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Mindestens 49 Tote - Anschlag auf Moscheen erschüttert Neuseeland

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Auf ihr friedliches Image sind die Neuseeländer stolz. Jetzt erschüttert ein mutmaßlicher Terrorangriff auf zwei Moscheen das Land. Mindestens 49 Menschen sterben.

Nach dem Angriff auf zwei Moscheen mit mindestens 49 Toten steht Neuseeland unter Schock. Premierministerin Ardern nannte es einen der "dunkelsten Tage" in der Geschichte des Landes.

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Die Al-Nur-Moschee von Christchurch ist kein Gebäude, das besonders auffällt. Ein Bau in Weiß, mit goldener Kuppel und Minarett und einem großem Parkplatz davor. Auch wenn Muslime in Neuseeland in der Minderheit sind: An die Moschee in der Deans Avenue, einer eher ruhigen Straße, hat man sich in der drittgrößten Stadt des Pazifikstaats schon lange gewöhnt.

Schütze ist ein 28-jähriger Australier

An diesem Freitag jedoch, kurz vor 13.45 Uhr, die Gemeinde ist gerade zum üblichen Freitagsgebet versammelt, etwa 300 Leute, marschiert ein schwer bewaffneter Mann in das Gotteshaus. Später wird bekannt, dass er aus Australien kommt, 28 Jahre alt. Auf dem Helm hat er eine Kamera, die alles filmt. In den Händen hält er eine Schnellfeuerwaffe, um den Leib hat er sich eine kugelsichere Weste geschnallt. Er eröffnet das Feuer. Auf dem Video, mit dem er seine Tat ins Internet überträgt, hört man zu den Schüssen einen Marsch. Er tötet mehr als 40 Menschen und verletzt viele weitere.

Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind mindestens 49 Menschen getötet worden. ZDF-Reporter Normen Odenthal über die Hintergründe der Tat.

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Auf weiteren Waffen, die der Mann im Kofferraum hat, ist "Kebab Remover" ("Kebab-Entferner") zu lesen und der Name eines Mädchens, das 2017 bei einem Terrorangriff in Schweden starb. Schon vor der Tat hatte der Australier ein 74-seitiges "Manifest" mit rechtsextremen Parolen ins Internet gestellt. Als eines der Motive nennt er, eine "Atmosphäre der Angst" schaffen zu wollen. Sich selbst beschreibt er als jemanden aus der Arbeiterklasse.

Anschlag in zweiter Moschee

Später wird bekannt, dass in einer zweiten Moschee, ein paar Straßen weiter, mehrere weitere Menschen erschossen wurden. Wie das zusammenhängt, ist bisher noch unklar. Auf die Frage, ob das alles koordiniert war, sagt Chefermittler Mike Bush: "Wir haben darüber keine Informationen." Nach Polizeiangaben wurden bei beiden Anschlägen 49 Menschen getötet, 48 weitere wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Für Neuseeland ist dies eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Der letzte Amoklauf liegt hier fast schon ein Vierteljahrhundert zurück. 1990 erschoss ein Mann 13 Menschen. Aber so etwas wie jetzt gab es noch nie. Premierministerin Jacinda Ardern spricht von "dunkelsten Tagen". Über die muslimischen Opfer sagt sie: "Neuseeland war ihre Heimat. Sie hätten sich hier sicher fühlen sollen." Sie waren es nicht.

Drei Festnahmen nach Angriffen

Fest steht: Drei Verdächtige werden festgenommen - auch der Mann aus der Al-Nur-Moschee. Auf einem Video ist zu sehen, wie ihn Beamte aus seinem Auto zerren, einem weißen Geländewagen, und auf den Boden zwingen. An diesem Samstag soll er wegen vielfachen Mordes einem Richter vorgeführt werden. Seinen Namen nennt die Polizei nicht.



Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigt jedoch, dass es sich um einen Australier handelt. Er nennt ihn einen "rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen". Neuseelands Regierungschefin Ardern stuft die Tat ebenfalls als "terroristischen Angriff" ein, gerichtet gegen Andersgläubige. In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit muslimischen Glaubens: etwa 50.000, viele Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch.

Nach Medienberichten soll die Kricket-Nationalmannschaft des Landes knappeinem Angriff entgangen sein. Das Team wollte am Freitag vor einem geplanten Spiel gegen Neuseeland zum Freitagsgebet die Al-Nur-Moschee besuchen, berichtete die Zeitung "The Daily Star". Als die Spieler gerade das muslimische Gotteshaus betreten wollten, habe eine Frau sie gewarnt, drinnen werde geschossen.

Karte: Neuseeland -  Christchurch

Quelle: ZDF

Als der Tag in Christchurch zu Ende geht - der Pazifikstaat ist Deutschland um zwölf Stunden voraus -, sind die beiden Moscheen immer noch weiträumig abgesperrt. Aus Angst vor weiteren Angriffen waren die Kliniken mit verletzten Opfern der Attacken zwischenzeitlich für Besucher gesperrt, ebenso wie Schulen und andere öffentliche Gebäude.

Die Bürgermeisterin der Stadt, Lianne Dalziel, fasst die Stimmung so zusammen: "Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann." Aber es trauert ein ganzes Land. Auf dem Parlamentsgebäude in Wellington, der Hauptstadt, haben sie die Flagge auf halbmast gesetzt. Und auch Neuseelands legendäre Rugby-Nationalmannschaft, die All Blacks, will nicht schweigen. Ihre Botschaft stammt aus der Sprache der Ureinwohner, der Maori: Kia kaha. Bleibt stark.

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