Sie sind hier:

Annegret Kramp-Karrenbauer - Überraschungskandidatin von der Saar

Datum:

Annegret Kramp-Karrenbauers Berufung überrascht. Die Saarländerin gilt parteiintern seit längerem als Geheimwaffe Merkels - selbst als Reservekandidatin für die Vorsitzende.

Angela Merkel stellt die saarländische Ministerpräsidentin als Kandidatin für das Amt der CDU-Generalsekretärin vor. Sie würde auf Peter Tauber folgen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Als Peter Tauber am Morgen mit dem Zitat des Dichters Friedrich Rückert "Füge dich der Zeit, erfülle deinen Platz, und räume ihn auch getrost. Es fehlt nicht an Ersatz", den eigenen Rücktritt bei Twitter kommentierte, war ihm wohl längst klar, was nur wenige Minuten später durchsickern würde. Die Süddeutsche Zeitung berichtete kurz danach, dass die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer von der Saar an die Spree wechseln werde. Die CDU bekommt erstmals in ihrer Geschichte eine weibliche Doppelspitze. Tauber war schon in den Jamaika-Sondierungen an einer schweren Darmentzündung erkrankt, hatte wochenlang im Krankenhaus verbracht.

Tauber: Glücklos im Amt

Doch die Krankheit war wohl nur der letzte Tropfen. Tauber gilt seit langem im Konrad-Adenauer-Haus als glücklos. Als er vor vier Jahren Generalsekretär wurde, hatte er sich die Modernisierung der CDU auf die Fahnen geschrieben, jedes CDU-Mitglied sollte künftig per Mail zu erreichen sein, die Christdemokraten, so Taubers Vorstellung, sollten zur Multimedia-Partei werden.

CDU-Chefin Merkel hat Annegret Kramp-Karrenbauer als Nachfolgerin von Generalsekretär Peter Tauber vorgeschlagen. Die 55-jährige saarländische Ministerpräsidentin gilt als Merkel-Vertraute.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Aus den hochfliegenden Plänen ist nicht viel geworden. Die CDU hat nach wie vor eine überalterte Altersstruktur, in der die meisten mit Fax und Telefon aufgewachsen sind. Die Multimedia- Anstrengungen sind zwar gewaltig und verschlingen viel Geld, aber in der öffentlichen Wahrnehmung sind sie fast bedeutungslos. Zum Schluss musste Tauber auch noch die Königs-Disziplin eines jeden Generalsekretärs räumen, als die Parteivorsitzende Angela Merkel ihrem Kanzleramtsminister Peter Altmaier und nicht dem Generalsekretär die Erarbeitung des Wahlprogramms überließ.

Allzweckwaffe "AKK"

Jetzt soll es "AKK" richten - wie sie in der Partei kurz genannt wird. Kramp-Karrenbauer gilt als Allzweckwaffe, als vielseitig und intelligent. Sie war Innen-, Bildungs- und Sozialministerin im Saarland. 2011 wurde sie als Nachfolgerin von Peter Müller dann Ministerpräsidentin. Auch im Amt der Regierungschefin zeigte sie Geschick und Mut. Schon ein Jahr nach Amtsantritt löste sie nach einem Streit beim kleinen Koalitionspartner FDP die Jamaika-Koalition auf und wählte den Weg zu Neuwahlen. Ein gewagter Schritt, weil kaum jemand der CDU einen erneuten Sieg zutraute.

Kramp-Karrenbauer aber führte die CDU als Senior-Partner in eine Große Koalition mit der SPD, die seit dem geräuschlos arbeitet. Und auch bei der regulären Wahl im letzten Jahr schien AKK’s CDU sicher zu verlieren. Selbst die Ministerpräsidentin schien sich damit abgefunden zu haben und verbreitete, dass ein mögliches rot-rotes Bündnis im Saarland auch kein Weltuntergang sei. Die Aufholjagd in den letzten Wochen des Wahlkampfs und der dann überraschende Erfolg machten die Fortsetzung der GroKo im Saarland möglich - und Kramp-Karrenbauer endgültig zur Nachfolgekandidatin für Angela Merkel.

Merkels Nachfolgerin?

Das Merkel "AKK" jetzt zu ihrer Generalsekretärin macht, zeigt wohl auch, dass die Kanzlerin zumindest partiell an die Wiederholung von Geschichte glaubt. Sie selbst ist ja im Jahr 2000 aus dem Amt der CDU-Generalin zur Vorsitzenden gewählt worden. Damals wie heute - auch wenn die Umstände der Spendenaffäre deutlich kritischer für die CDU waren - gab es keinen geborenen Nachfolger für den Kurz-Zeit-Vorsitzenden Schäuble. Damals belauerten sich die starken Männer der CDU, Koch, Wulff und Rüttgers, gegenseitig und blockierten sich. Heute hat Merkel bei ihren Stellvertretern entweder loyale Mitstreiter gewonnen oder welche, denen für das Amt des Vorsitzenden der Rückhalt fehlt. Ob "AKK" in vier Jahren tatsächlich an die Spitze aufrückt, ist heute noch nicht entschieden, aber die Idee, die dieser Geschichte zu Grunde liegt, erhält neue Nahrung.

Merkels Generäle

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.