne noch deutlich höher sein, einige Berichte gingen von bis zu 200 Toten aus.

Die iranischen Sicherheitskräfte hätten "übermäßige und tödliche Gewalt" eingesetzt, um die weitgehend friedlichen Demonstrationen niederzuschlagen, erklärte Amnesty und rief die iranischen Behörden auf, das brutale Vorgehen sofort zu beenden.

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UN: Alarmierende Berichte

Auch das UN-Menschenrechtskommissariat rief die iranischen Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf. Die Berichte über den Einsatz scharfer Munition sowie eine "bedeutende Zahl von Toten" seien alarmierend. Wegen der Abschaltung des Internets seien die Berichte über Opfer schwer zu überprüfen, sagte Kommissriatssprecher Rupert Colville. Bei den Protesten in mindestens acht Provinzen seien zudem mehr als tausend Demonstranten festgenommen worden.

Colville appellierte auch an die Demonstranten, auf Gewalt und die Zerstörung von Eigentum zu verzichten. Bei den seit Freitag andauernden Protesten waren Tankstellen, Bankfilialen und Polizeiwachen beschädigt oder in Brand gesetzt worden. Auslöser war eine Erhöhung der Benzinpreise. Für viele Iraner verschärft das die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage.

Internet abgeschaltet

Die iranische Regierung hat keine genaue Auflistung der Toten veröffentlicht. Die Staatsmedien berichteten, es seien ein Mitglied der Revolutionsgarden und zwei Angehörige der Bassidsch-Miliz westlich der Hauptstadt Teheran in einem "Hinterhalt" von "Randalierern" mit Messern und Macheten getötet worden. Damit steigt zumindest die offizielle Opferzahl auf mindestens fünf, nachdem zuvor ein Demonstrant und ein Polizist getötet worden waren.

Es ist die größte Protestwelle seit dem Winter 2017/18, als 25 Menschen getötet worden waren. Auch damals hatten sich die Proteste an der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Iran entzündet, der wegen der US-Sanktionen in eine tiefe Rezession gerutscht ist.

"Proteste sind das Recht des Volkes"

Um die Koordination der Demonstranten zu erschweren und zu verhindern, dass Bilder der Proteste an die Öffentlichkeit gelangen, schaltete die Regierung das Internet praktisch komplett ab. Ein Regierungssprecher sagte, das Internet werde nach und nach in Provinzen wieder angeschaltet werden, in denen es "nicht missbraucht" werde. Ein Justizsprecher rief die Bevölkerung auf, Unruhestifter den Behörden zu melden.

In Tabris und Shahr-e Kods demonstrierten zahlreiche Menschen am Dienstag gegen die "Randalierer". "Proteste sind das Recht des Volkes, Randale sind das Werk der Feinde", riefen sie in der nordwestlichen Großstadt Tabris laut der Nachrichtenagentur Fars. AFP-Reporter berichteten von zwei ausgebrannte Tankstellen und eine zerstörte Polizeiwache im Zentrum Teherans. Hunderte Polizisten sicherten zentrale Plätze mit Wasserwerfern.

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