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Amnesty International - Europa schützt zu wenig vor Vergewaltigung

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"Nein heißt Nein": In Deutschland ist das per Gesetz definiert. In den meisten europäischen Ländern aber nicht, klagt Amnesty International - und übt Kritik.

Protestschild gegen Vergewaltigungen. Archivbild
Protestschild gegen Vergewaltigungen. Archivbild
Quelle: Oliver Mehlis/ZB/dpa

Demnach haben nur 8 von 31 untersuchten Ländern in Europa sogenannte "zustimmungsbasierte Definitionen" von Vergewaltigung in ihren Gesetzen festgelegt. In Deutschland, Irland, Großbritannien, Belgien, Zypern, Island, Luxemburg und Schweden gelte es als Vergewaltigung, wenn Menschen Sex haben, obwohl einer der Beteiligten Nein gesagt hat.

In den meisten Ländern müsse es jedoch erst zu körperlicher Gewalt, Drohungen oder Zwang kommen, bevor ungewollter Sex als Vergewaltigung eingestuft werden kann. "Viele Leute glauben noch immer, es handele sich nicht um Vergewaltigung, wenn das Opfer betrunken oder freizügig gekleidet ist oder sich nicht körperlich wehrt." Dies sei jedoch falsch, so die Organisation: "Sex ohne Zustimmung ist Vergewaltigung, Punkt."

Amnesty schlägt Gesetzesänderungen vor

Durch Gesetzesänderungen könnten europäische Regierungen dafür sorgen, dass Frauen nicht mehr anzweifeln, dass die Täter bestraft werden, sagte Anna Blus, die bei Amnesty für Frauenrechte zuständig ist. Schlussendlich biete das auch besseren Schutz vor Vergewaltigungen.

In Deutschland wurde das Sexualstrafrecht im Jahr 2016 reformiert. Seitdem muss eine Person mit Worten oder Gesten zum Ausdruck bringen, dass sie keinen Sex möchte. Passivität gilt dagegen als schweigendes Einverständnis. In Schweden ist das anders. Dort gilt seit Juli dieses Jahres ein Gesetz, nach dem die Partner aktiv zustimmen müssen
- verbal oder nonverbal.

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