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Irakische Truppen und IS - Amnesty beklagt Verbrechen an Zivilisten in Mossul

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Beim Kampf um Mossul hat es laut Amnesty International schwerste Verbrechen an der Zivilbevölkerung gegeben. Die irakischen Truppen sollen zu schwere Waffen eingesetzt haben. Die Terrormiliz IS habe Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht. Eine "unabhängige Kommission" solle nun ermitteln.

Die irakische Stadt Mossul galt lange als Extremistenhochburg. Jetzt hat der irakische Ministerpräsident offiziell den Sieg über die Terrormiliz IS verkündet. ZDF-Korrespondent Uli Gack über die Bedeutung des Sieges für den Irak.

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"Die Missachtung menschlichen Lebens durch alle Konfliktparteien darf nicht ungestraft bleiben", erklärte die Nahost-Beauftragte der Menschenrechtsorganisation, Lynn Maalouf, am Dienstag. Amnesty forderte die sofortige Einsetzung einer "unabhängigen Kommission". Diese solle in den Fällen, in denen es "glaubwürdige Beweise" für die Verletzung internationalen Rechts gebe, sicherstellen, dass tatsächlich Ermittlungen gebe und die Ergebnisse anschließend veröffentlicht würden.

Vorwürfe gegen IS und irakische Truppen

Den Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wirft die Menschenrechtsorganisation vor, Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" missbraucht und "hunderte, wenn nicht tausende" Menschen auf ihrer Flucht vor den Kämpfen getötet zu haben. Die Opfer seien teils an öffentlichen Plätzen aufgehängt worden.

Die irakischen Truppen und die US-geführte Anti-IS-Koalition wiederum hätten bei der Rückeroberung Mossuls im Nordirak dabei "versagt, angemessene Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten zu ergreifen". Im Stadtgebiet seien "unpräzise, explosive Waffen" und unverhältnismäßige Gewalt eingesetzt worden. So seien etwa im März bei einem Luftangriff auf zwei IS-Scharfschützen 105 Zivilisten getötet worden.

Regierungschef verkündet endgültigen Sieg über IS-Miliz

Am Montag hatte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi rund acht Monate nach dem Beginn einer Großoffensive den endgültigen Sieg über die IS-Miliz in Mossul verkündet. Die Dschihadisten hatten die Stadt 2014 überrannt und in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein "Kalifat" ausgerufen. Die irakischen Truppen begannen dann im Oktober mit der Rückeroberung von Mossul.

Während der monatelangen Kämpfe um die Stadt verzeichneten Hilfsorganisationen enorme Schäden. Tausende Menschen wurden getötet oder verletzt, ein Großteil der Stadt liegt nunmehr in Schutt und Asche, nahezu 920.000 Zivilisten ergriffen die Flucht.

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