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ZDF-Interview - Merkel will vier Jahre Kanzlerin bleiben

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Kein Rücktritt als CDU-Chefin und auch ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Kanzleramt kommt für Angela Merkel nicht in Frage. Sie wolle vier Jahre weiter regieren, sagt sie im ZDF.

Angela Merkel will vier Jahre lang Kanzlerin und CDU-Vorsitzende bleiben. Ihren parteiinternen Kritikern kommt sie aber ein Stück weit entgegen. Sehen Sie hier das ZDF-Interview mit Angela Merkel in voller Länge.

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Der Druck auf Angela Merkel ist groß. Er kommt aus der eigenen Partei. Doch Forderungen, sie möge zumindest den CDU-Vorsitz in absehbarer Zeit abgeben, weist Merkel zurück. "Ich empfinde keinen Autoritätsverlust", sagt Merkel in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Und kündigt an, vier Jahre lang Kanzlerin und CDU-Vorsitzende bleiben zu wollen. "Für mich gehören beide Ämter in eine Hand", so Merkel. Sie wolle aber durchaus einen Verjüngungskurs ihrer eigenen Partei ermöglichen. Wer für ihre Partei ins Kabinett eintrete, das solle bis zum CDU-Parteitag am 26. Februar bekannt werden.

In dem Interview nennt Merkel den Verlust des Finanzministeriums zwar schmerzlich. "Aber es ist akzeptabel." "Die Alternative wäre gewesen, dass wir den Menschen hätten sagen müssen, in der Sache haben wir einen Koalitionsvertrag, aber wir können uns nicht auf die Ressorts einigen. Das war nicht verantwortbar." Insofern sei die Einigung mit der SPD am Ende eine sehr bewusste Entscheidung gewesen. Für das Ziel, eine stabile Regierung zu bilden, habe auch die CDU einen "hohen Preis bezahlt."

Koch fordert Merkel auf, Nachfolge zu regeln

Merkel tritt damit Kritik aus den eigenen Reihen entgegen. Sie wird laut wie lange nicht vorgetragen. Etwa von Roland Koch, dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten. "Die Parteiführung, und eben auch die Vorsitzende Angela Merkel, schulden den Wählern eine Antwort auf die Frage, welches die nächste Generation ist, die Verantwortung übernimmt", sagt Koch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch Paul Ziemiak, Vorsitzender der Jungen Union, fordert eine personelle Erneuerung der CDU. "Wir brauchen ein starkes Team aus erfahrenen Politikern, wie zum Bespiel der Bundeskanzlerin, aber auch mit neuen Gesichtern", sagt Ziemiak im ZDF.

Das darf man auch als Werben für Jens Spahn verstehen. Spahn soll offenbar kein Minister in einem neuen Kabinett Merkel werden. Ist er Merkel zu kritisch? In der österreichischen "Presse am Sonntag" jedenfalls wirbt auch er für ein Team mit Charakterköpfen - ob er damit auch sich selbst meint? Auf die Frage, ob die Partei für eine Ära nach Merkel gerüstet sei, antwortet er jedenfalls: "Ja". Nach seiner Erfahrung habe sich selbst für den Fall, dass sofort das Ruder übernommen werden musste, immer jemand gefunden.

Kommt der CDU-Aufstand auf dem Parteitag?

Unterstützung bekommt Spahn von Daniel Günther, dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten. "Ich wünsche mir, dass viele Kabinettsposten von neuen talentierten jungen Menschen, aber vor allem auch zur Hälfte aus Frauen bestehend, von der Union besetzt werden", sagte der CDU-Politiker dem Deutschlandfunk. Man habe sich zu sehr darauf ausgeruht, Merkel alle Aufgaben zu übertragen. Formieren sich da schon die Jungen in der CDU, um sich für eine Zeit nach Angela Merkel zu positionieren?

Klar ist jedenfalls, dass auch der CDU-Parteitag kein Selbstläufer für Angela Merkel wird. Am 26. Februar muss die CDU dem Koalitionsvertrag mit der SPD zustimmen. Beobachter erwarten, dass sich die Kritik der vergangenen Tage auf dem Parteitag Bahn brechen wird. Mit einer Meuterei gegen Angela Merkel rechnen allerdings die wenigsten. "Der Bundesparteitag der CDU und die Bundestagsfraktion von CDU und CSU werden alles absegnen, was die Kanzlerin vorschlägt", sagt CDU-Mann Wolfgang Bosbach im ZDF. "Wahrscheinlich noch mit dem Hinweis, dass die Ressortverteilung alternativlos und richtig ist." Es klingt schon beinahe resigniert.

Es rumort in der CDU. Kanzlerin Merkel habe schlecht verhandelt, heißt es aus der Partei. Vor allem die Ressortverteilung sehen viele kritisch.

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