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Polizei probt den Ernstfall - Schüsse am Flughafen: Anti-Terror-Übung in Köln/Bonn

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Ein Terroranschlag auf einen Flughafen wäre auch in Deutschland möglich. Bei einer Übung historischen Ausmaßes trainieren 1.000 Beamte am Flughafen Köln/Bonn für den Ernstfall.

Am Flughafen Köln-Bonn wurde die bisher größte Anti-Terrorübung an einem deutschen Flughafen durchgeführt. Das Szenario basiert auf den Erfragungen der Anschläge in Frankreich und Belgien.

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Eine laute Detonation erschüttert das Terminal 1 des Flughafens Köln/Bonn, dann fallen Schüsse. Was hier in der Nacht zum Mittwoch passiert, ist zum Glück nur eine Übung: Mehrere schwer bewaffnete Terroristen schießen mit Sturmgewehren auf Reisende, Menschen rennen schreiend um ihr Leben, Verletzte und Tote liegen blutend auf dem Boden. Die ersten Polizeibeamten sind schnell da, innerhalb weniger Minuten sind die Angreifer überwältigt. "Alle Täter neutralisiert", meldet der Übungsleiter in sein Headset.

Bisher größte Anti-Terror-Übung an deutschem Flughafen

Bei der bisher größten Anti-Terror-Übung an einem deutschen Flughafen proben rund 1.000 Polizisten den Ernstfall. Simuliert wird ein islamistisch motivierter Terroranschlag, ausgeführt von einer Gruppe militärisch ausgebildeter Täter mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu töten.

Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn.
Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn.
Quelle: Marius Becker/dpa

Zwar gibt es nach Angaben der Polizei derzeit keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne, jedoch sei ein solches Szenario angesichts der abstrakt erhöhten Gefährdungslage in Deutschland jederzeit denkbar. "Es ist wichtig, dass wir im Fall eines tatsächlichen Anschlags bestmöglich vorbereitet sind", sagt der Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, Wolfgang Wurm.

Polizisten gehen während einer Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn gegen angenommene Terroristen vor, aufgenommen am 20.11.2018
Polizisten gehen während einer Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn gegen fiktive Terroristen vor.
Quelle: dpa

Das fiktive Szenario sei aus den Erkenntnissen der Anschläge in Belgien und Frankreich entwickelt worden und sehr realitätsnah gestaltet, sagt Wurm. Keiner der übenden Polizisten wisse genau, was auf ihn zukomme.

Polizisten wissen nicht, was auf sie zukommt

Mit dabei sind viele "normale" Streifenbeamte, die täglich im Flughafen unterwegs sind: Sie wären im Ernstfall als erste am Einsatzort. Aber auch Spezialeinheiten trainieren mit. Rund 300 Komparsen mimen Verletzte, Tote und panisch schreiende Reisende. Es herrscht Chaos.

Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn, aufgenommen am 20.11.2018
Rund 1.000 Polizisten sowie 300 Komparsen simulieren einen terroristischen Überfall am Flughafen Köln/Bonn.
Quelle: dpa

Obwohl es sich um eine Übung handelt, seien die Kollegen erfahrungsgemäß sehr angespannt und voll in der Situation drin, betont Wurm. "Auch für erfahrene Beamte ist das eine Ausnahmesituation. Sie haben mehrere Tote um sich herum - und wenn sie nicht aufpassen, können sie selbst die nächsten Toten sein."

Zusammenspiel verschiedener Behörden

Bei der Übung soll auch das Zusammenspiel der verschiedenen Behörden erprobt werden: Landes- und Bundespolizei sowie der Zoll sind dabei. "Nur mit solchen Übungen können wir überprüfen, ob all die schönen Einsatzkonzepte, die wir geschrieben haben, auch in der Praxis etwas taugen", sagt die stellvertretende Kölner Polizeipräsidentin Miriam Brauns.

Ein angenommener Terrorist erschießt während einer Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn ein am Boden liegendes Opfer, aufgenommen am 20.11.2018
Ein fiktiver Terrorist erschiesst während der Übung ein am Boden liegendes Opfer.
Quelle: dpa

Wurm zeigt sich nach dem ersten Übungsblock zufrieden. "Die Kollegen haben die Verletzten zwar registriert, aber vor deren Versorgung zunächst mal die Lage geklärt." Man müsse erst sicher sein, dass nicht noch weitere Täter lauern und einen zweiten Angriff starten.

Details der Übung sollen in den nächsten Tagen in Ruhe ausgewertet werden. Falls bei dem Probelauf Fehler gemacht wurden, sei das nicht schlimm, betont Brauns. "Im Gegenteil. Daraus können wir lernen und unsere Abläufe verbessern."

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