Amnesty International kritisiert Emirate scharf

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Waffen im Jemen-Konflikt - Amnesty International kritisiert Emirate scharf

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Geliefert werden sie aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch die Waffen für den Jemen kommen aus dem Westen. Das berichtet Amnesty International und übt massiv Kritik.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgeworfen, Milizen im Jemen-Konflikt mit westlichen Waffen zu versorgen. "Das Militär der Emirate erhält von westlichen Staaten und anderen Ländern Waffenlieferungen in Milliardenhöhe, nur um diese dann an Milizen im Jemen weiterzuleiten, die nachweislich Kriegsverbrechen begehen", sagte Mathias John, Rüstungsexperte von Amnesty International Deutschland. Ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht dokumentiert, wie in großem Umfang Panzerfahrzeuge, Mörsersysteme und Gewehre über die Emirate an Milizen im Jemen gelangt seien. Ihr Erstarken sei "eine Katastrophe" für die notleidende Zivilbevölkerung.

AI: Erstarken der Milizen Katastrophe für Zivilbevölkerung

Seit Beginn des Konflikts im Jemen im Jahr 2015 lieferten westliche Staaten laut Amnesty Waffen im Wert von mindestens 3,5 Milliarden US-Dollar an die Emirate. Hierzu zählten Flugzeuge und Schiffe, aber auch leichte Waffen sowie Zubehör und Munition. Erst kürzlich hätten mehrere Länder wieder Rüstungsexporte in die Emirate genehmigt oder durchgeführt, darunter Deutschland, Frankreich, Brasilien, die Türkei und die USA.

Amnesty International stieß nach eigenen Angaben bei einer Analyse öffentlich zugänglicher Informationen zu den Kämpfen in der jemenitischen Hafenstadt Hodeida darauf, dass Militärfahrzeuge und Waffen, die ursprünglich an die Emirate geliefert worden seien, mittlerweile von Milizen im Jemen genutzt würden. Zahlreiche aus den USA gelieferte Panzerfahrzeuge mit Maschinengewehren seien bei verschiedenen Milizen entdeckt worden.

Amnesty fordert Staaten zum Waffenlieferungs-Stopp auf

Den bewaffneten Gruppen sei bereits in der Vergangenheit vorgeworfen worden, in Fälle des Verschwindenlassens und andere Menschenrechtsverstöße in Geheimgefängnissen verwickelt zu sein. Hierzu zählen laut Amnesty unter anderem Inhaftierungen mit vorgehaltener Waffe, Folter mit Elektroschocks, simuliertes Ertrinken, das Aufhängen an der Decke und sexualisierte Demütigung. Die Milizen, die diese Geheimgefängnisse kontrollierten, seien mit bulgarischen Gewehren und US-Panzerfahrzeugen ausgerüstet.

Karte: Jemen - Saudi-Arabien
Karte: Jemen - Saudi-Arabien
Quelle: ZDF

Die USA und europäische Staaten würden "zu Recht" für ihre Rüstungsexporte an die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Jemen kritisiert, sagte Amnesty-Experte John. Dem Iran werde vorgeworfen, die gegnerischen Huthi-Rebellen mit Waffen versorgt zu haben. "Doch mit immer mehr von den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgerüsteten Milizen ist eine weitere Bedrohung entstanden", mahnte John. Amnesty fordere deshalb "alle Staaten auf, ihre Waffenlieferungen an alle im Jemen-Konflikt beteiligten Parteien einzustellen".

Was genau geschieht im Jemen? Alle Infos finden Sie hier:

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