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Gewalt im Nahen Osten - Hunderte Raketen auf Israel - Tote im Gazastreifen

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Wieder Gewalt im Nahen Osten: Israels Luftwaffe tötet einen Befehlshaber des Islamischen Dschihad. Hunderte Raketen aus Gaza folgen. Israel tötet mindestens 13 Extremisten.

Raketenangriff auf Israel am 13.11.2019
Raketenangriff auf Israel
Quelle: AP

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu droht den Palästinensern in der aktuellen Gewaltwelle mit zusätzlichen Angriffen. Israel sei zu weiterem Beschuss bereit, solange es aus Gaza mit Raketen angegriffen werde, sagte Netanjahu heute. Der Islamische Dschihad müsse die Entschlossenheit Israels verinnerlichen. "Sie haben eine Chance: Entweder diese Attacken zu stoppen oder mehr und mehr Schläge hinzunehmen", sagte der israelische Staatschef.

Sie haben eine Chance: Entweder diese Attacken zu stoppen oder mehr und mehr Schläge hinzunehmen.
Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident Israel

Die Zahl der seit Beginn der neuen Gewaltwelle getöteten Palästinenser beläuft sich mittlerweile auf mindestens 23. Unter den Todesopfeern seien auch Jungen im Alter von 17, 16 und 7. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens berichtete von Dutzenden verletzten Palästinensern.

Die Gewalt war am Dienstag erneut eskaliert, nachdem ein Luftangriff aus Israel einen Befehlshaber des Islamischen Dschihads, Bahaa Abu al-Atta, und dessen Frau getötet hatte. Al-Atta soll Drahtzieher der jüngsten Raketenangriffe auf Israel gewesen sein. Kurz danach wurde das Haus eines weiteren Befehlshabers der Gruppe in Damaskus mit Raketen beschossen, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete. Es habe zwar Tote gegeben, der Kommandeur habe aber überlebt.

Mindestens 23 Todesopfer

Wer auch immer vorhat, uns am Tag zu schaden, wird in der Nacht niemals sicher sein.
Naftali Bennett, Verteidigungsminister Israel

Aus dem Gazastreifen wurden zahlreiche Raketensalven auf Israel abgefeuert. Nach Angaben des israelischen Militärs waren es seit Dienstag mehr als 250 Raketen. Geschosse schlugen bis Tel Aviv ein. Zwei Personen wurden durch Splitter verletzt. Große Teile des öffentlichen Lebens kamen zum Stillstand. Schulen waren geschlossen, öffentliche Versammlungen eingeschränkt. Israels neuer Verteidigungsminister Naftali Bennett warnte, sein Land werde nicht zögern, weitere Kämpfer im Gazastreifen ins Visier zu nehmen. Israel sende eine klare Botschaft an seine Feinde: "Wer auch immer vorhat, uns am Tag zu schaden, wird in der Nacht niemals sicher sein."

Hamas hält sich bislang raus

Der Islamische Dschihad ist die kleinere der beiden wichtigsten militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen, neben der deutlich einflussreicheren Hamas, die das Palästinensergebiet auch regiert. Der Iran, der große Rivale Israels in der Region, unterstützt den Islamischen Dschihad finanziell und militärisch, er bildet beispielsweise Kämpfer aus. Die meisten Waffen der Gruppe werden aber vor Ort produziert.

Die Hamas hielt sich bislang aus der Auseinandersetzung heraus. Der UN-Beauftragte für den Nahen Osten, Nikolaj Mladenow, bemühte sich um einen Waffenstillstand und war in Kairo, um Präsident Abdel Fattah al-Sisi zu treffen. Mladenow äußerte sich "sehr besorgt über die anhaltende und ernste Eskalation" der Gewalt. Ägypten agiert oft als Vermittler und hat Gespräche mit Israel und Extremistengruppen in Gaza verstärkt.

Der Islamische Dschihad wies die Vermittlungsversuche zurück. Sein Sprecher Musab al-Berim sagte, für die Gruppe habe Priorität, "der israelischen Aggression zu begegnen".

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