Sie sind hier:

Breitband-Internetzugang - Bund startet Glasfaserausbau - ohne Merkel

Datum:

Kanzlerin Merkel wollte persönlich den Startschuss für Deutschlands größtes Glasfaserprojekt in Mecklenburg-Vorpommern geben. Doch es kam anders.

Schnelles Internet kommt aufs Land! In Mecklenburg-Vorpommern ist heute das größte Glasfaser-Ausbau-Projekt Deutschlands gestartet; rund 40.000 Haushalte sollen dort einen Anschluss erhalten, der Geschwindigkeiten von einem Gbit/s ermöglicht.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Im Landkreis Vorpommern-Rügen, Merkels Wahlkreis, ist schnelles Internet auch im Jahr 2018 immer noch die Ausnahme. Also ist für heute der symbolische Startschuss des Glasfaserausbaus geplant. Eigentlich sollten es schöne Bilder werden. Bilder von Angela Merkel, die Glasfaserkabel verlegt. Doch die Kanzlerin muss den Termin an der Küste absagen. Ihr Helikopter kann nicht starten. Es ist zu neblig. Irgendwie hat Merkel beim Breitbandausbau kein Glück.

Denn Merkels Versprechen - bisher sind sie unerfüllt. Schnelles Internet mit Surfgeschwindigkeiten von 50 MBit pro Sekunde sollte bis 2018 eigentlich jeder Deutsche haben, so Merkels Versprechen aus der vergangenen Legislaturperiode. Doch in vielen ländlichen Gebieten hat diese Geschwindigkeit nur etwa jeder Dritte. Das eigene Ziel: verfehlt.

Neue Förderstrategie: Glasfaser deutschlandweit bis 2025

Es soll jetzt ja alles anders werden. Wieder einmal verspricht Merkel schnelles Internet. "Bis 2025 wollen wir flächendeckend in Deutschland gigabitfähige Netze haben", verspricht Kanzleramtschef Helge Braun. Damit sollen Surfgeschwindigkeiten von 1.000 MBit pro Sekunde und mehr möglich werden. "Wir fördern in Zukunft nur noch Glasfaser und sind bereit, dafür sehr viel Geld in die Hand zu nehmen", sagt Braun heute.de. Er spricht von einer "neuen Förderstrategie".

Die neue GroKo verabschiedet sich vom alten Breitband-Ziel Alexander Dobrindts. Man verfolge ab jetzt eine "neue Strategie", sagt der künftige Kanzleramtschef Helge Braun heute.de.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Das ist einigermaßen interessant. Denn Merkels neue Strategie, die Förderung von Glasfaser, ersetzt Merkels alte. Noch in der vergangenen Legislaturperiode ließ Merkel auch das sogenannte Vectoring fördern. Eine Technik, die aus alten Kupferkabeln mehr Geschwindigkeit rausholt. Vectoring galt Merkel als Brückentechnologie, mit der das 50 MBit-Ziel bis 2018 erreicht werden sollte und das sie in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue ausgegeben hatte. Doch heute steht fest: Das Ziel ist nicht erreicht. Im neuen Koalitionsvertrag ist von diesem Ziel keine Rede mehr.

Opposition: Bund räumt altes Ziel mal eben ab

Mit dem neuen Ziel, Glasfaser bis 2025, schafft die neue Bundesregierung das alte Breitband-Ziel mal eben ab. "Und zwar ohne sich hinzustellen und zuzugeben, dass sie das alte Ziel total verfehlt hat", sagt Anke Domscheit-Berg, netzpolitische Sprecherin der Linkspartei. Zwar sei das neue Ziel gut und richtig, weil es auf Infrastruktur abziele. Es könne aber über das Scheitern Merkels und ihres bis dato zuständigen Verkehrsministers, Alexander Dobrindt, nicht hinwegtäuschen.

Auf Glasfaser zu setzen, hält auch Tabea Rößner für richtig. Die Netzpolitikerin der Grünen kritisiert aber, dass der Koalitionsvertrag in diesem Punkt aber Hintertürchen habe. "Was heißt denn 'Glasfaser flächendeckend'? Heißt das bis zur Haustür, bis zur Wohnung oder nur bis zum Verteilerkasten?", fragt sie. Und konstatiert, dass die alte Kupferkabel-Strategie der Bundesregierung "krachend gescheitert" sei. Auch dass das neue Ziel bis 2025 reicht, also über das Ende der jetzigen Legislatur hinaus, kritisieren sowohl Linke als auch Grüne.

Telekom-Chef legt Glasfaserkabel für 40.000 Haushalte

Die Bundesregierung kontert die Kritik, dass man bis 2021 ja immerhin öffentliche Gebäude wie Schulen mit Glasfaser ausstatten wolle. Und mit dem Argument, dieses Mal mehr Geld für die Förderung ausgeben zu wollen. Bis zu zwölf Milliarden Euro habe die Bundesregierung dafür "verlässlich bereitgestellt", heißt es. Das Glasfaserkabel in Vorpommern soll etwa 40.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgen - bis 2019. Das verspricht Telekom-Chef Timotheus Höttges. Statt Merkel gibt er den symbolischen Startschuss. Sein Helikopter steckt nicht im Nebel fest.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.