ZDFheute

So reagiert die Welt auf den Tod von Soleimani

Sie sind hier:

Angst, Mahnungen, Racheappelle - So reagiert die Welt auf den Tod von Soleimani

Datum:

Vergeltungsschwüre, Angst vor Krieg und Mahnungen zur Ruhe: Die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani hat weltweit heftige Reaktionen hervorgerufen. Ein Überblick:

Die Tötung des iranischen Generals Soleimani hat international besorgte Reaktionen hervorgerufen. Aus aller Welt kommen Aufrufe zur Besonnenheit.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Iran: Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei schwor Rache. Er drohte den "Verbrechern", die für den Tod des Kommandanten der iranischen Al-Kuds-Brigaden verantwortlich seien, mit "schwerer Vergeltung". Zudem rief er eine dreitägige Staatstrauer aus.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani kündigte an, sein Land und die "freien Nationen der Region" würden sich an den USA rächen. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bezeichnete die Tötung Soleimanis als "extrem gefährliche" und "dumme Eskalation". Zehntausende Iraner gingen in Teheran nach den Freitagsgebeten auf die Straße. Auch ein Nachfolger für Soleimani wurde bereits benannt.

Irak: Die irakische Regierung warnte vor einer verheerenden militärischen Eskalation. Der Angriff werde "einen zerstörerischen Krieg im Irak auslösen", erklärte der geschäftsführende irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi. Er sei zudem ein "ungeheuerlicher Verstoß" gegen die Sicherheitsvereinbarung mit den USA, die die Bedingungen für die US-Präsenz im Irak regelt. Mahdi bezog sich insbesondere auf den bei dem US-Angriff ebenfalls getöteten Vize-Chef der pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen, Abu Mehdi al-Muhandis.

Der einflussreiche irakische Schiitenführer Moktada al-Sadr rief seine Anti-US-Miliz wieder zum Kampf. Ein Kommandant der Hasched-al-Schaabi-Milizen rief seine Kämpfer ebenfalls in Alarmbereitschaft.

Der oberste schiitische Geistliche des Irak verurteilte den tödlichen US-Angriff scharf. Die Attacke sei eine "unverhohlene Verletzung der irakischen Souveränität", ließ Großayatollah Ali al-Sistani erklären.

Nach dem US-Angriff auf den iranischen General Soleimani bleiben viele Fragen offen. Die ZDF-Korrespondenten Halim Hosny und Elmar Theveßen schätzen die Lage ein.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

USA: Die US-Regierung rief ihre Bürger dazu auf, den Irak umgehend zu verlassen. US-Bürger sollten mit Flugzeugen ausreisen, solange dies möglich sei.

Präsident Donald Trump bezeichnete den Angriff auf Soleimani als Präventivschlag. Soleimani habe über eine lange Zeit "Tausende Amerikaner getötet oder schwer verletzt", twitterte Trump am Freitag. "Und plante, noch viele weitere zu töten...aber wurde geschnappt!" Der Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden "hätte vor vielen Jahren außer Gefecht gesetzt werden sollen", schrieb Trump weiter, und übte indirekt Kritik an der Iran-Politik seiner Vorgänger: "Der Iran hat noch nie einen Krieg gewonnen, aber noch nie eine Verhandlung verloren!"

Zuvor hatte auch US-Außenminister Mike Pompeo erklärt, mit der Tötung Soleimanis seien die USA einem von diesem geplanten, unmittelbar bevorstehenden Angriff zuvorgekommen. Pompeo beteuerte, seine Regierung sei nun um eine "Deeskalation" bemüht. Zudem erklärte er, er habe mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) über die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump gesprochen, Soleimani in einer "defensiven" Aktion zu "eliminieren".

Die oppositionellen Demokraten monierten, dass der US-Kongress über den bevorstehenden Angriff im Irak nicht informiert worden sei. Ex-Vizepräsident und Präsidentschaftsbewerber Joe Biden sagte, Trump habe "eine Dynamitstange in ein Pulverfass gesteckt".

Hisbollah: Der libanesische Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah rief zur Vergeltung auf. Die "verbrecherischen Mörder" müssten eine "gerechte Bestrafung" erhalten. Dazu seien alle "Widerstandskämpfer" weltweit verpflichtet. Nasrallah verwendet diesen Begriff gemeinhin in Zusammenhang mit seiner schiitischen Miliz und deren Verbündeten.

Archiv: Ein US-Soldat vor dem UN-Hauptquartier am 19.08.2003 in Bagdad

Vereinte Nationen mahnen -
UN: Irak sollte nicht Preis für Rivalitäten anderer zahlen
 

Die Vereinten Nationen rufen im Iran-Konflikt zu "dringender Zurückhaltung" auf. Der Irak solle nicht den Preis für die Rivalitäten anderer zahlen. Alle Entwicklungen im Liveblog.

Syrien: Auch aus Syrien kam scharfe Kritik. Damaskus verurteile die "niederträchtige amerikanische Aggression" und sehe in ihr eine "schlimme Eskalation" für den Nahen Osten, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf eine Quelle im Außenministerium.

EU: Der "Kreislauf aus Gewalt, Provokationen und Vergeltungen" der vergangenen Wochen müsse beendet werden, forderte EU-Ratspräsident Charles Michel. "Eine weitere Eskalation muss unter allen Umständen verhindert werden."

Deutschland: Die Bundesregierung warnte vor einer Spirale der Gewalt. "Angesichts der jüngsten Entwicklung sehen wir die Gefahr einer Eskalation", sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Es komme nun darauf an, "mit Besonnenheit und Zurückhaltung zu einer Deeskalation beizutragen".

Russland: Moskau bezeichnete den US-Angriff als "abenteuerlichen Schritt". Soleimani habe dem Schutz der "nationalen Interessen" des Iran gedient, erklärte das Außenministerium laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen.

Frankreich: "Wir sind in einer gefährlicheren Welt aufgewacht", sagte die französische Europaministerin Amélie de Montchalin dem Radiosender RTL. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron werde bald mit Akteuren in der Region sprechen.

Großbritannien: London habe zwar "immer die aggressive Bedrohung" durch Soleimani und die von ihm befehligten Al-Kuds-Brigaden anerkannt, sagte der britische Außenminister Dominic Raab. Zugleich forderte er Zurückhaltung: Ein "weiterer Konflikt" liege nicht im Interesse Londons.

Vereinte Nationen: UN-Generalsekretär António Guterres warnte vor der Gefahr eines Krieges. "Die Welt kann sich keinen neuen Golfkrieg erlauben", erklärte Guterres am Freitag. Zugleich rief er alle Staaten zu "Deeskalation" und "maximaler Zurückhaltung" auf.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.