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Proteste an Neujahr - Menschen in Hongkong gehen wieder auf die Straße

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Zehntausende Aktivisten der Demokratie-Bewegung haben an Neujahr in Hongkong demonstriert. In der Nacht kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Proteste an Neujahr in Hongkong.
Auch im neuen Jahr dauern die Proteste in Hongkong an.
Quelle: reuters

Protest statt Party: In Hongkong haben Demonstranten das neue Jahr mit einem Marsch gegen die Regierung eingeläutet. Am Neujahrsnachmittag zogen Tausende durch die chinesische Sonderverwaltungszone. Viele trugen Masken, andere britische und US-amerikanische Fahnen, wie auf Fotos zu sehen war.

Die Dachorganisation Civil Human Rights Front (CHRF) hatte die Kundgebung organisiert. "Wir erwarten weitere Repressionen. Wir müssen uns aktiv auf den Kampf vorbereiten", rief CHRF-Anführer Jimmy Sham der Menschenmenge zu. Die Neujahrskundgebung war von den Behörden zugelassen worden. An einigen Stellen der vorgesehenen Protestroute waren Polizisten in Schutzausrüstung postiert. Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurde ein Dutzend Demonstranten von den Beamten angehalten und durchsucht.

Zusammenstöße in der Nacht

In der Nacht zu Mittwoch war es abermals zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. "Ich hoffe wirklich, dass das ein friedlicher Protest wird", sagte ein Organisator mit Blick auf die heutigen Demonstrationen. Die Polizei werde den Protest hoffentlich erleichtern statt zu provozieren. Einsatzkräfte stellten sich entlang der Demonstrationsstrecke auf. Über Zusammenstöße wurde zunächst nichts berichtet. Die Hongkonger Regierung stutzte die Neujahrsfeiern in diesem Jahr stark wegen der Proteste, die auch dem Einzelhandel und Tourismus dort zusetzen.

Schauplatz der Konfrontation in der Nacht waren vor allem Arbeiter- und Industrieviertel im Gebiet Kowloon, wo Demonstranten eine Neujahrslichtershow verfolgten. Einsatzkräfte gingen mit Tränengas, Pfefferspray und Wasserwerfern gegen Protestierende vor, die etwa im Bezirk Mong Kok den Verkehr blockierten und Feuer legten. Andere Demonstranten versammelten sich an der U-Bahn-Station Prince Edward, wo es vor vier Monaten zu folgenschweren Ausschreitungen gekommen war.

Damals stürmten Einsatzkräfte die Station, schlugen Demonstranten nieder und feuerten Tränengas ab, während diese keinen Fluchtweg hatten. Der Fall wird von der Protestbewegung als Beispiel für Polizeigewalt angeführt.

Chinas Präsident fordert Stabilität

Chinas Präsident Xi Jinping hatte Hongkong am Dienstag in seiner Ansprache zum Jahreswechsel aufgefordert, zur Stabilität zurückzukehren. Ein friedliches und harmonisches Umfeld sei der Schlüssel für den Wohlstand in dem asiatischen Finanzzentrum.

Seit mehr als einem halben Jahr fordern Regierungskritiker demokratische Reformen in Hongkong. Bei Protestmärschen ist es oftmals zu Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Die Unruhen geschürt zu haben, wird beiden Seiten vorgeworfen.

Bei zig Vorfällen auf der Straße, in Einkaufszentren und auf Hochschulgeländen sind nahezu 6.500 Menschen festgenommen worden. Im Juni hatten sich die Proteste an einem Gesetzesentwurf entzündet, der eine Auslieferung von Verdächtigen an Festlandchina ermöglichen sollte. Die Vorlage wurde zwar kassiert, aber die Demonstrationen gehen weiter.

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