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Aufruf zum solidarischen Kippa-Tragen

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Antisemitismusbeauftragter - Aufruf zum solidarischen Kippa-Tragen

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Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein hat alle Bürger aufgerufen, am Samstag Kippa zu tragen. Damit solle ein Zeichen der Solidarität mit Juden gegen Intoleranz gesetzt werden.

Mann mit Kippa (Symbolbild)
Quelle: AP

"Ich rufe alle Bürgerinnen und Bürger in Berlin und überall in Deutschland auf, am kommenden Samstag, wenn in Berlin beim 'Al-Kuds-Tag' wieder in unerträglicher Weise gegen Israel und gegen Juden gehetzt wird, Kippa zu tragen." Das sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, der Funke-Mediengruppe. Alle Bürger, also auch Nicht-Juden, sollten durch das Tragen der religiösen Kopfbedeckung ein Zeichen der Solidarität mit Juden setzen und "für die uneingeschränkte Religionsfreiheit und gesellschaftliche Vielfalt" eintreten.

Wenn Politik und Gesellschaft mit vereinten Kräften gegen Antisemitismus vorgehen, dann haben wir eine echte Chance, diesen Kampf zu gewinnen.
Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter

"Wenn Politik und Gesellschaft mit vereinten Kräften gegen Antisemitismus vorgehen, dann haben wir eine echte Chance, diesen Kampf zu gewinnen", sagte Klein. Der Antisemitismusbeauftragte hatte zuvor mit seiner Warnung vor dem Tragen der Kippa in Deutschland bewusst aufrütteln wollen und heftige Reaktionen ausgelöst. Unter anderem hatte sich Israels Präsident Reuven Rivlin entsetzt gezeigt und eine "Kapitulation vor dem Antisemitismus" angeprangert.

Zentralrat rät Kindern zur Vorsicht

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, stufte Solidaritätsaktionen wie "Berlin trägt Kippa" zwar als sinnvoll ein, doch reichten diese nicht aus. Antisemitismus müsse auf vielen Ebenen bekämpft werden, sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Angesichts der Diskussion um das öffentliche Tragen der Kippa riet Schuster Kindern und Jugendlichen zur Vorsicht. In manchen Großstädten sollten sie "lieber eine Mütze über die Kippa ziehen". Er selbst tue das auch seit Jahren, so der Zentralratspräsident. "Wenn auf das Problem jetzt von staatlicher Seite hingewiesen wird, wird die Lage hoffentlich so ernst genommen, wie sie ist."

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte am Montag, die staatlichen Institutionen müssten dafür Sorge tragen, dass Menschen überall in Deutschland sicher eine Kippa tragen können. "Der Staat hat zu gewährleisten, dass die freie Religionsausübung eines jeden möglich ist", sagte Seibert. Jeder Mensch solle sich an jedem Ort dieses Landes - auch mit einer Kippa - sicher bewegen können. "Zu dieser Verantwortung stehen wir."

Klein ruft zur Teilnahme an Gegendemos auf

Felix Klein rief dazu auf, an der Demonstration in Berlin gegen den "Al-Kuds-Tag" teilzunehmen. Hintergrund der anti-israelischen Proteste am "Al-Kuds-Tag" ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Der iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini hatte Ende der 1970er Jahre den Al-Kuds-Tag ins Leben gerufen.

2018 war die Zahl antisemitischer Straftaten bundesweit stark gestiegen. Seibert sagte, der Anstieg der Straftaten "sollte für jeden in Deutschland ein Anlass zur großer Sorge sein". Jede einzelne dieser Straftaten sei ein Angriff auf die menschliche Würde.

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